Ausbildungsstatistik

IHK „vorsichtig optimistisch“ über Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt

Trotz der schwierigen Lage seit Beginn des Ukraine-Kriegs haben 2022 in der Region Heilbronn-Franken erstmals seit 2018 wieder mehr junge Menschen eine Ausbildung in Industrie und Handel begonnen.

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Trotz der schwierigen Lage seit Beginn des Ukraine-Kriegs haben 2022 in der Region Heilbronn-Franken erstmals seit 2018 wieder mehr junge Menschen eine Ausbildung in Industrie und Handel begonnen. Dagegen verzeichnet das Handwerk bei den neuen Ausbildungsverträgen im vergangenen Jahr einen erneuten Rückgang.

Main-Tauber-Kreis. Das Handwerk verzeichnet bei den neuen Ausbildungsverträgen im vergangenen Jahr einen erneuten Rückgang. Das geht aus Statistiken von IHK und Handwerkskammer Heilbronn-Franken hervor.

IHK „vorsichtig optimistisch“

„Vorsichtig optimistisch“ bewertet die IHK Heilbronn-Franken die Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt. In den bei der IHK registrierten Ausbildungsberufen verzeichnete die Kammer erstmals seit 2018 wieder ein Plus. Bis zum 31. Dezember wurden insgesamt 3943 Ausbildungsverhältnisse für das Ausbildungsjahr 2022 eingetragen. Das sind 2,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor (3844).

Besonders erfreulich ist für Elke Döring, Hauptgeschäftsführerin der IHK Heilbronn-Franken, die Entwicklung bei den gewerblich-technischen Berufen. 1682 junge Frauen und Männer haben sich 2022 für eine Ausbildung in diesem Bereich entschieden, vier Prozent mehr als im Jahr zuvor (1617). 2021 war die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge bei den gewerblich-technischen Berufen um zehn Prozent eingebrochen.

„Die starken Rückgänge der Ausbildungsverträge während der Corona-Jahre können langsam wieder aufgefangen werden“, sagt Elke Döring. Offensichtlich zeigten die 2022 wieder möglichen Maßnahmen zur Bewerbung der Dualen Ausbildung, wie Ausbildungsbotschafter, Präsenzmessen oder Praktikumswo-chen, Wirkung. „Allerdings“, so Elke Döring, „sind wir noch weit entfernt vom Spitzenjahr 2018, als 4653 Ausbildungsverträge bei uns eingetragen wurden.“

Auswirkungen der Energiekrise

Die Energiekrise und deren Auswirkungen insbesondere bei den energieintensiven Gewerken schlagen sich auf die Zahl der neu begonnenen Ausbildungen im Handwerk in der Region Heilbronn-Franken nieder. Bis zum 31. Dezember 2022 haben sich 1620 junge Menschen (2021: 1700) für eine Ausbildung im Handwerk entschieden – ein Rückgang von 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

„Auch wenn der Rückgang sehr bedauerlich ist: Es ist ein gutes Zeichen, dass die Betriebe in der Region trotz der schwierigen Umstände weiter ausbilden und so einen Beitrag leisten, dem gravierenden Fachkräftemangel im Handwerk entgegenzuwirken“, sagt Ralf Schnörr, Hauptgeschäftsführer der Hand-werkskammer Heilbronn-Franken. Neben der schwierigen Lage seit Beginn des Ukraine-Kriegs spielen bei dieser Entwicklung auch die Nachwirkungen der Corona-Pandemie eine Rolle, ist Schnörr überzeugt. Die Berufsorientierung habe auch im Jahr 2022 noch nicht wieder die Intensität gehabt, wie vor der Pandemie. „Unter vielen Berufen können sich die Schüler gar nichts vorstellen und auch Praktikumsphasen kamen zu kurz“, bedauert Schnörr.

Für die IHK ist die Erholung auf dem Ausbildungsmarkt Ansporn, in diesem Jahr die Bemühungen weiter zu verstärken, für die Duale Ausbildung zu werben und den jungen Menschen die Vielfalt der Berufsbilder aufzuzeigen.

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Elke Döring: „Mit zahlreichen Aktionen, auch gemeinsam mit der Handwerkskammer, wollen wir Schülerinnen und Schüler sowie Eltern davon überzeugen, dass eine betriebliche Ausbildung ein ideales Karrieresprungbrett und eine echte Alternative zum Hochschulstudium ist.“

Dem pflichtet der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer bei: „Das Werben um die Attraktivität der Dualen Berufsausbildung mit ihren vielseitigen Entwicklungsmöglichkeiten muss weiter intensiviert werden, auch als spannende Alternative zu den Studiengängen“, sagt Ralf Schnörr.

Die Gesamtzahl der neu eingetragenen Ausbildungsverhältnisse zum 31. Dezember 2022 (IHK Heilbronn-Franken) beträgt: 3943 (Vorjahr 3844; + 2,6 Prozent), davon gewerblich-technisch: 1682 (Vorjahr 1617; + 4 Prozent), kaufmännisch: 2261 (Vorjahr 2227; +1,5 Prozent).

Nach Landkreisen:

Heilbronn: gewerblich-technisch 792, kaufmännisch 1097 neu eingetragene Ausbildungsverhältnisse.

Hohenlohe: gewerblich-technisch 301, kaufmännisch 363.

Main-Tauber-Kreis: gewerblich-technisch 202, kaufmännisch 306.

Schwäbisch Hall: gewerblich-technisch 387, kaufmännisch 495.

Verhältnis kaufmännisch zu gewerblich-technischen Berufen: 57 zu 43 Prozent.

Handwerkskammer: Gesamtzahl der neu eingetragenen Ausbildungs-verhältnisse zum 31. Dezember 2022: 1620 (Vorjahr 1700; - 4,7Prozent).

Nach Landkreisen:

Heilbronn: 837 (236 Stadt Heilbronn, 601 Landkreis Heilbronn).

Hohenlohe: 145.

Main-Tauber-Kreis: 231.

Schwäbisch Hall: 407