Konzert

Böhmische Blasmusik mit Leidenschaft präsentiert

Die Kapelle „BlechIntakt“ und das Quintett „Notenhobler“ entführten das Publikum in die Welt traditioneller Volksmusik bis weit nach Mitternacht

Von 
Hans-Peter Wagner
Lesedauer: 
Die Kapelle „BlechIntakt“ besteht seit elf Jahren und begeisterte das Publikum durch ihre leidenschaftliche Spielfreude und das abwechslungsreiche Repertoire. © Hans-Peter Wagner

Külsheim. Ein Abend und zwei Kapellen hieß es am Samstag in Külsheim. Der Musikverein Uissigheim hatte in die Stadthalle eingeladen. „BlechIntakt“ und „Die Notenhobler“ spielten auf.

Rund 240 Zuhörerinnen und Zuhörer waren zu diesem musikalischen Abend mit bester Blasmusik gekommen, darunter einige Musikliebhaber aus dem Raum Fulda. Sie alle hatten ihre wahre Freude an dem Konzert zum elfjährigen Bestehen des Ensembles „BlechIntakt“ und den Stücken der Gastkapelle „Die Notenhobler“.

Matthias Heinrich, Vorsitzender des ausrichtenden Vereins, konstatierte, „zehn Jahre“ seien ein Grund zu feiern, Corona bedingt sei man nun eben bei elf. Man sei nun froh, diese Veranstaltung feiern zu können. Der Sprecher von „Blechintakt“ freute sich über den „wunderschön gefüllten Saal“. Er betonte, fortan wolle man mit Musik „vom Böhmerland bis Oberkrain“ aufwarten.

Mehr zum Thema

Katholische Gemeinde

Külsheimer feiern tolles Pfarrfest

Veröffentlicht
Mehr erfahren

Dieses löbliche Vorhaben setzten „BlechIntakt“ mit großer Lebhaftigkeit um, die Zuhörer waren mit ähnlicher Begeisterung mit dabei. Die Blasmusiktruppe spielte zu Beginn „Jubelklänge“, „B wie Böhmisch“ und „Tanz mit mir“. Die Kapelle imponierte durch Perfektion und Spielfreude, welche sich flugs auf die gesamte Zuhörerschaft übertrug. Warum das Blasorchester „Blechintakt“ als Motto „Böhmisch ist unsere Leidenschaft“ gewählt hatte, zeigte sich sogleich. Auch deshalb hat das Orchester einen festen Platz inder Blasmusikszene.

Imponierendes Klangvolumen

Das Publikum erfreute sich an den Stücken „Chiribiribin“, „Frankonianka“ und „AK-Swing“ und mittelbar bestrickender Tonfolgen innerhalb eines imponierenden Klangvolumens. „BlechIntakt“ spielte in prächtiger Stimmung auf und bot Blasmusik der sehr feinen Art. Dies zeigte sich auch bei „Im weißen Bräuhaus“ und „Danke Peter“. Die eingängigen Werke ließen die Herzen der Blasmusikfreunde höher schlagen, weil sie einen wahren Ohrenschmaus bedeuteten.

Auch bei „Löffelpolka“, „Böhmische Serenade“ und „Der Lieblingstrommler“ agierte die Gruppe musi- kalisch eindrucksvoll. Leidenschaft stand auch hier im Mittelpunkt und wurde vom Publikum kräftig beklatscht. Ein weiterer Punkt, der die Zuhörer in den Bann zog und den Abend genussvoll werden ließ, waren die sprachlichen Intermezzi, die mit kräftigen Sprüchen gespickt waren. Diese trafen das Publikum am richtigen Fleck.

Nach einer Pause betörten weitere musikalische Leckerbissen. Das Konzert wurde mit „Gablonzer Perlen“, „Rauschende Birken“ und der „Fuchsgraben Polka“ fortgesetzt. „BlechIntakt“ war musikalisch mit volkstümlichen Tönen unterwegs. Die Damen und Herren intonierten dynamisch und filigran zugleich, präsentierten beste Spiellaune und eine ausgereifte musikalische Qualität.

Beste Spiellaune

Diese positiven Eigenschaften waren auch bei der von Polka dominierten Phase wahrzunehmen. Die Zuhörer gingen prächtig mit bei der „Kuschelpolka“, der „Heidrun Polka“ und der „Polka 37“. Die Amateure entführten mit einem beachtlichen Repertoire vorzüglich in die Welt der böhmischen Blasmusik und animierten das Publikum zum Mittun. Dieses wiederum erfreute sich an den tollen Klängen. Das Musikerlebnis erster Güte wurde fortgesetzt mit den Liedern „Dem Land Tirol die Treue“, „Chodunska“ und „Böhmische Liebe“.

Das Publikum blieb weiter gefesselt von der Blasmusik und der Art und Weise, wie „BlechIntakt“ auf-spielten. Zur Verabschiedung war „Bis bald auf Wiedersehn“ zu hören, als Zugaben für das begeistert mitklatschende Publikum gab es „Auf der Vogelwiese“ und „Böhmischer Traum“. Es erwies sich als offensichtlich, dass das Spiel der böhmischen Weisen durch die Musiker zum einen und das gemeinsame leidenschaftliche Erleben des Publikums sehr gut zusammen passten.

Weiter ging der vergnügliche Abend mit der Gastkapelle „Die Notenhobler“. Die ebenso sympathi-schen Vollblutmusiker begeisterten das Publikum mit ihrer mitreißenden Art und ihrer stimmungsvollen Musik. Das vielseitige Quintett mit der besonderen Vorliebe für den Oberkrainer-Sound bot Stücke in diversen musikalischen Stilrichtungen und nahm die Zuhörerinnen und Zuhörer mit Verve bis nach Mitternacht mit.

Der musikalische Samstagabend in der Festhalle in Külsheim darf mit Fug und Recht als gelungen bezeichnet werden.