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Kultur

Unterhaltung in Lauda: Zwischen Amore und Kehrwoch

Von 
Jérôme Umminger
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Der Komiker Roberto Capitoni begeisterte auf der Klein-Kunst-Bühne in Lauda das Publikum. © Jérôme Umminger

Lauda. Der Komiker Roberto Capitoni gastierte am Freitag auf der Klein-Kunst-Bühne im ausverkauften Weinhof Ruthardt in Lauda. Dort präsentierte der Deutsch-Italiener sein Programm „Spätzle, Sex & Dolce Vita – mein Leben zwischen Amore und Kehrwoch’“. Das Publikum feierte den temperamentvollen Comedian so richtig ab.

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Es dauerte nur wenige Minuten, bis Roberto Capitoni die Zuschauer für sich gewonnen hatte. Mit rhythmischem Klatschen begrüßten ihn die zahlreichen Gäste auf der Bühne. Capitoni genoss das Bad in der frenetisch feiernden Menge sichtlich. Zwei Jahre habe er keine richtigen Auftritte gehabt – außer im Autokino. Dort sei es allerdings mit der Rückmeldung der Fans schwierig gewesen. Lichthupe und Scheibenwischer hätten einfach nicht als Lachersatz der Zuschauer getaugt. Hupen sei besser gewesen, das habe aber zu Beschwerden wegen Ruhestörung geführt.

Dieses Stichwort nutzte Capitoni gleich für sein erstes Glanzlicht in Lauda. „Ich habe hier ja auch von so einem gewissen Nachbarn gehört“, sagte er zunächst ganz bedächtig, um dann in Richtung Ausgang zu brüllen: „Dann zieh doch weg, wenn Du keinen Spaß haben willst!“ Das Publikum kringelte sich vor Lachen.

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Nach diesem kurzen Ausraster outete sich Capitoni nicht nur als Deutsch-Italiener, sondern auch als Schwabe. Er sei deshalb immer zwischen den Kulturen hin- und hergerissen. Zwischen Pizza und Spätzle, la dolce vita und schwäbischer Gemütlichkeit („Net schwitze, aber Geld verdiene“). Manchmal wisse er nicht einmal, ob er eine italienische oder eine schwäbische Tomatensuppe kochen solle. Während die italienische Tomatensuppe bereits früh morgens mit feinen Kräutern angesetzt werde, sei die schwäbische Variante viel einfacher: roter Teller, heißes Wasser.

Selbst Geschenke zu machen, sei als Deutsch-Italiener schwierig. Als Italiener schenke er unheimlich gerne große Geschenke. Wenn die Frau in Ohnmacht falle, habe er alles richtig gemacht. Als Schwabe denke er sich: Lieber zehn Minuten geschämt, als viel Geld ausgegeben.

Weitere Höhepunkte setzte Capitoni mit den Parodien seines Onkels Luigi. „Der sieht aus wie Pavarotti – nur in dick“, erklärte der Komiker. Mit tiefer, krächzender Stimme und typisch italienischem Einschlag präsentierte er die Lebensweisheiten von Onkel Luigi: „Roberto! Roberto! Wenn Du ein Problem hast, löse es!“ – „Ja, aber wie, Onkel Luigi?“ – „Lass es wie eine Unfall aussehen!“

Capitoni berichtete aber auch von den konspirativen Treffen seiner Frau: „Das sind Abende, an denen sich Frauen gegenseitig Scheiß abkaufen, den sie eigentlich gar nicht brauchen.“ Neuerdings habe seine Frau ein ultrateures Küchengerät, das könne fast alles verarbeiten: „Tomaten, Karotten, Zwiebeln, Knochen. Knochen. Als das Onkel Luigi gehört hat . . .“

Immer wieder gelang es Capitoni auch, mit seiner charmanten italienischen Art das Publikum einzubinden und Amore zu versprühen. So sorgte er etwa für Liebesbekundungen unter den Gästen und lud sie auch zum Mitsingen von Hits von Abba und Chris Roberts ein.

Ein rundum gelungener Abend mit viel Charme, Amore und italienischem Flair. Da störte selbst der zeitweise Schauer nicht.

Ende des Monats feiert die Klein-Kunst-Bühne ihr diesjähriges Finale. Am Freitag, 26. August, gastiert das Duo Benjamin Eisenberg und Matthias Reuter, am Samstag, 27. August kommt Götz Frittrang, der erst vor wenigen Tagen mit dem Kleinkunstpreis Baden-Württemberg ausgezeichnet wurde. Reservierung ist möglich unter Telefon 09343/1401.

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