Windpark Gerichtstetten - Landesweit erster Schwertransport ohne Polizeibegleitung Pilotprojekt entlastet Beamte

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Wolfgang Weniger
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Mit gedrosseltem Tempo schlängelte sich der Schwertransport in der Nacht auf Freitag durch Gerichtstetten. Auch ein Fernsehteam des SWR nutzte diese Gelegenheit für Aufnahmen.

© Wolfgang Weniger

Ahorn/Gerichtstetten. Während mancherorts noch über Standorte für Windkraftanlagen gestritten wird, zwängte sich in der Nacht auf Freitag in Buch (Ahorn) und Gerichtstetten der erste Schwertransport zur Anlieferung der Teile für den Windpark Gerichtstetten geschickt durch die Straßen. Die Besonderheit dabei war, dass dieser Schwertransport im Rahmen eines Pilotprojekts in Baden-Württemberg erstmals ohne die bisher übliche Polizeibegleitung erfolgte.

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Angesichts dieser Premiere stand kurz nach Mitternacht Bernhard Döpfner vom Führungs- und Einsatzstab des Polizeipräsidiums Heilbronn an der Autobahnanschlussstelle Ahorn einem Fernsehteam des SWR und weiteren Pressevertretern Rede und Antwort. Ein erster Anlauf am Freitag vergangener Woche war wegen des Sturmtiefs "Xavier" buchstäblich vom Winde verweht worden.

Die Zahl der Schwertransporte hat zuletzt stark zugenommen. Deren Sicherung durch die Polizei bindet viel Personal, das dann für andere Bereiche nicht zur Verfügung steht. Daher wird die Aufgabe der polizeilichen Absicherung künftig verstärkt an sogenannte Verwaltungshelfer übertragen, die damit zu einer Art Hilfspolizei werden, um die Polizeibeamten zu entlasten. "Diese dürfen aber nur auf Basis einer straßenverkehrsrechtlichen Anordnung tätig werden", so Döpfner.

Die Streckenrouten werden zuvor von der Polizei und den zuständigen Behörden festgelegt und fordern oft eine lange und intensive Vorbereitungszeit. Die Behinderungen im normalen Straßenverkehr sollen dadurch auf ein Mindestmaß reduziert werden.

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Dafür erhalten die Verwaltungshelfer eine besondere Ausbildung, die von den Behörden überprüft wird. Bei ihrer Arbeit bedienen sie sich "BF4" Begleitfahrzeugen, die besonders für Schwertransporte außerhalb der Autobahnen ausgestattet sind. Diese können bis zu elf verschiedene Verkehrszeichen abstrahlen, und das nach allen vier Fahrzeugseiten.

Obwohl sich die Transporte normalerweise bemühen, zügig an ihrem Abladeort einzutreffen, gab es zumindest am Freitagmorgen an der Autobahnausfahrt einen außerplanmäßigen "Presse-Stopp". Auch an der Abbiegung in Gerichtstetten Richtung Eubigheim machte der Transport wegen seiner Breite von gut fünf Metern etwas langsamer.