Jahreshauptversammlung

Freude über Logistik-Gerätewagen

Fahrzeug offiziell an Freiwillige Feuerwehr, Abteilung Grünsfeld, übergeben. Gute Entwicklung festgestellt

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feu
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Übergabe des neuen Logistik-Gerätewagens mit (von links) Tilo Sobotta, Mario Bayer, Abteilungskommandant Markus Kurz, Stadtkommandant Philipp Schenk, Matthias Beil und Bürgermeister Joachim Markert © Ulrich Feuerstein

Grünsfeld. Seltenes Jubiläum: Die Feuerwehrabteilung feiert in diesem Jahr ihren 160. Geburtstag. Von Altersschwäche freilich keine Spur. Die Floriansjünger präsentierten sich bei der Jahreshauptversammlung im Feuerwehrgerätehaus jung und dynamisch wie nie.

Personell neu aufgestellt

Vier Jahre sind eigentlich nicht lang. Trotzdem kann in dieser Zeit viel passieren. Bei der Grünsfelder Feuerwehrabteilung hat sich seit der letzten Jahreshauptversammlung im Jahr 2019 einiges getan. Die Floriansjünger haben die Corona-Zwangspause genutzt, um sich neu aufzustellen. Das fängt schon bei der Führungsmannschaft an. Die wurde quasi runderneuert. Neuer Abteilungskommandant ist Markus Kurz, seine beiden Stellvertreter heißen Philipp Spang und Tilo Sobotta. Das Amt des Kassierers übt Gabriel Weber aus, Schriftführer ist Florian Feuerstein. Pascal Baunach und Mario Bayer wurden zu Gerätewarten ernannt und unterstützen damit Tilo Sobotta. Bastian Retzbach fungiert als Jugendgruppenleiter.

Erfreuliches wusste Markus Kurz vom Personal zu berichten. „Die Entwicklung ist durchweg positiv“, betonte der Abteilungskommandant. 71 aktive Floriansjünger zählt seinen Angaben zufolge die Grünsfelder Abteilung, zehn Alterskameraden und 15 Jugendliche kommen hinzu. Sichtlich stolz wies Kurz auf die jüngste Vergangenheit hin: „Im Zeitraum von vier Jahren kamen 21 neue aktive Mitglieder hinzu.“ Der Altersdurchschnitt betrage derzeit rund 34 Jahre. Bemerkenswert ist auch die Zahl von 33 Atemschutzgeräteträgern. „So viele hatten wir noch nie.“

Mittlerweile hat der Übungsbetrieb wieder Fahrt aufgenommen. „Die Beteiligung an den Übungen ist sehr hoch“, lobte Kurz. Vor allem die jüngeren Mitglieder seien mit Eifer bei der Sache. Auch die betagteren Semester sind, so Kurz, gern gesehen. Das Erfolgsrezept: „Die Mischung aus Erfahrung und Dynamik macht’s.“

Jugendfeuerwehr

Die Begeisterung für die Feuerwehr wird schon in der Jugend geweckt. Sechs Mädchen und neun Buben im Alter von zehn bis 15 Jahren zählt die Nachwuchsabteilung. „Spiel und Spaß stehen im Vordergrund“, erzählte Niklas Földi. Ein abwechslungsreicher Übungsplan, gepaart mit Freizeitaktivitäten garantiere, dass für jeden etwas dabei ist. Niklas Földi schwärmte von der besonderen Atmosphäre: „Die Jugendlichen kommen außerhalb des normalen Alltages mit Freunden zusammen, werden ernst genommen, lernen, Verantwortung zu tragen und können mitentscheiden.“

Die Feuerwehr war auch während Corona gefragt. 2019 verzeichnete die Abteilung Grünsfeld 22 Einsätze. 2020 gingen sie auf 14 zurück, um 2021 (36 Einsätze) und 2022 (33) wieder anzusteigen. Im noch jungen Jahr 2023 wurden die Floriansjünger schon dreimal alarmiert. „Von der Brandmeldeanlage über Verkehrsunfälle und klassische Brandeinsätze bis hin zu Unwetterereignissen und Vegetationsbränden war alles dabei“, berichtete Markus Kurz.

„Wir haben Corona finanziell gut überstanden“, erklärte Philipp Spang. Seinem Kassenbericht war zu entnehmen, dass die Einnahmen sprudeln, nachdem wieder Feste stattfinden können. Es bleibt seinen Ausführunge zufolge genügend Geld für die Kameradschaftspflege übrig. Deshalb zögerte die Versammlung nicht, ihn und den gesamten Vorstand einstimmig zu entlasten.

Zahlreiche Beförderungen

Corona hat zu einem Beförderungsstau geführt. Bei der Jahreshauptversammlung erhielten alle Kameraden, die die erforderlichen Dienstjahre erfüllt und die notwendigen Lehrgänge absolviert haben, neue Abzeichen. Es waren dies: Jens Bamberger, Pascal Baunach, Marvin Bayer, Danny Dürr, Timo Dürr, Florian Feuerstein, Niklas Földi, Felix Geiger, Markus Kraft, Felix Kuhn, Tim Landwehr, Tobias Metzger, Bastian Retzbach, Pascal Schad, Yannick Schäfer, Alex Väth, Gabriel Weber (alle Oberfeuerwehrmann), Manuel Baunach, Mario Bayer, Patrick Endres, Steven Stürmer (alle Hauptfeuerwehrmann), Andreas Bauereis, Adrian Bayer, Tilo Sobotta, Frank Fuchs (alle Oberlöschmeister), Helmuth Retzbach (Hauptlöschmeister), Markus Kurz (Brandmeister), Philipp Schenk (Oberbrandmeister).

Bei der Jahreshauptversammlung standen auch einige Wahlen an. Dem Abteilungsausschuss gehören künftig an: Pascal Baunach, Mario Bayer, Florian Deinert, Patrick Endres, Florian Feuerstein, Tobias Metzger, Bastian Retzbach und Gabriel Weber. In den Gesamtfeuerwehrausschuss wurde Florian Feuerstein entsandt. Als Kassenprüfer fungieren Thorsten Bamberger und Hubert Endres.

Die Feuerwehr bekam Zuwachs. Stadtkommandant Philipp Schenk verpflichtete drei Kameraden per Handschlag und nahm sie damit in die aktive Wehr auf. Es handelte sich dabei um Frank Fuchs, Jens Haag und Steven Kraus. „Als Quer- und Wiedereinsteiger sind sie eine Bereicherung“, versicherte Schenk.

Der Stadtkommandant lobte in seinem Grußwort die Bereitschaft der Kameraden, Lehrgänge zu besuchen. Gleichzeitig ermunterte er sie, weiterhin wissbegierig zu sein. Nur so könne die Einsatzfähigkeit gewährleistet werden. Die ist seiner Meinung nach dringend notwendig. Der Stadtkommandant rechnete mit weiter steigenden Einsätzen. Das liege allein schon daran, dass die Grünsfelder Wehr künftig auch bei Vorfällen auf der Autobahn A 81 alarmiert werde.

„Sie leisten eine wichtige Arbeit für die Kommune und ihre Bürger“, hob Joachim Markert in seinem Grußwort hervor. Der Bürgermeister staunte über die Schnelligkeit, mit der die Floriansjünger an den Einsatzort gelangen. „Das kann Leben retten“, zeigte er sich überzeugt.

Erfolgreiche Einsätze benötigen gute Rahmenbedingungen. Auch wenn dazu finanzielle Anstrengungen notwendig sind. „Der Gemeinderat will die Entwicklung begleiten“, versprach Markert. Beispielsweise beim Feuerwehrgerätehaus. Das ist zwar erst zehn Jahre alt, platzt aber schon aus allen Nähten. Der Bürgermeister kündigte einen Anbau an, der rund 800 000 Euro kosten soll. Modernes Gerät ist ebenfalls vonnöten. Ein Mannschaftstransportfahrzeug für rund 150 000 Euro ist als nächste Anschaffung vorgesehen.

Neuanschaffung

Bekommen hat die Feuerwehr zuletzt einen neuen Logistik-Gerätewagen. Dabei handelt es sich um die Ersatzbeschaffung für den über 20 Jahre alten Schlauchwagen. Das Neufahrzeug ist ein 10,5 Tonnen MAN mit Staffelkabine, Kofferaufbau und teilbarer Ladebordwand. Die Beladung wird bei diesem Fahrzeug in Form von Rollcontainern mitgeführt, wodurch das Fahrzeug individuell an die Einsatzbedürfnisse und den örtlichen Begebenheiten ausgerüstet werden kann. Standardmäßig ist das Fahrzeug mit 1000 Meter Schlauchmaterial, einer Tragkraftspritze und einem Faltbehälter mit zehn Kubikmetern für den Brandeinsatz beladen. Darüber hinaus stehen weitere Rollcontainer-Module zur Verfügung.

Weil bislang keine Gelegenheit war, übergab Bürgermeister Markert das Fahrzeug im Rahmen der Jahreshauptversammlung offiziell. Matthias Beil, Mario Bayer, Florian Deinert, Tilo Sobotta und Philipp Schenk vom Fahrzeugausschuss freuten sich über die Neuanschaffung. „Der Gerätewagen hat uns bei einigen Einsätzen schon gute Dienste geleistet“, sagte Stadtkommandant Schenk. feu