Geburtstag

Mann der Tat hat viele Akzente gesetzt

Erfelds früherer Ortsvorsteher Peter Czemmel wird 80 Jahre alt

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ad
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Erfeld. Peter Czemmel ist ein Mann der Tat: Mehr als 36 Jahre lang vertrat er als Ortsvorsteher die Interessen Erfelds, durchlief als Feuerwehrmann sämtliche Ehrungen, erwarb sich große Verdienste um den SC Erfeld und betrieb mit Erfolg ein eigenes Baugeschäft. An seinem heutigen 80. Geburtstag blickt er zufrieden auf seine Lebensleistung zurück – durchaus zu Recht.

Geboren am 24. Januar 1943 im ungarischen Großschmied (Nagykovácsi), kam er nach der Vertreibung 1946 mit seiner Familie nach Erfeld. Dort besuchte er die Volksschule, erlernte den Maurerberuf und absolvierte die Meisterprüfung; 1967 wagte er den Schritt in die Selbstständigkeit und gründete sein eigenes Baugeschäft.

Peter Czemmel wird 80 Jahre alt. © Adrian Brosch

Zeitgleich erbaute Peter Czemmel sein Eigenheim. Den Weg in die Kommunalpolitik fand der Vater zweier Töchter und Großvater eines Enkels im Jahr 1975: Seinerzeit war er erstmals in den Ortschaftsrat des erst kurz zuvor nach Hardheim eingemeindeten Erfelds gewählt worden. Auf Anhieb übernahm Czemmel das Amt des Ortsvorsteher-Stellvertreters, ehe er von 1978 bis 2014 als Ortsvorsteher im Dauereinsatz für „sein“ Erfeld war.

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Unter seiner Ägide erfuhr Erfeld stetige Weiterentwicklung – so wurden Projekte wie das Hochwasserrückhaltebecken in Richtung Waldstetten, der Erfeld betreffende Abschnitt des heutigen „Mühlenradwegs Erftal“, die Neugestaltung des Friedhofsareals und der Kirchbergklause mit Vereinsraum, die Renovierung des Bildstocks an der Pfarrkirche St. Wendelin sowie das Neubaugebiet „Steigenäckerweg II“ verwirklicht.

Viele Ehrungen

Unvergessene Akzente setzten zudem die 750-Jahr-Feier im Jahr 1994 unter Mitwirkung der gesamten Dorfgemeinschaft sowie der stolze dritte Platz am Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ 1996. Als bekennender Befürworter erneuerbarer Energien trieb Peter Czemmel ab der Jahrtausendwende auch den Bau der Windkraftanlagen auf Erfelds Gemarkung voran: Heute generieren sie Strom für 4000 Haushalte.

Angesichts dieses Engagement versteht es sich fast von selbst, dass der Jubilar zahlreiche Ehrungen erfuhr: Bereits 1988 erhielt er die Landesehrennadel, 1989 die Silberne und 2011 die Goldene Ehrennadel des Gemeindetags Baden-Württemberg; 2014 überreichte ihm Hardheims damaliger Bürgermeister die Bürgermedaille in Silber. Die Freien Wähler zeichneten Peter Czemmel 2002 mit der Silbernen Ehrennadel und 2020 mit der Silbernen Ehrenmedaille des Landesverbands Baden-Württemberg aus.

Imposant lesen sich auch seine Verdienste um die Erfelder Vereinswelt, wobei sich der Jubilar hier zwei Schwerpunkte gesetzt hat – zum Einen das ehrenamtliche Löschwesen, zum Anderen die sportliche Ertüchtigung: Bereits 1962 trat er der Feuerwehr Erfeld bei, deren Kommandant er von 1966 bis 1981 war. 2003 wurde Peter Czemmel zum Ehrenkommandanten ernannt. 1998 erhielt er zudem die Silberne Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbands, 2002 das Feuerwehr-Ehrenzeichen in Silber und 2012 Selbiges in Gold. Zuletzt wurde er im September 2022 für seine 60-jährige Tätigkeit als Brandmeister geehrt.

Auch dem SC Erfeld ist der rüstige „Achtziger“ seit Jahrzehnten eng verbunden: Von 1978 bis 1991 wirkte Czemmel als Vorsitzender, in dessen Amtszeit der Vereinsraum und die neue Flutlichtanlage errichtet wurden. 1993 wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt und erhielt die Ehrennadel in Silber des Badischen Fußballverbands.

An seinem heutigen 80. Geburtstag stellt er einmal mehr klar, dass diese Verdienste sich letztlich als „Gemeinschaftsleistung“ bezeichnen lassen: Peter Czemmel versteht sich als echter Teamplayer, dessen Augenmerk stets auf einvernehmlicher und offener Zusammenarbeit ruht. Das umschreibt auch eine Anekdote, die er zum 40-jährigen Bestehen der Gesamtgemeinde Hardheim im Sommer 2015 geteilt hatte: „Man hat sich nach den Sitzungen immer in die Augen sehen und ein gemeinsames Glas Bier trinken können!“, resümierte er seinerzeit.

Seinen Ehrentag verbringt er im Kreise der Familie, zu der seit 2006 auch Lebensgefährtin Christel Heinle gehört. Wenngleich der allzu frühe Tod seiner Frau Erika ein herber Schlag war, freut sich Peter Czemmel über dieses späte Glück. Den sicher zahlreichen Gratulanten schließen sich die Fränkischen Nachrichten mit besten Glück- und Segenswünschen an. ad