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Sammelcontainer aufgestellt - In Dörzbach kann man altes Speiseöl und Speisefette abgeben

In Dörzbach ist jeder Tropfen Altfett ein Beitrag zum Klimaschutz

Von 
Elisabeth Englert
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Jeder Tropfen zählt – das finden auch die Vertreter der Gemeinde Dörzbach, der örtlichen Feuerwehr und des Edeka-Marktes Geiger: (von links) Christian Hilbert, Projektleiter der Firma „Jeder Tropfen zählt“, Bürgermeister Andy Kümmerle, Sebastian Damm, Geschäftsführer der Abfallwirtschaft Hohenlohekreis, Initiator Roland Weissert, Geschäftsführer der EDi Energie-Direkt Hohenlohe GmbH sowie Andreas Reise von Veolia (Sechster von rechts). © Elisabeth Englert

Dörzbach. „Jeder Tropfen zählt“ – dieses Projekt zur Sammlung und Verwertung von Speiseöl und -fetten geht im Hohenlohekreis in die zweite Runde. Nach Öhringen wurde nun auch Dörzbach mit einem Sammelcontainer ausgestattet. „In der Jagsttalgemeinde wollen wir sehen, ob das Projekt auch hier in ländlichen Regionen ebenso gut ankommt wie beim Pilotversuch in der Großen Kreisstadt Öhringen“, erklärt Sebastian Damm, Geschäftsführer der Abfallwirtschaft Hohenlohekreis.

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Hierbei können alle Bürger Ölreste aus Konserven oder übriggebliebenes Bratfett abgeben und dazu beitragen, dass aus ihrem Altfett umweltfreundlicher Bio-Kraftstoff gewonnen werden kann.

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Umständlich? Mitnichten, denn ab sofort finden alle Haushalte eine 1,2 Liter fassende, grüne Plastikflasche vor ihrer Haustüre, die dann mit Resten befüllt am Automaten auf dem Parkplatz vom Edeka-Markt Geiger abgegeben werden kann. „Man muss dahin gehen, wo die Menschen sind“, unterstreicht Damm den frequentierten Standort des Automaten, denn so eine kleinteilige Sammlung müsse von den Menschen gelebt werden. Bei einem Landkreis von über 100 000 Einwohnern komme ordentlich was zusammen, darum müsse man das Thema von unten anschieben.

Er übermittelte auch die Grüße von Umweltstaatssekretär Andre Baumann, denn auch in Stuttgart habe man die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Altspeisefette und -öle landeten viel zu oft im Küchenabfluss und könnten somit Verstopfungen im Kanalnetz oder Störungen in den Kläranlagen verursachen. Darüber hinaus stehe das energiereiche Material für eine ökologisch sinnvolle Kreislaufführung nicht mehr zur Verfügung. Daher werde der Versuch mit großem Interesse verfolgt. Sollte diese Sammlung aus privaten Haushalten erfolgreich verlaufen, werde dieses System viele Nachahmer im Land finden, ließ der Staatssekretär durchblicken. Christian Hilbert von der Firma „Jeder Tropfen zählt“ freut sich über den erfolgreichen Start in Öhringen, bei dem in den ersten sechs Monaten 200 Gramm pro Kopf gesammelt wurden. Damit liege man über dem Durchschnitt. Wichtig sei, dass das System „zum Bürger kommt und einfach ist.“

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Ob Panadereste im Bratfett, Kräuterreste im Olivenglas oder Reste aus der Konservendose mit den Ölsardinen – schlichtweg alles dürfe in die Sammelflasche gefüllt werden, um dann mechanisch „aufbereitet und upgecycelt“ zu werden. Was im europäischen Ausland schon seit langem gang und gebe sei, wurde für Deutschland kompatibel angepasst durch die Mehrwegsammelflaschen. Somit komme das System zu den Verbrauchern, legt Hilbert dar.

Klar, dass dieses nicht ohne Partner wie Familie Geiger vom Edeka-Markt auskomme, die dankenswerterweise den „autarken und intelligenten Automaten“ auf ihrem Parkplatz aufstellen ließ. Die befüllte Kunststoffflasche könne am Sammelbehälter abgegeben werden, der dann im Gegenzug eine saubere, leere Flasche ausgebe.

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Roland Weissert, Geschäftsführer der EDi Engergie-Direkt Hohenlohe GmbH, Bio-Kraftstoff-Pionier im Hohenlohekreis und Initiator dieses Projekts betont die immer stärker werdende Regionalität bei der Energiegewinnung, gerade vor der aktuellen geopolitischen Lage. „Jede neue Sammelstelle trägt dazu bei, dass aus bestehenden Rohstoffen Kraftstoff hergestellt werden kann.“ Dieses belaste die Umwelt bis zu 90 Prozent weniger mit Kohlenstoffdioxid als fossiler Diesel. „Diese Möglichkeit müssen wir nutzen“, bekräftigt er sein Engagement und freut sich über die bislang positiven Rückmeldungen. Damit habe man nicht gerechnet.

Auch Veolia, ein seit Jahrzehnten global agierendes Unternehmen, das sich für ökologische Transformation stark macht, ist als neuer Projektpartner mit von der Partie und betrachtet dieses Vorhaben als „wichtigen Innovationsbaustein“, denn hier liege eine Ressource, die zu wenig genutzt werde, erklärt Andreas Reise, Betriebsleiter des Standorts in Bretzfeld. „Jeder Tropfen zählt“ passe als Klimaschutzprojekt ideal zur Firmenphilosophie. Daher werde er dieses Projekt im Landkreis mit Freude und Tatkraft unterstützen. „Da haben Sie die richtige Gemeinde ausgewählt“, schmunzelt Dörzbachs Bürgermeister Andy Kümmerle und ist überzeugt, „dass viele mitmachen.“ Das Projekt mache deutlich, wie leicht sich Umweltschutz und Nachhaltigkeit im Alltag jedes Einzelnen integrieren lasse. Ausdrücklich dankt er der Feuerwehr, speziell der Jugendwehr, die das Verteilen der Sammelflaschen an die Privathaushalte übernehme. Nun könne fleißig gesammelt werden, denn „wir sind so erfolgreich wie Öhringen“, legte der Rathauschef die Messlatte für seine Bürger augenzwinkernd hoch.

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