Soziale Medien - Feuerwehr, THW und DLRG beteiligen sich ebenso an der „Klopapier-Challenge“ wie verschiedene Wertheimer Vereine Klopapierrollenfliegen quer durchs Bild

Von 
Kerstin Mattern
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Wie kann man in der Krise das Vereinsleben am Laufen halten? Klar: Indem man sich in kurzen Video-Clips auf sozialen Medien gegenseitig Klopapier-Rollen zuwirft.

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Von Kerstin Mattern

Wertheim. Die Feuerwehr macht es, DLRG und THW machen es, genauso wie Sport-, Reit-, Musik- und Faschingsvereine – sie alle werfen sich Klopapierrollen zu und lassen sich dabei filmen. Vor einiger Zeit ist der Trend der „Klopapier-Challenge“ auch zu den Wertheimer Vereinen herüber geschwappt, und viele haben den Spaß gerne mitgemacht.

Der Ablauf ist simpel: Vereine werden nominiert, ein Video zu drehen, in dem sich die Mitglieder eine Klopapierrolle zuwerfen. Für die Umsetzung hat der Verein 48 Stunden Zeit und muss sein fertiges Video dann online stellen. Sollte er die Aufgabe nicht erfüllen, muss er dem anderen Verein die bei der Nominierung geforderten Getränke spendieren. Wer die Aufgabe erfüllt, darf bis zu drei weitere Vereine nominieren und seine Forderungen stellen. Es ist das gleiche Prinzip wie vor einigen Jahren bei der „Cold-Water-Challenge“ (Kalt-Wasser-Herausforderung) oder der Kaltwasser-Grill-Challenge. Doch in der aktuellen Zeit des Corona-Virus gilt es, bei allem Spaß die Kontaktbeschränkungen und Abstandsregeln einzuhalten. Kein Problem – schließlich kann jeder ein kleines Video bei sich zu Hause drehen. Dann werden die einzelnen Clips zusammengeschnitten und mit fetziger Musik hinterlegt.

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Spaß ohne festes Drehbuch

„Für uns war es toll, auf diese Weise endlich einmal wieder ein gemeinsames Projekt auf die Beine zu stellen. Normale Vereinsarbeit ist im Moment ja leider nicht möglich“, erklärt Alicia Diehm, stellvertretende Jugendleiterin der DLRG Urphar. Ideen hatten die „Orfler“ schnell gefunden. So zeigt der Film verschiedene Facetten des Vereinslebens. Da fliegt die Rolle zum Beispiel durch den Bus und die Baustelle des Vereinsheims, landet im Main und wird gerettet – oder zum Putzen der Pokale verwendet. Alles ohne Drehbuch und trotzdem passt am Ende alles zusammen. Einzige Vorgabe beim Drehen ist, dass die Rolle ins Bild hinein und wieder herausgeworfen werden muss.

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Nominiert wurde die DLRG Urphar von ihren Kameraden aus Wertheim. Diese stellten ihr Video unter ein anderes Motto. Der Jugendvorstand kam auf die Idee, in den Clips die verschiedenen Schwimmstile zu zeigen. Hier lag manchmal die Schwierigkeit in kleinen Details, erklärt Jugendleiter Florian Müssig.

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Kreativ wurde gezeigt, wie man eine Person ohne Wasser mit Hilfe eines Rollbretts auf dem heimischen Fußboden schleppt oder bei einem Startsprung auf einem Stapel Luftmatratzen landet, ohne sich zu verletzen. Für sie war es eine gute Möglichkeit mit anderen Gruppen und Organisationen in Kontakt zu bleiben, so Müssig. Sein Dank galt allen Beteiligten, die in der kurzen Zeit und unter den Beschränkungen der Pandemie mitgemacht haben.

Balljongleure im Wohnzimmer

In den Fußballvereinen wurden die Klopapierrollen natürlich auch weitergegeben. Beim FC Eichel organisierte Lena Meister die Aktion, nachdem der Verein von den Kickers DHK Wertheim nominiert wurden. Nach einer Mail durch die Gruppen der Männer- und Frauenfußballmannschaften waren viele gleich dabei. In ihrem Video sind Balljongleure im Wohnzimmer, im Garten oder auf dem Hof zu sehen.

Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez zog sich sein Vereinstrikot an und zeigte seine Ballkünste im Amtszimmer. Aber auch ältere Vereinsmitglieder ließen sich filmen und warfen den „Staffelstab“ weiter. „Es war toll, wie viele gleich dabei waren. Man hat den sportlichen Zusammenhalt auch in dieser Zeit gemerkt“, freut sich die Organisatorin Lena Meister.

Das war nur eine kleine Auswahl der Vereine, die sich in Wertheim und Umgebung an der Klopapier-Challenge beteiligt haben. Die Videos sind auf den jeweiligen Facebook- und Instagram-Seiten der Vereine zu sehen.

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