„Der kleine Gnadenhof“ - Tierliebe Menschen fanden sich am Sonntag zum Hoffest zusammen / Brigitte Leimbach berichtet über Katzenhilfe Auf Tuchfühlung mit Haus- und Hoftieren

Von 
Jasmin Mohr
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Tierliebe zum Anfassen gab es für die Besucher beim Hoffest des Gnadenhofs. © Jasmin Mohr

Die Spenden sind gut angelegt: Am Sonntag feierte „Der kleine Gnadenhof“ in Kreuzwertheim mit zahlreichen Gästen sein Hoffest.

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Kreuzwertheim. Für eine kleine Spende konnten die Besucher des Hoffests in Kreuzwertheim am Sonntag ein Schaf kaufen, welches nicht nur äußerst niedlich aussah, sondern – da es sich um einen Cupcake handelte – auch noch lecker schmeckte. „Frischkäse für das Fell“, verriet die Spenderin dieser Leckerei für das Kuchenbuffet.

Die Spenden sind sichtbar gut angelegt. „Der kleine Gnadenhof“ verändert sich ständig. Ansprechende Informationen zu den Tieren finden die Besucher an den Gehegen wie in einem Miniatur-Zoo. Nicht nur der Tier-, sondern der gesamte Umweltschutz ist ihnen ein Anliegen, so Birgit Hofacker, die Lebensgefährtin des Vereinsgründers Willfried „Wille“ Bechtel. Bei ihrem Stand beim Bauernmarkt verwenden sie Mehrweg-Geschirr und Besteck.

Wasserspenden helfen im Sommer

Der Hof hat weder Strom- noch Wasseranschluss. Regen wird überall wo es möglich ist aufgefangen. In der Hitzeperiode vergangenen Jahres überlebten die Tiere mit Wasserspenden. „Da war alles dabei, vom Container auf dem Anhänger bis zu Flaschen von Schulkindern“, erinnert sich Hofacker.

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Als ein nettes Zusammensein tierlieber Menschen ist das Hoffest inzwischen zu einer Institution geworden. Viel Mühe stecken die Helfer hinein, um die Wünsche der Besucher zu erfüllen. Einige nutzen die Gelegenheit, um einmal jährlich ihren Kindern einen besonders schönen Tag hier zu ermöglichen.

Andere sind mehrmals wöchentlich mit der Familie bei den Tieren und profitieren von dem Informations-, Unterhaltungs- und Speisenangebot.

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Einen viertelstündigen Vortrag über die Katzenhilfe in und um Würzburg Mainfränkischer Tierschutz hielt deren Vorsitzende Brigitte Leimbach. Die Möglichkeiten der Registrierung aller Haustiere stieß auf großes Interesse.

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Ein Hunderennen gab es wegen dem geringen Teilnehmerfeld dieses Jahr nicht. Dafür tummelten sich die vorwiegend jüngeren Gäste wieder begeistert am Glücksrad und dem Basteltisch. Stars waren auch an diesem Wochenende beim Hoffest die „Alten und Kranken“ beziehungsweise alle Tiere, die hier ein Zuhause gefunden haben.

Ein Zuhause gefunden

Eine Henne, die heimlich gebrütet hatte. Der Problemfall, ein Hahn, der vor allem Kindern gegenüber aggressiv war und endlich ein gutes Zuhause gefunden hat.

Von vielen spannenden Geschichten weiß Hofacker den interessiert Nachfragenden zu berichten. Für ihre tierische Liebe kommt sie jedes Wochenende extra aus Ludwigsburg. Das Wetter hat dieses Jahr mitgespielt und etwa 100 Zwei- und Vierbeiner auf das artengerechte Gelände gelockt. Alt und Jung gingen auf Tuchfühlung mit den Haustieren. Nicht nur ein gestandener Mann fragte vorsichtig am Gänsegehege: „Kann man die streicheln?“ Ein muskulöser, tätowierter Oberarm wird nur zaghaft bei den Ponys ausgestreckt.

Die Besucher sind sich einig: „Die sind doch viel lieber als Gänse.“

Freie Autorenschaft Freie Mitarbeiterin (Fränkische Nachrichten, früher auch Wertheimer Zeitung) seit 1996, Redakteurin Magazin "Quappe" der grün-alternativen Hochschulgruppe Karlsruhe, div. wissenschaftliche Beiträge mit u.a. Konferenz-Vorträgen, aktuell Doktorandin, intensive Auslandserfahrung Asien und Afrika