Konzert - Blasorchester sowie Kinder- und Jugendchöre begeistern auf der Burg / Formation aus Lengfurt besteht seit 25 Jahren Laut Lachen und Lärm machen

Von 
Hellmut Winkler
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Das Symphonische Blasorchester Lengfurt mit den Kinder- und Jugendchören Lengfurt-Röttbach überzeugten ihre Zuhörer.

© Winkler

Etwa 250 Zuhörer überzeugten sich am Sonntagnachmittag von der Qualität des Symphonischen Blasorchesters Lengfurt und der Kinder- und Jugendchöre Lengfurt-Röttbach.

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Wertheim. Das Symphonische Blasorchester Lengfurt mit den Kinder- und Jugendchören Lengfurt-Röttbach wagte es, trotz bedeckten Himmels am Sonntag seine "Lach- und Krachgeschichten" auf der Burg aufzuführen.

Schon lange vor Beginn hatten sich Eltern und Großeltern mit kleinen Kindern die besten Plätze gesichert - und es trafen immer mehr Gäste mit Kindern ein. Dies hielt Dirigent Matthias Höfert nicht davon ab, eine Probe vor allem mit dem Kinder-und Jugendchor, der sich auf der Empore aufgestellt hatte, abzuhalten und die Zuhörer bereits von der hohen Qualität des Orchesters zu überzeugen. Immerhin besuchten diese besonders für Kinder gedachte Veranstaltung schließlich etwa 250 Zuhörer. Ihnen stellte Höfert, der das Bundeswehrorchester in Hannover leitet, erst einmal sein symphonisches Orchester vor.

Die Moderation hatte der Vorstand der Musikkapelle, Bruno Hock, übernommen, der über die Darbietungen informierte. So erfuhren die Zuhörer auch, dass Höfert das Orchester in Lengfurt vor 25 Jahren gegründet hatte. Im weiteren Verlauf erzählen die Musiker mit ihren Mitteln Geschichten von Dingen, die zum Lachen sind oder gehhörigen Krach machen. Aber auch die fast 90 Sängerinnen und Sänger der Kinder- und Jugendchöre hoch droben wollen einiges erzählen. Da gab es doch in den 1950-Jahren diese Jugendlichen, die angeblich keine Erziehung brauchten. Doch da hörte man plötzlich auf der Empore ein Geschrei, ein Tumult entstand. Dieser wurde jetzt vom Orchester treffend nachempfunden. Neben dem Orchester war eine Behelfsbühne aufgebaut worden, auf der jetzt maskierte Tänzerinnen den Unwillen der Jugendlichen nachempfanden. Nun trafen sich Chor und Orchester - und es hörte sich sehr nach Protest an. Wie gut allen die bisherigen Darbietungen gefallen hatten, merkte man am reichhaltigen Beifall.

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Dann kündigte Hock den Kindern bekannte Filmkinder an: Heidi, Pippi, Pumuckl und Biene Maya. Es folgte ein Medley bekannter Kindermelodien. Da wurden auch die Schlümpfe nicht vergessen. Auch eine Singstimme war zu hören, so dass sofort bekannt war, ob es sich um Heidi oder Pippi handelte.

Was im Anschluss geboten wurde, war allerdings nicht zum Lachen, es ging um die Sklaverei. Dazu erklang die Filmmusik von John Williams "Amistad". Auf einem Segelschiff vegetieren afrikanische Sklaven. Ihr Anführer erzählt, wie er gefangen wurde und berichtet von den Grausamkeiten auf dem Schiff. Mit dem Lied "Dry your tears, Africa" machte der Chor darauf gelungen aufmerksam.

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Orchester und Chor gingen vortrefflich aufeinander ein, geleitet von einem energischen Dirigenten, der genau aufpasste. Nach der halbstündigen Pause brauchte der Chor vorerst nicht mehr emporsteigen, denn das Orchester unterhielt die Gäste mit bekannter Filmmusik, der "Star Wars Saga". Jetzt entfaltete dieses vorzügliche Orchester alle Möglichkeiten des hörenswerten Musizierens.

Kinder des Monsieur Matthieu

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Danach konnte es pausieren, denn die zwei Chöre waren dran. Die Jüngeren gaben ein kurzes Intermezzo aus dem Film "Die Kinder des Monsieur Matthieu" "das Lied "Vois sur ton chemin". Danach war der Chor von Petra Röhrig dran, der "Happy Day" unter ihrer Leitung schön sang - mit Klavierbegleitung und Bewegung. Dann wusste der Moderator, dass die Kinder das folgende Lied aus dem ergreifenden Film "Die Eiskönigin" besonders gern singen. Da würden auch Eiszapfen nur so klirren und krachen. Die Schwestern der Eiskönigin, Anna und Elsa, können sie aber überzeugen, dass destruktive Kräfte mit wahrer Liebe zum Wohl für alle kanalisiert werden können. Dies wird in dem Lied "Let it go, Eiskönigin" bestens vermittelt. Die Orchesterbegleitung wurde mit dem Gesang vorbildlich abgestimmt.

Vor dem nächsten Stück verriet Hock, dass die Sänger eine Kunstsprache gelernt hätten, die afrikanisch oder lateinisch klingt. Das Lied funktioniere auch ohne verständlichen Text. Der Waliser Komponist Karl Jenkins habe die Silben der Wörter einfach nach musikalischen Prinzipien geformt. Es folgte das Lied "Adiemuss". Dies war das letzte Lied, es wurde mit sichtlicher Inbrunst gesungen. Inzwischen waren auch einige Regentropfen gefallen.

Hock lud schließlich zu einer Veranstaltung am nächsten Sonntag in Lengfurt in der Dreschhalle ein.