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Wirtschaft - Auch Aktivitäten der Bürgerinitiative „pro Region Heilbronn-Franken“ haben unter der Pandemie gelitten

„Transformation gelingt nur gemeinsam“

Von 
Werner Palmert
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Auch die Aktivitäten der Bürgerinitiative „pro Region Heilbronn-Franken“ leiden unter den Auswirkungen der Pandemie, wie die neue Vorsitzende Friedlinde Gurr-Hirsch in der Mitgliederversammlung informierte. © Werner Palmert

Neckarsulm. Die Pandemiejahre 2020/21 waren und sind auch für die Bürgerinitiative „pro Region“ nicht einfach. Zahlreiche Vorhaben konnten nur eingeschränkt oder gar nicht durchgeführt werden, wie die neue Vorsitzende des Vereins, Friedlinde Gurr-Hirsch, zum Auftakt der Mitgliederversammlung in der Neckarsulmer „Ballei“ betonte. „Ein Virus hat unsere globale Welt innerhalb kürzester Zeit lahm gelegt mit verheerenden Folgen für die Wirtschaft aber mit noch dramatischeren Folgen für unsere Gesellschaft“.

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Straffer Rückblick

In ihrem straffen Rückblick ging die Vorsitzende auf die wenigen durchgeführten Projekte, wie den zweiten Erfahrungsaustausch der Projektkommunen der „Demografischen Allianz Heilbronn-Franken“ ein. Sie bedauerte vor allem die Absagen der verschiedenen Gesprächsrunden mit den Abgeordneten der Region, den Ausfall der Regionaltafel 2020 und der Regionaltage 2020 in Crailsheim und 2021 in Bad Mergentheim.

Im kommenden Jahr ist der Regionaltag am 3. Juli in Crailsheim geplant. Im Jahre 2026 wird diese Veranstaltung anlässlich der Jubiläen „200 Jahre Entdeckung der Heilquellen“ und „100 Jahre Bad“ in Bad Mergentheim durchgeführt. Bedauerlich sei auch der Mitgliederrückgang von 483 auf 475, wie die Vorsitzende informierte.

Sehr erfolgreich unterwegs ist die Region mit dem im Jahre 2019 gegründeten „Bündnis für Transformation“, das im Mittelpunkt des anschließenden Vortrags durch den Projektleiter und Neckarsulmer Oberbürgermeister Steffen Hertwig stand. Zweck dieses Bündnisses ist, den Transformationsprozess insbesondere in der Metall- und Elektroindustrie aber auch in vielen anderen Branchen in der gesamten Region Heilbronn-Franken zu begleiten und mit vielen regionalen Akteuren zu unterstützen. Immerhin leben in den 111 Städten und Gemeinden der Region rund 920 000 Einwohner. Die rund 420 000 Erwerbsstätigen erwirtschaften in Maschinenbau, Fahrzeugbau, und Metall/Elektroindustrie einen Umsatz von nahezu 26 Milliarden Euro.

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Das Brutto-Inlandsprodukt erreichte 2018 runde 45 Milliarden Euro. Mit dem Bündnis will „pro Region“ aber auch dazu beitragen, dass gerade die kleineren und mittlere Unternehmen (KMU) in der Region Heilbronn-Franken praktische Unterstützungsangebote für den in fast allen Bereichen laufenden Transformationsprozess erhalten.

Zudem man will damit auch einen Beitrag zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und der Arbeitsplatzsicherung leisten. Startschuss war am 15. Oktober 2019 mit einer Podiumsdiskussion bei der Hochschule Heilbronn. Inzwischen hat sich ein Arbeitskreis gebildet unter Führung von Steffen Hertwig und seinem Stellvertreter Dr. Rudolf Luz von der IG Metall.

Die Veränderung, die sich gerade in der Wirtschaft vollzieht, ist wohl die umfassendste seit der Erfindung der Dampfmaschine, und sie kommt mit rasender Geschwindigkeit und hoher Dynamik. Vor allem die Metall- und Elektroindustrie in der Region Heilbronn-Franken steht vor einem grundlegenden Strukturwandel. Der Umstieg auf die E-Mobilität, die Digitalisierung und Automatisierung werden die Arbeitswelt und die Gesellschaft nachhaltig verändern.

Wie Hertwig ausführte, verläuft der Transformationsprozess in drei Wellen. Die erste Welle betrifft die Bereiche Auto und Logistik, danach folgen Elektro-, Maschinen- und Anlagenbau und in der dritten Welle sieht er die Veränderungen in Chemie und Luftfahrt.

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Um diesen Veränderungsprozess zu gestalten, die regionalen Akteure zu vernetzen sowie die Beschäftigten und Unternehmensverantwortlichen zu unterstützen, hat sich dieses Bündnis für die Transformation in der Region Heilbronn-Franken gegründet.

Es konnte bereits wichtige Impulse für Heilbronn-Franken setzen. So zeigte es bei einer Online-Konferenz im Frühjahr 2021, wo das Umdenken beginnt. Rund 130 Teilnehmer aus der Region suchten nach Strategien, den Wandel aktiv zu gestalten. „Transformation ist wie eine Lokomotive. Es braucht viel Kraft, sie anzuschieben“, erklärt der stellvertretende Pro-Regions-Vorsitzende Dr. Rudolf Luz am Rande dieser ersten großen Konferenz des Bündnisses fest, das den Wandel durch Digitalisierung und E-Mobilität begleitet. Dabei wurde aber auch deutlich, dass die Transformation nur gelingen kann, wenn die Mitarbeiter in den Unternehmen mitgenommen werden, „denn ohne Mitarbeiter kann die Transformation nicht gelingen“.

Hertwig machte in seinem Vortrag auch klar, dass Unternehmer und Mitarbeiter beim Thema „Transformation“ Neuland betreten. Große Unternehmen seien bei der Umsetzung bereits weiter fortgeschritten als kleinere und mittlere.

Erfreut zeigte sich Hertwig, dass das Netzwerk des Bündnisses wachse. Vor allem die aktive Einbeziehung des Automobilhersteller Audi bringe große Vorteile.

Unterstützt wird die Initiative von pro Region von Südwestmetall, den Agenturen für Arbeit Heilbronn und Schwäbisch Hall, der IG Metall Heilbronn-Neckarsulm, der IG Metall Tauberbischofsheim, der IG Metall Schwäbisch Hall und der Wirtschaftsförderung Raum Heilbronn GmbH.

Unterstützung vom Bund

Auf nennenswerte finanzielle Unterstützung kann das Bündnis für Transformation auch durch den Bund rechnen. Ein entsprechender Antrag wurde gestellt. Die in Aussicht stehende Förderung soll sich im zweistelligen Millionenbetrag bewegen, wie Dr. Andreas Schumm von der Wirtschaftsförderung Heilbronn-Franken dazu ausführte.

Unter Punkt Verschiedenes regte der Mitbegründer der Bürgerinitiative, Frank Stroh, an, den Beirat künftig stärker in die Vereinsarbeit einzubinden. Vor allem die Präsenz von „pro Region“ in den einzelnen Teilen der Raumschaft könnte dadurch gestärkt werden. Hier sollten die Beiratsmitglieder eine gewisse Botschafterrolle übernehmen und vor Ort verdeutlichen, was macht die Ziele der Bürgerinitiative seien.

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