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Doppelausstellung eröffnet

In Wertheim: Bilder mit besonderer Ausstrahlung

Von 
Matthias Ernst
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Gesichter spielen eine große Rolle in der Ausstellung „Ein Tropfen ist gleichzeitig Wasser“ mit Werken von Wolf Nkole Helzle. Diese ist im Wertheimer Grafschaftsmuseum und im Hofgartenschlösschen zu sehen. © Matthias Ernst

Wertheim/Hofgarten. Die Doppelausstellung „Ein Tropfen ist gleichzeitig Wasser“ wurde am Donnerstag im Wertheimer Grafschaftsmuseum und im Schlösschen im Hofgarten eröffnet. Der international bekannte Medienkünstler Wolf Nkole Helzle zeigt in einer Werkschau Bilder seines weiten Schaffensfelds. Das Interesse an der Vernissage im Moderssohn-Saal des Grafschaftsmuseums war groß.

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Museumsleiterin Stefanie Arz ist sehr froh, die Ausstellung und den Künstler in der Kernstadt und im Hofgarten präsentieren zu können. In beiden Häusern auszustellen, das ist selbst für den erfahrenden Künstler etwas ganz Besonderes.

Geht es im Grafschaftsmuseum mehr um seine Bilder und Installationen von Menschen, nimmt Helzle die Besucherinnen und Besucher im Schlösschen mit auf eine Reise um die Welt zu seinen Lieblings- und Herzensplätzen. „Walks“, also Spaziergänge, nennt der 72-jährige Künstler die von ihm geschaffenen Bilderfolgen im gesamten Ausstellungsbereich des Schlösschens. Man „besucht“ mit ihm und seinen Werken Japan, die Toskana, Russland, Griechenland, Spanien oder Sambia, aber auch seine schwäbische Heimat. Viele dieser Bilder sind in der Zeit von Corona entstanden, als man nicht reisen konnte und praktisch die Heimat als Reiseziel hatte.

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Die dabei entstandenen Eindrücke hat Helzle in der für ihn typischen Überlagerungstechnik festgehalten. Meist legt er viele Einzelaufnahmen am Computer übereinander und bearbeitet sie mit einer speziellen Software so, dass sie ein impressionistisches Aussehen erhalten. Alles wirkt weich und harmonisch. „Fotografische Verdichtung“, nennt Helzle sein Verfahren.

Für einige Aufnahmen hat der Künstler sich komplett um das Objekt bewegt und dieses aus verschiedenen Blickwinkeln fotografiert. Die daraus entstandenen Bilder entführen den Betrachter in eine andere Welt.

Im Hofgartenschlösschen ausgestellt ist auch sein jüngstes Werk, das bei einer Reise nach Florenz entstanden ist. Eine Besucherin meinte dazu gleich, ja, das sei als Florenz eindeutig zu erkennen, auch wenn es durch die Verdichtung vieler Einzelaufnahmen verfremdet wirkt.

Im Grafschaftsmuseum sind es mehr die Porträts, die auf die Besucher einwirken. Aus der Reihe „Faces of Human Kind“ sind ebenfalls Bilder zu bewundern. Dafür hat Helzle in 32 Ländern auf vier Kontinenten mehr als 50 000 Menschen fotografiert. Mit einer speziell für dieses Projekt entwickelten Software überlagert er tausende Einzelporträts zu einem kollektiven Antlitz.

Gleich nebenan kann man dann Gesichter betrachten, die zwar noch erkennbar sind, aber mit den Lieblingsorten der jeweils abgebildeten Person verschmelzen. Beeindruckend ist auch die Videoinstallation, bei der über 100 000 Aufnahmen zufällig vom Computer durch einen Raum getrieben werden und so immer neue Kunstwerke entstehen.

Nkole ist übrigens Helzles sein Name in Sambia. Er ist so fasziniert vom afrikanischen Kontinent, den er durch einen Besuch in Sambia auf besondere Weise kennenlernen durfte. Sein Weltbild über Afrika wurde damals komplett über den Haufen geworfen, sagt er. Seine Wertschätzung für den Kontinent habe sich gewandelt.

Wer will, kann bei seinem Besuch im Grafschaftsmuseum selbst aktiv werden und sich auf einem extra aufgestellten Sofa fotografieren lassen. Dieses Bild soll dann per E-Mail an das Museum geschickt werden. Der Künstler und die Museumsmitarbeiter wollen alle Einsendungen zu einer Collage auf einer noch weißen Wand vereinigen und so ein einzigartiges „Wertheimer Kunstwerk“ entstehen lassen. Nähere Informationen gibt es im Museum vor Ort.

Musikalisch begleitet wurde die Vernissage vom Duo „Fussissimo“ aus Würzburg. Die Gitarristen ergänzten mit ihrer Weltmusik die Wirkung von Helzles Bildern perfekt.

Die Ausstellungen sind bis 20. November zu sehen.

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