Neue Halle in der Industrieparkstraße in Walldürn ist bezugsfertig - Einweihung im Mai / Straße wird weitergeführt / AnTo GmbH ist das jüngste Unternehmen im VIP Stiftung soll das Startup-Center tragen

Von 
Ingrid Eirich-Schaab
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Baubeginn war 2018, jetzt ist das neue Startup-Center Odenwald in Walldürn bezugsfertig. Die Halle hat eine Grundfläche von 70 auf 20 Meter. © Ingrid Eirich-Schaab

Das neue Startup-Center im Verbandsindustriepark (VIP) in Walldürn hat Form angenommen. Es ist bezugsfertig und soll auf lange Sicht von einer Stiftung getragen werden.

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Walldürn. „Mein Ziel ist es, möglichst viele Firmen und Innovationen hier nach Walldürn zu bringen“, so Dieter Goldschmitt, als sich die Fränkischen Nachrichten vor Ort über den Baufortschritt und Neuigkeiten informierten, Eine Firma hat bereits ihre Arbeit dort in der Industrieparkstraße im VIP aufgenommen.

„Mit dem Standort haben wir einen Glückstreffer gelandet“, freut sich Goldschmitt und erklärt auch gleich warum: „Der Gemeindeverwaltungsverband will die Industrieparkstraße – derzeit noch eine Sackgasse – weiterbauen bis Walldürn.“ Bei der Einmündung in die Wettersdorfer Straße sei ein Kreisverkehr geplant. „Dann liegen wir nicht mehr im Außenbereich.“

Am eigenen Leib hat der renommierte, auf Wohnmobile & Co spezialisierte Unternehmer einst erfahren, wie schwer es ist, als Jungunternehmer durchzustarten und eine Firma von Null an aufzubauen. „Das ist heute fast noch weniger möglich als früher“, ist Dieter Goldschmitt überzeugt, „weil kaum einer bereit ist, Startups finanziell wie fachlich unter die Arme zu greifen.“ Schließlich kollabiere ein hoher Prozentsatz der Neugründungen bereits im ersten Jahr des Bestehens. „Die Stunde der Wahrheit kommt in zwei bis drei jahren, dann ist oftmals die Energie verpufft.“Ohne Kredite sei es in Deutschland unglaublich schwierig, ein Unternehmen aufzubauen. Er selbst habe rund 40 Jahre benötigt, um eine Firma in ihrem Segment zum Marktführer zu entwickeln: Heute gehört Goldschmitt wie Hymer zur Thor-Gruppe, einem großen internationalen Konzern.

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Ein Startup-Unternehmen benötigt auch Räume. Und wenn es selbst eine Halle bauen muss, ist das Eigenkapital dadurch meist schon aufgebraucht. Außerdem sind die rechtlichen Vorgaben in Deutschland längst so umfangreich, dass es ohne fachkundige Berater kaum mehr geht. Die IHK bietet zwar Sprechstunden und Handreichungen für Existenzgründer, aber kein Unternehmenscoaching. Und da setzt das neue Startup-Center Odenwald (SCO) in Waldürn an: „Wir unterstützen Existenzgründer, vermieten Räumen, verhandeln auf Wunsch mit den Banken und helfen, Businesspläne zu erstellen. All diese Klippen habe ich persönlich schon mit mehr oder manchmal weniger Erfolg umschifft“, lacht Dieter Goldschmitt und ergänzt: „Meine Frau hat zum 1. Januar eigens ein Beratungsunternehmen gegründet.

Er selbst wurde im vorigen Jahr 65 und hat keine Kinder, die er beerben könnte. Und er hatte schon „unverschämt viel Glück in seinem Leben“, wie Goldschmitt konstatiert. Deshalb wollen er und seine Frau Gisela demnächst eine Stiftung gründen, die das Startup-Center trägt und jungen Unternehmern mit innovativen Ideen und zukunftsweisenden Geschäftsmodellen die Anfänge der Selbstständigkeit erleichtert.

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„Wenn man etwas zusammen macht und sich gegenseitig aushilft, ist man viel effektiver“, glaubt Goldschmitt und empfiehlt das auch den Startups. Er selbst wird dem Stiftungsrat angehören und anfangs auch als Vorsitzender fungieren

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Die neue Halle (Kostenpunkt 1,5 Millionen Euro) baute er übrigens ohne öffentliche Zuschüsse und nach den neuesten Umweltstandarts. Offizielle Einweihung soll im Mai sein.

Zwei Erfolge könne er bereits verbuchen, freut sich Goldschmitt. „Diese Firmen hätten sich ohne das SOC wohl nicht in Walldürn niedergelassen. Weitere Anfragen – auch aus dem Ausland liegen vor .“ Ihnen ist eines gemeinsam: Sie haben alle mit der Wohnmobil-Branche zu tun, die Goldschmitt noch schwerpunktmäßiger und detailreicher in Walldürn ausbauen möchte.

Firmenneugründungen

Eine der beiden neuen Firmen im SOC ist die Firma Häfner Bauelemente, von Andreas Häfner aus Buchen neu gegründet. Sein Unternehmen errichtete nicht nur die Startup-Halle, sondern ist dort auch der erste Mieter. Das zweite und damit jüngste Unternehmen im Verbandsindustriepark ist die AnTo GmbH. Ihre Gründer und Geschäftsführer Andreas Häfner und Tobias Hauser waren eingebunden in das Wohnmobilistentreffen 2018 in Hardheim. Das Unternehmen bietet Umrüstungen rund um Wohnmobile, Reparatur- und Zubehörmontage. Kompetente Unterstützung haben Häfner und Hauser durch den Rennfahrer Danny Brink als Betriebsleiter von AnTo.

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