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Gruppe Historisches & Kulturelles

Blick in die jüngere Geschichte

Ausstellung „Ansichtssache? Die Messestadt Königshofen und ihre Stadtteile Deubach, Messelhausen und Sachsenflur“ eröffnet

Von 
Peter D. Wagner
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Ausstellung eröffnet: (von links) Herbert Bieber, Bürgermeister Dr. Lukas Braun, Brigitte Simonson, Bernhard Geisler und Ulrich Stier. © Peter D. Wagner

Königshofen. Während der Königshöfer Messe laden seit vielen Jahren Vereine zu unterschiedlichen Ausstellungen in das Rathaus in Königshofen ein. Die Gruppe Historisches & Kulturelles Königshofen präsentiert die Ausstellung „Ansichtssache? Die Messestadt Königshofen und ihre Stadtteile Deubach, Messelhausen und Sachsenflur“. Dabei sind historische und seltene Ansichtskarten, Erinnerungsstücke und Fotografien sowohl aus Privatsammlungen als auch aus dem Fundus des Vereins zu sehen.

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Zur Ausstellungseröffnung am Freitagnachmittag hieß der Vorsitzende Bernhard Geisler zahlreiche Ehrengäste willkommen. „Im Abstand von fast zwei Generationen wollen wir mit unserer neuen Ausstellung die Ausgangssituation zu Beginn der 1970er-Jahre beleuchten und den jüngeren Generationen vor Augen führen, wie fragil die Demokratie auch in unserem Land ist“, erklärte Geisler in seiner Eröffnungsansprache. Dabei werde gezeigt, dass die Zeit von 1972 bis 1975 einen wesentlichen Teil der jüngeren Geschichte Königshofens und seiner Stadtteile darstelle, bis parteipolitisch motiviert, die Mehrheit im Baden-Württembergischen Landtag mit Unterstützung der Rechtsprechung Grundsätze der Demokratie wie zum Beispiel das Selbstbestimmungsrecht von Gemeinden aushebeln konnten. „Zum Jahresbeginn 1972 haben sich die bis dahin eigenständigen Dörfer Deubach, Messelhausen und Sachsenflur der Stadt Königshofen als Ortsteile angeschlossen. Dies geschah freiwillig und entsprach dem Willen der Bürger dieser drei Dörfer“, so Geisler.

Kritik übte er am Zusammenschluss mit Lauda. Man habe Königshofen das Recht auf Selbstverwaltung abgesprochen.

„Die aktuellen Diskussionen um eine mögliche Abschaffung der unechten Teilortswahl zeigen meiner Ansicht nach ganz deutlich, dass auch nach fast 50 Jahren ein ‚Wir-Gefühl’ in dieser Stadt nicht entstanden ist“, argwöhnte er. Dies liege insbesondere an den räumlichen Abständen der einzelnen Stadtteile sowie an den kulturellen, religiösen, parteipolitischen und ortsspezifischen Entwicklungen. Abschließend dankte er allen Akteuren, Helfern und Unterstützern der Ausstellung sowie insbesondere der stellvertretenden Vereinsvorsitzenden Brigitte Simonson für deren Engagement.

„Unsere heute Gesamtstadt Lauda-Königshofen ist seinerseits nicht aus einer Liebesheirat hervorgegangen, manche Bürger Königshofens sprachen von einer Zwangsehe“, verhehlte Bürgermeister Lukas Braun nicht. Dies liege bald ein halbes Jahrhundert zurück. „Heute weist Lauda-Königshofen eine städtische Struktur auf, die sich eben auf zwei historische Stadtkerne ausrichtet und konzentriert. Man muss bei aller Nostalgie anerkennen, dass zwei selbstständige, kleiner Einzelstädte Königshofen und Lauda heute mit Blick auf die Vorgaben der Raumordnung und Regionalplanung hinsichtlich Infrastruktur und Handel nicht dasselbe Potenzial hätten wie die Gesamtstadt Lauda-Königshofen“, gab der Bürgermeister zu bedenken, der die Attraktivität, historischen Sehenswürdigkeiten und strukturelle Gewichtung Königshofens hervorhob. „Heute verfügt die Messestadt Königshofen über eine zentrale Funktion insbesondere für die südlichen Stadtteile, für das Balbachtal und für das Umpfertal. Dies ist nur durch die Tatkraft und das Engagement der Vereinslandschaft und Ehrenamtlichen zu stemmen, die auch bei der Ausstellung zum Ausdruck kommt.“

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