Martinsumzug in Nassig

Leuchtende Augen bei den Kindern

Nach der Corona-Pause fanden wieder Umzüge statt

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Der Martinsumzug des Kindergartens Nassig machte allen viel Spaß. Das Bild steht stellvertretend für die Umzüge in den Wertheimer Ortsteilen. © Birger-Daniel Grein

Nassig. Endlich können Kinder mit ihren Laternen wieder durch die Orte ziehen. Nach der Zwangspause durch die Pandemie finden in diesen Tagen erstmals wieder reguläre Martinsumzüge in der Großen Kreisstadt Wertheim statt.

Am Donnerstag zogen Kinder, Eltern und Großeltern unter anderem durch Nassig. Der letzte reguläre Martinsumzug dort war 2019. 2021 hatte es eine kleine Version in der Kirche mit Martinsspiel der Vorschulkinder gegeben. „Der Elternbeirat und der Förderverein bereiteten in Absprache mit unserem Kitateam den Umzug vor“, zeigte sich Kitaleiterin Esther Scheurich dankbar.

Musikalisch begleitet wurden die Martinslieder am Vorabend von einer Abordnung des Posaunenchors Nassig-Sonderriet. In der evangelischen Kindertagesstätte Nassig werden aktuell 50 Kinder zwischen einem und sechs Jahren betreut. Zum Umzug eingeladen waren aber auch ältere Geschwister sowie erwachsene Familienmitglieder.

Gemeinsam gebastelt

„Mit den Krippenkindern haben wir gemeinsam Laternen gebastelt“, berichtete Scheurich. Bei den älteren Kindern habe man gefragt, wer schon eine Laterne hat, die er gerne nutzen möchte. So wolle man Nachhaltigkeit leben. Wer von den älteren Kitakindern eine neue Laterne basteln wollte, durfte dies selbstverständlich. Auch inhaltlich hatte man in der Einrichtung den St. Martinstag vorbereitet.

So wurden unter anderem St. Martinslieder geübt. „Die Texte haben wir über die Kita App an die Familien gesendet, so konnten diese auch üben.“ Vom Hof der Kita aus ging es über den Waldflur zum Biotop und über den „Kitaweg“ zurück zur Einrichtung. An mehrere Stationen wurde angehalten und gemeinsam gesungen. „Der Kitaweg ist schön dunkel, da sieht man das Leuchten sehr gut“, so Scheurich.

Begleitet wurde der Umzug von der Jugendfeuerwehr Nassig, die zusammen mit ihren Betreuern für die Sicherheit sorgten und zugleich mit Fackeln den Weg leuchteten. Nach dem Umzug bekam jedes Kind eine vom Förderverein der Kita gespendete Hefemartingsgans. Außerdem wurden Kinderpunsch, Glückwein und Würstchen vom Grill zugunsten des Fördervereins verkauft. Alles konnte man rund um die Feuerschale genießen.

Scheurich freute sich, dass der Umzug wieder stattfinden konnte. „Es ist ein schönes Miteinander, schon bei den Vorbereitungen.“ Der Einsatz aller Helfer sei eine gute Sache.

Die beiden sechsjährigen Erstklässlerinnen Felicitas und Selina meinten, mit der Laterne durchs Dorf zu laufen macht Spaß. „Wir freuen uns auch auf das Essen danach“, stellten sie einhellig fest. Ihre Laternen hatten sie selbst gebastelt. Während Felicitas eine klassische Laterne hatte, leuchte bei Selina „Franz“ eine Giraffe.

Nicht nur die Kinder freuten sich über den St. Martinsumzug. Tobias Rittmaier, der ein Kind in der Einrichtung und ein Schulkind hat, stellte fest, es sei schön, dass die Umzüge wieder möglich sind. Es werde wieder Zeit dafür. „Er gehört einfach dazu und die Kinder freuen sich darauf.“