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Neckar-Odenwald-Tage - 40. Frauen- und Mädchentag fand in Sindolsheim statt / Musical „Heldinnenpause“ war der Höhepunkt der Veranstaltung

Frauen sind der „Kitt in diesem System“

„Alle Gäste dürfen sich auf einen musikalischen Abend zum Aufladen freuen.“ Mit diesem Versprechen lud Angelika Bronner-Blatz, Beauftragte für Chancengleichheit und Frauenförderung, zum 40. Frauen- und Mädchentag ein.

Von 
Elisabeth Englert
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Anna Müller und Fabian Brandt traten mit dem Musical „Heldinnenpause“ in Sindolsheim auf. © Elisabeth Englert
Herzstück der Jubiläumsveranstaltung war die Premiere des Musicals „Heldinnenpause“. Doch der Reihe nach. Wie ein roter Faden zog sich das „sichtbar werden“ der Frauen durch Angelika Bronner-Blatzs Begrüßung. Sei es in Sport, Politik, Kunst oder im Berufsleben, sei es in der unmittelbaren Umgebung oder in überregionalen Bereichen. Denn sichtbar sein, gesehen oder wahrgenommen werden, sei eine Grundvoraussetzung, dass ein Mensch Vorbild für andere sein könne.

Als Vorbild inspirieren

Kooperationspartner vor Ort

Als Kooperationspartner des Frauen- und Mädchentages waren mit Infoständen vertreten:

Der Neckar-Odenwald-Kreis mit Altenhilfefachberatung, Fachdienst Gesundheitswesen, Gesundheitsförderung und Prävention, Pflegekinder- und Adoptionsdienst, Kindertagespflege sowie Arbeitskreis „Rote Karte gegen häusliche Gewalt“.

Das Diakonisches Werk Neckar-Odenwald-Kreis.

Der Verein „Gemeinsam gegen Gewalt“ und Förderverein Frauen- und Kinderschutzhaus Neckar-Odenwald-Kreis.

Die „Leader“-Aktionsgruppe Regionalentwicklung Badisch-Franken.

Die „Leader“ Regionalentwicklung Neckar-Odenwald.

Das Literatur-Museum Augusta Bender.

Das Mehrgenerationenhaus Buchen und das Mehrgenerationenhaus Mosbach.

Der Pflegestützpunkt Baden-Württemberg Neckar-Odenwald-Kreis.

Die Gemeinde Rosenberg und der Tageselternverein Neckar-Odenwald-Kreis.

Sindolsheim

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Anhand des aus dem Amerikanischen kommenden Begriffs „Role-Model“, einer Person, die als Beispiel diene und als Muster für spezifische Rollen nachgeahmt werden könne, verfestigte sie das „sichtbar sein.“ Nur wer im sozialen, alltäglichen Umfeld sichtbar sei, könne als Vorbild inspirieren. Leidenschaft, Gemeinschaft, gesellschaftliches oder politisches Engagement, Initiative oder Innovation seien nur einige, den „Role-Models“ innewohnende Eigenschaften. Das Potenzial für nachhaltige, soziale Veränderung, der Glaube an eigene Fähigkeiten inspiriere und bringe neue „Role-Models“ hervor, unerlässlich für nachfolgende Generationen.

Die Diplomsoziologin schlug daraufhin den Bogen zu den Anwesenden, allesamt „Role-Models“, die aufgrund ihrer „Lebenswege, Erfahrungen und Stimmen“ als Orientierung dienten. Hausherr und Rosenbergs Bürgermeister Ralph Matousek fühlte sich geehrt, dass seine Gemeinde Ausrichter dieser Thementage, anlässlich derer der Landkreis enger zusammenrücke, sein dürfe. Als „arm, aber sexy“ stellte er seine Kommune vor, lobte das „soziale Netz und ehrenamtliche Engagement“ und bezeichnete die Frauen als „Kitt in diesem System.“

Mit Stolz durfte Schirmherr und Landrat Dr. Achim Brötel im Rahmen der Veranstaltungsreihe der Neckar-Odenwald-Tage zahlreiche „Heldinnen“ begrüßen und bekannte sich zu den Frauen- und Mädchentagen als festen Bestandteil dieses Formats. Überdies freute er sich, dass diese in Präsenz stattfinden könnten. „Es tut einfach gut.“ Humorvoll, aber auch das vielfältige Engagement der an dieser Veranstaltung Beteiligten wertschätzend, stellte Brötel die Frage, was denn die Heldinnen verbrochen hätten, so viele Grußworte anhören zu müssen, bevor die musikalische Pause zum Aufladen käme.

Vorstellung beginnt

Offensichtlich nichts, denn postwendend öffnete sich der Vorhang. Eine Bar im Nirgendwo mit hohen Hockern, Cocktailshaker und dergleichen kam zum Vorschein, dahinter der elegante, freundliche Barkeeper Jake (Fabian Brandt). Manch Zuschauerin hätte sicherlich gerne dort Platz genommen, währenddessen die gestrandete, toughe, erfolgreiche Geschäftsfrau Josie (Anna Müller) weder für das einladende Ambiente noch den sympathischen Mann Blicke übrighatte. Die leere Autobatterie sowie der leere Handyakku waren symptomatisch für ihr Inneres und quasi ein Spiegelbild ihrer selbst.

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Im Hamsterrad zwischen Berufs- und Privatleben gefangen, stieß der geheimnisvolle Jake Denkprozesse in ihr an. Sich zunächst noch dagegen wehrend, eröffnete sich ihr der Spagat zwischen Druck und Freiheit, Zwängen und Träumen, Erfolg und Ausgebrannt-sein. Traurig vermisste sie plötzlich die Frau, die sie mal war, um sich nach humorvollen und nachdenklichen Dialogen und Liedern frei zu singen und zu tanzen und sich Stück für Stück wiederzufinden. Mal niedergeschlagen und traurig, mal kämpferisch und selbstbewusst legte Müller ihre Empfindungen in Schauspiel, Mimik und Stimme.

Auch Brandt mimte überzeugend den Retter mit magischen, empathischen und geduldigen Wesenszügen. Mit Ausdrucksstärke, schauspielerischem und choreographischem Talent sowie einer Vielfalt an Gesangsstücken boten die Akteure einen Augen- und Ohrenschmaus, der ein an sich schweres Thema mit der ausgewogenen Balance zwischen Ernsthaftigkeit und Humor darbot.

Parallele zum eigenen Leben

Sicherlich erkannte manch Zuschauerin die ein oder andere Parallele im eigenen Leben, doch mit dem entwaffnenden und aufmunternden Appell: „So wie wir sind, sind wir gut“, wurde alles ins rechte Lot gebracht.

„Heldinnenpause“ ist Müllers erstes, eigenes Musical mit Duo-Partner Fabian Brandt. Beide stehen seit vielen Jahre auf der (Musical-) Bühne und verfügen über ein breites Repertoire von Klassik, Jazz bis Hip-Hop. Die Faszination von Gesang, Tanz und Schauspiel ist beiden Herzblut-Musikern anzumerken. 2008 erhielt Müller die „Lola La Mar“ als beste weibliche Hauptrolle beim Europäischen Jugend Musical Award. Begleitet wurden sie von Stephen Blaich am Klavier, Thomas Kraft am Bass sowie Marion Wenzel am Schlagzeug.

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Mit dem Ohrwurm „Heute ist ein guter Tag, um glücklich zu sein“ durften die Heldinnen und Helden des Landkreises psychisch und, dank der Frauen von Mona Lisa sowie des Fördervereins des Frauen- und Kinderschutzhauses, physisch gestärkt die Heimreise antreten.

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