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100. Geburtstag

„Reisetante“ war kein Weg zu mühsam

Am Freitag beging Elisabeth Moll dieses seltene Fest in Lauda

Von 
Peter D. Wagner
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Ihren 100. Geburtstag feierte Elisabeth Moll. Zu diesem Anlass gratulierten auch Bürgermeister Dr. Lukas Braun, Tochter Brigitte Spiller und Einrichtungsleiterin Silvia Spinner (von links). © Peter D. Wagner

Lauda. Ihren 100. Geburtstag feierte am Freitag Elisabeth Moll. Zu den Gratulanten im Altenpflegeheim Johann-Bernhard-Mayer in Lauda zählte auch Bürgermeister Dr. Lukas Braun, der neben einem Präsent zudem eine von ihm signierte Ehrenurkunde im Namen der Stadt überreichte.

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Die Jubilarin wurde am 9. September 1922 in Oberbalbach geboren und verbrachte dort Kindheit sowie Jugend, ehe auch bei ihr und in ihrem Umfeld der Zweite Weltkrieg seinen Tribut zollte. Als Angehörige der Wehrmacht wurde sie zur Technischen Zeichnerin ausgebildet und im Bereich des Wetterdienstes eingesetzt. Von diesen Erfahrungen und Erlebnissen erzählt sie noch heute immer wieder sehr gerne.

Nach Kriegsende pflegte sie ihre Eltern und führte 18 Jahre lang den dortigen Haushalt. Bis zum Erreichen ihres Ruhestandes als 65-Jährige arbeitete sie zudem im damaligen Kreiskrankenhaus Bad Mergentheim. Da Elisabeth Moll weder Führerschein noch Kraftfahrzeug besaß, fuhr sie in der Regel ganzjährig sowie bei jedem Wetter mit dem Fahrrad von Oberbalbach an ihre Arbeitsstelle und zurück.

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Peter D. Wagner
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In ihrem Heimatort kümmerte sie sich Jahrzehnte in der katholischen Pfarrgemeinde St. Georg um den Blumenschmuck in Kirche und Außenanlagen. Außerdem war Elisabeth Moll ebenfalls über viele Jahrzehnte hinweg mit Begeisterung und Engagement im örtlichen Gesangsverein sowie im katholischen Kirchenchor aktiv.

Zu ihren Hobbys und Leidenschaften gehörten besonders auch das Reisen, das sie in viele Länder weltweit geführt habe. „Ich wollte andere Länder sehen, das war mir sehr viel wert und wichtig und hat mir reichlich Spaß gemacht“, erzählte die 100-Jährige. Dabei sei ihr als oft bezeichnete „Reisetante“ kein Weg zu mühsam und anspruchsvoll gewesen. „Man bekommt nicht alles in den Schoß gelegt, sondern muss es sich erkämpfen“, nannte sie eine ihrer wesentlichen Lebensdevisen.

Von 2012 bis November 2021 lebte sie in der Senioren-Wohngemeinschaft St. Lioba, in der sie bis ins hohe Alter unter anderem an den regelmäßigen Tanzabenden teilnahm. Seit vergangenen Dezember wohnt die Seniorin im Caritas-Altenpflegeheim Johann-Bernhard-Mayer, wo sie sich sehr wohl und bestens betreut fühle. „Frau Moll nimmt geradezu vorbildlich an allen Aktivitäten und Angeboten in unserem Haus wie zum Beispiel bei den gemeinsamen Singstunden an den Mittwochnachmittagen oder montags beim Gedächtnistraining teil und führt täglich Gymnastikübungen aus“, berichtete Einrichtungsleiterin Silvia Spinner. „Ich kenne noch fast alle Lieder auswendig“, hob die Jubilarin stolz hervor.

Weitere Besucher, die Elisabeth Moll gratulierten, waren neben Silvia Spinner und Bürgermeister Lukas Braun ebenso Tochter Brigitte Spiller mit Ehemann Friedrich aus Unterbalbach, Enkel Marcus und Ehefrau Conny sowie viele Angehörige, Nachbarn und Bekannte. Als weiteren Höhepunkt präsentierte der Gesangverein Eintracht aus Oberbalbach unter Leitung von Regina Markert am Nachmittag im Hof des Altenpflegeheims ein kleines Geburtstagskonzert.

„Eine nicht übermäßige und eine genügsame Lebensweise“, antwortete die Jubilarin auf die Frage des Bürgermeisters nach ihrem „Geheimrezept“ für ihr hohes Alter. Allerdings bedauerte sie die mittlerweile stark beeinträchtigte Sehkraft.

„Das Leben hat zwar viel Arbeit und oft auch Mühen gekostet, aber ich habe es genossen, alles zu tun, was ich machen konnte und mir Spaß bereitet hat“, resümierte Elisabeth Moll anlässlich ihres 100. Geburtstags zufrieden.

Die Fränkischen Nachrichten schließen sich den vielen Glückwünschen an.

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