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Näh Fix & Chill

Archivartikel

Yoga ist sowas von gestern. Heute gibt es einen neuen Trend in der Stadt: Nähen. Richtig gelesen, Nähen! Aus Stoffen Kleider oder Taschen basteln. Bei Naschl, einer Nähwerkstatt in der Neckarstadt, können vom Alltagsstress Geplagte Stoffe aussuchen und dann unter Anleitung an einer der modernen Maschinen Nähen lernen. Ratata, ratatatata, ratata, erklingt es von der Nähmaschine. „Man kann dabei so gut vom Alltag abschalten“, schwärmt Inhaberin Nadja Fuß.

Von Berlin nach Mannheim

Die Berlinerin lebt seit 2011 mit ihrer Familie in Mannheim. Sie arbeitete zuvor als Diplom-Kauffrau in der Touristikbranche in der Hauptstadt, bis sie eines Tages das Nähen kennenlernente. „In meinem Job habe ich jahrelang mit Zahlen jongliert. Die konnte ich nicht in den Händen halten. Beim Nähen jedoch hat man am Ende etwas in der Hand. Und in Berlin gibt es an jeder Ecke ein Nähcafé“, sagt sie.

Als sie sich erstmals einen Rock näht, staunen ihre Arbeitskollegen nicht schlecht. „Ich habe an dem Tag viele Komplimente für meinen Rock bekommen. Man kleidet sich mit einem Unikat. Darauf kann man stolz sein.“

Aus Hobby wird Beruf

In Mannheim beschließt die 39-Jährige, eine Nähwerkstatt zu eröffnen. Auf die Frage, warum sie keine Kleidung designt, lächelt sie und antwortet: „Ich will mich gar nicht in den Wettbewerb der Designer begeben, denn Kunst kann man nicht erzwingen. Ich habe ein wahnsinniges Glücksgefühl beim Nähen und das wollte ich anderen auch ermöglichen.“

Näh-Workshops für Jedermann

Bei einem der vielen Kurse in ihrer Nähwerkstatt können Interessierte in das Handwerk schnuppern und ihre Fertigkeiten ausbauen. „Bei uns lernt man, wie man etwas selbst nähen kann. Wir sind der Do-It-Yourself-Laden für das Nähen. Laien können einen Grundkurs belegen, da lernen sie die Nähmaschine kennen und legen direkt los. Aber auch für Fortgeschrittene ist etwas dabei“, so die Diplom-Kauffrau.

In ihrer Nähwerkstatt stehen unzählige kunterbunte Stoffe aus Baumwolle, Jersey, Kunstleder und Leinen zur Auswahl. „Für manche Kunden kann es nicht genug Stoffe geben. Wir bieten hier aber nicht nur das Material, sondern auch die Maschinen und das Know-How an. Wir haben auch Workshops für Kinder, in denen sie Röcke oder Mäppchen nähen“, sagt die 39-Jährige.

Einzig Nähauftrage nimmt Naschl nicht an. „Nähen auf Auftrag ist nie was für mich gewesen. Etwas selbst und für sich selbst zu machen, das macht glücklich. Das Nähen an sich macht glücklich, und nicht die Kleidung“, sagt sie – begleitet vom sanften „ratata“ der Nähmaschine im Hintergrund.