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Königshöfer Messemarkt - Monika Weberndörfer führt das Traditionsgeschäft „Rothenburger Knabbereien“ seit dem überraschenden Tod ihres Mannes im Jahr 2017

Königshöfer Messemarkt: Vom Bankschalter auf den Rummelplatz

Ein besonders beliebter und rege frequentierter Marktstand mit jahrzehntelanger Tradition auf dem Königshöfer Messemarkt sind die „Rothenburger Knabbereien“ von Monika Weberndörfer.

Von 
Peter D. Wagner
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Ein besonders beliebter und rege frequentierter Marktstand mit jahrzehntelanger Tradition auf dem Königshöfer Messemarkt sind die „Rothenburger Knabbereien“ von Monika Weberndörfer. © Peter D. Wagner

Königshofen. Gebrannte Mandeln, Magenbrot, Popcorn, Zuckerwatte sind Klassiker, die auf keinem Volksfest oder Markt fehlen dürfen – so auch auf dem diesjährigen Königshöfer Messemarkt. Der heute von Monika Weberndörfer geführte Schausteller-Familienbetrieb „Weigmann Süßwaren“ aus Neusitz bei Rothenburg ob der Tauber ist bereits seit rund sechs Jahrzehnten unter anderem auf der Königshöfer Traditionsmesse Stammgast.

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Gegründet vor Zweitem Weltkrieg

Gegründet wurde das Unternehmen nach dem Zweiten Weltkrieg von Walter Weigmann, dessen Eltern schon vor dem Krieg in der Markthändlerbranche unterwegs waren. Der aus Frankfurt/Main stammende Walter Weigmann lernte auf einem Jahrmarkt in Rothenburg seine spätere Ehefrau kennen und blieb daraufhin in der Region hängen. Einhergehend begann er mit der Herstellung und dem Handel gebrannter Mandeln. Aufgrund des Erfolges wurden der Betrieb und das Sortiment immer weiter ausgebaut, wobei gebrannte Mandeln, Magenbrot und Popcorn nach wie vor das wesentliche Kerngeschäft blieben.

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Etwa Anfang der 80er Jahre kamen „Der kleine Eispalast“ mit verschiedenen Softeisvariationen und in den 90er Jahren der Slush-Eis-Stand mit fruchtigen Erfrischungen hinzu, die seither ebenfalls zu den stetigen Ständen auf der Königshöfer Messe gehören.

Walter Weigmann führte den Betrieb, bevor ihn sein Sohn Dieter 1994 übernahm. Zu diesem Zeitpunkt kam Monika Weberndörfer bereits seit fünf Jahren regelmäßig als Begleiterin des Süßwaren-Unternehmens auf die Königshöfer Messe, nachdem die gelernte Bankkauffrau 1989 Dieter Weigmann kennengelernt und sich mit ihm liiert hatte. „Er kam als Kunde in die Bankfiliale, in der ich damals arbeitete. Und zwar mit der Bemerkung: Ich hebe Geld ab, um Sie zum Essen einladen zu können“, erzählt sie lachend. „Erst habe ich es nicht ernst genommen, sondern für einen Spaß gehalten, bis er am nächsten Tag wieder in die Bank kam und seine Einladung bekräftigte“.

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Andere Welt

Als angestellte Bankkauffrau mit geregelten Arbeitszeiten sei der Alltag als seine Lebensgefährtin und als Marktfrau zunächst eine äußerst ungewohnte sowie vollkommen andere Welt gewesen. „Ein anderer Zeit-, Arbeits- und Lebenszyklus, auch an Wochenenden und Feiertagen, als auch viel unterwegs“, beschreibt sie detaillierter die Herausforderungen und enormen Umstellungen, die sich daraus für sie ergaben. „Dieter hingegen kannte dieses Leben wie etwa auf der Königshöfer Messe von Kindesbeinen an“.

„Die Begeisterung meiner Eltern hielt sich absolut in Grenzen, Freunde und Bekannte waren ebenfalls sehr skeptisch, aber inzwischen haben sich alle längst an mein Leben auf Märkten als mobile Süßwaren-Händlerin gewöhnt“, schildert Monika Weberndörfer.

Ein schwerer Schlag war der jähe Tod ihres zu dieser Zeit 52-jährigen Lebensgefährten Dieter Weigmann im April 2017. „Ich stand plötzlich alleine mit dem Betrieb da“, berichtet sie. Anschaffungen, Buchhaltung, Platzbewerbungen, Transporte, Warenproduktion, Behördengänge, Bürokratie, Erfüllung von Auflagen und Dokumentationspflichten zählt sie exemplarisch für das gesamte Aufgabenspektrum auf. Dennoch habe sie sich entschlossen, die Tradition des Familienbetriebs fortzusetzen sowie weiterhin die Besucher und Kunden auf den Volkfest- und Marktplätzen wie etwa bei der Königshöfer Messe mit Süßwaren zu versorgen. Dabei habe sie dankenswerter Weise sehr viel unterstützende Hilfe aus dem Kollegenkreis erhalten.

Lkw-Führerschein gemacht

Mittlerweile wurde unter anderem der Fuhrpark teilweise erneuert, beispielsweise durch Anschaffung eines zusätzlichen und noch geräumigeren Verkaufswagens. Und um noch unabhängiger von Hilfen und Unterstützungen durch Freunde, Bekannte oder Kollegen zu sein, erwarb sie ein Jahr später den Führerschein für große Lkw.

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„Wir schätzen die beiden messefreien Tage in Königshofen“, betont Monika Weberndörfer. Entweder nutze sie den messefreien Montag und Mittwoch für Besorgungen und Erledigungen wie etwa Einkäufe bei Großhändlern sowie das Auffüllen des Warenbestandes oder jedoch für private Unternehmungen („das was andere Menschen üblicherweise am Wochenende tun“). „Wenn man schon lange Zeit regelmäßig auf einem Volksfest oder Markt ist, kennt man sich unter den Marktleuten auf den jeweiligen Plätzen sehr gut, so dass sich wirkliche Bekannten- und Freundeskreise entwickeln“, weiß Monika Weberndörfer wohl zu schätzen.

Besondere Qualitätsansprüche

Trotz der nur relativ geringen Entfernung zu ihrem Haus und Betrieb bei Rothenburg bleibt sie die ganze Woche über auf dem Königshöfer Messemarkt, auf dem sie in einem Wohnwagen logiert und übernachtet. „Dadurch habe ich mehr Ruhe, bin direkt am Geschäft und spare Zeit, die auf diese Weise besser nutzbar ist“, erklärt Monika Weberndörfer.

Besondere Qualitätsmerkmale der süßen Spezialitäten, mit denen sie überwiegend im süddeutschen Raum unterwegs ist, seien die Frische. „Sowohl unser umfangreiches Mandel- und Nusssortiment wird in unserem Verkaufswagen frisch und vor Augen unserer Kundschaft aus besten Rohstoffen hergestellt als auch unser Popcorn und die Zuckerwatte“, hebt Monika Weberndörfer hervor. „Durch ständige Fortbildungen sind wir auch in Sachen Sicherheit und Hygiene stets auf dem neuesten Stand“, beteuert sie.

„Es ist wichtig, die Qualitätsstandards kontinuierlich beizubehalten, denn eine negative Werbung spricht sich fast schneller herum als eine gute“, lautet dementsprechend eine der primären Devisen von Monika Weberndörfer.

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