Tag der Schulverpflegung

„Schule am Limes“ in Osterburken ist Spitzenreiter

Das Thema Lebensmittelverschwendung stand im Mittelpunkt der Veranstaltung. Dabei nimmt die Osterburkener Schule eine Vorreiterrolle ein

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Nicola Beier
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Die Hauptveranstaltung zum Tag der Schulverpflegung fand an der Schule am Limes in Osterburken statt. Mit dabei waren Peter Hauk, MdL, Landrat Dr. Achim Brötel, Bürgermeister Jürgen Galm und Schulleiter Bernhard Klenk. Einige Schüler hatten auch Fragen an den Minister vorbereitet. © Nicola Beier

Osterburken. In der Schule am Limes herrschte am Donnerstag reger Betrieb, denn es fand der 14. Tag der Schulverpflegung statt. Er bietet für alle Schulen im Land die Gelegenheit, unter Mitwirkung der gesamten Schulgemeinschaft, die Mensa in den Mittelpunkt zu stellen. Und so wurden auch in Osterburken zahlreiche Aktionen vorbereitet, unter anderem Workshops zu den Themen Ernährung und Nachhaltigkeit sowie ein Quiz rund um Lebensmittelverschwendung. Denn genau dieses Thema stand 2022 im Mittelpunkt. Damit einher ging die Frage, wie Lebensmittelabfälle vermieden werden können. Insgesamt 125 Schulen und Mensen nahmen in Baden-Württemberg teil.

Mit gutem Beispiel voran

Besonders im Fokus stand in diesem Jahr die Gemeinschaftsschule „Schule am Limes“ in Osterburken. Denn in Sachen Lebensmittelverschwendung unternimmt sie einiges, um den Abfällen den Kampf anzusagen. Das sieht auch Landtagsabgeordneter Peter Hauk, Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz. Er forderte, dass vermeidbare Lebensmittelabfälle gar nicht erst entstehen sollten. „Dieser Ansatz wird an der Schule am Limes gelebt. Hier wird das Essen vorbestellt, die Portionsgrößen werden individuell bestimmt und es wird regelmäßig nachgefragt, wie es geschmeckt hat. Dadurch hat die Schule die geringste Menge an Lebensmittelabfällen im Modellprojekt 2018 erreicht und kann anderen als Vorbild dienen“, erläuterte Minister Hauk. Großes Lob erhielt in diesem Zusammenhang die Mensa-AG. So könnten Schüler einen besseren Einblick in den Ablauf der Schulmensa erhalten. Mit der „Wunsch-Box“ könnten Schüler Wünsche äußern und das Mensa-Team auf gewisse Dinge aufmerksam machen.

Nach der Veranstaltung gab es Mittagessen in der Mensa der Schule am Limes. Auch Minister Peter Hauk, MdL, ließ es sich schmecken. © Nicola Beier

Minister Hauk hob zudem hervor, dass an der „Schule am Limes“ rund 40 Prozent aller Lebensmittel, die zur Zubereitung des Essens verwendet werden, aus regionalem Anbau stammen – 30 Prozent seien sogar Bio-Produkte. Dabei verwies er auf die Bio-Musterregion Neckar-Odenwald, die sich zum Ziel gesetzt habe, mehr Bio-Produkte aus und für die Region zu produzieren.

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„Es ist uns ein großes Anliegen, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. Deshalb ist das auch das Motto des diesjährigen Tages der Schulverpflegung. Ihr zeigt bereits schon jetzt, wie man es am besten macht“, lobte Hauk alle Schüler, Lehrer und Verantwortlichen in Osterburken.

„Etwas Besonderes in der Region“

Auch Bürgermeister Jürgen Galm fand lobende Worte für das Mensa-Team. Es sei nicht selbstverständlich, dass an einer Schule selbst gekocht werde. „Das ist etwas Besonders in der Region und funktioniert hier seit Jahren gut“, hob er hervor. Weil aber Lebensmittel nicht in unbegrenzter Menge zur Verfügung stehen, sei es umso wichtiger, das Thema Lebensmittelverschwendung aufzugreifen. „Wir alle müssen uns dazu Gedanken machen. An der Schule wird es aber schon gut gelebt und trägt zur Bewusstseinsbildung der Schüler bei“, machte er deutlich.

„Auch die Stadt leistet dazu ihren Beitrag, sagte Galm. Er wies auf die Auszeichnung als Fairtrade-Stadt hin und den Weltladen im Stadtzentrum.

Wenn es um das Thema Lebensmittelverschwendung gehe, „ist ganz oft Gedankenlosigkeit im Spiel“, ist sich Landrat Dr. Achim Brötel sicher. „Wem der tatsächliche Wert von Nahrungsmitteln bewusst ist, der geht jedenfalls anders damit um“, stellte er fest und verwies auf die „gigantische Mengen, die Tag für Tag bei uns einfach im Müll landen“.

In diesem Zusammenhang appellierte er an die Kinder: „Jeder von uns kann etwas dafür tun, dass es besser wird.“ Die Kinder könnten das, was sie am Tag der Schulverpflegung zum Thema Lebensmittelverschwendung gelernt hatten, nämlich mit nach Hause nehmen und auch den Eltern erklären. Gerade das „Mindesthaltbarkeitsdatum“ sei nicht automatisch mit dem „Verfallsdatum“ gleichzusetzen, so Brötel.

So vermeidet Hauk Abfälle

Im Anschluss beantwortete Minister Hauk noch Fragen der Schüler. So klärte er auf, dass er drei Lieblingsgerichte habe: Wildgulasch mit Knödeln, Rindfleisch mit Meerrettich und Kartoffeln sowie geschmorter Rosenkohl und Kartoffeln. Außerdem wollten die Kinder wissen, wie er bei sich Lebensmittelabfälle vermeidet. So sei Hauk „bedarfsgerechtes Einkaufen“ wichtig. Dabei gab er den Tipp, auf jeden Fall nicht mit leerem Magen einkaufen zu gehen. Auch eine sinnvolle Resteverwertung mit entsprechenden Gerichten sei wichtig.

Zuletzt sprach auch er das Mindesthaltbarkeitsdatum an, welches man nicht zu eng sehen sollte. „Zunächst heißt es: riechen und probieren, ob es noch gut ist“, sagte Hauk. Auch das Land organisiere Informationsveranstaltungen und unterstütze Privatorganisationen, um über das Thema aufzuklären.

Redaktion Im Einsatz für die Redaktionen Buchen und Sport