Verband Region Rhein-Neckar - Seit Jahren umstrittene Fläche „Vorderer Wasen II“ soll für Wohnbauentwicklung in den Regionalplan aufgenommen werden

Planer erwarten kein „erhebliches Konfliktpotenzial“

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rs
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Walldürn. Der Einheitliche Regionalplan (ERP) des Verbands Region Rhein-Neckar soll in den Bereichen Wohnbauflächen und gewerbliche Bauflächen erstmals überarbeitet werden. Mit der öffentlichen Auslegung des Planentwurfs hat das Verfahren inzwischen eine weitere Stufe erreicht. Seit 20. April ist für jedermann einsehbar, wo bestehende Beschränkungen zurückgenommen werden sollen, um Wohnungsbau und Gewerbeentwicklung zu ermöglichen. Laut Aussage der Regionalplaner dort, wo sich Flächen anbieten und ökologisch vertretbar sind.

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Der in den Planungsunterlagen enthaltene Umweltbericht ist zwar 614 Seiten lang, befasst sich jedoch nur wenig detailliert mit 39 Flächen im Neckar-Odenwald-Kreis. Die folgenden sechs Flächen befinden sich auf Walldürner Gemarkung, darunter auch die seit Jahren umstrittene Fläche „Vorderer Wasen II“:

NOK-01: Die 0,3 Hektar große Fläche am westlichen Ortsrand von Kleinhornbach liegt in einem Vorbehaltsgebiet für die Landwirtschaft. Das Gebiet befindet sich zudem in einem Bereich mit besonderer Bedeutung für Fremdenverkehr und Naherholung sowie im Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald und im Naturpark Neckartal-Odenwald. Bezüglich des Schutzguts „Fläche“ rechnen die Regionalplaner mit voraussichtlich erheblichen Betroffenheiten. Ihr Fazit lautet: „Die vorgesehene Gebietsänderung ist insgesamt mit voraussichtlich geringeren negativen Umweltauswirkungen verbunden. Der Änderungsbereich ist daher aus Umweltgesichtspunkten für eine wohnbauliche Entwicklung geeignet. Im Rahmen der Bauleitplanung sind die genannten Hinweise beziehungsweise Anmerkungen zu berücksichtigen.“

NOK-02: Die 1,6 Hektar große Fläche am nordwestlichen Ortsrand von Gerolzahn liegt in einem Vorbehaltsgebiet für die Landwirtschaft. Das Gebiet befindet sich zudem in einem Bereich mit besonderer Bedeutung für Fremdenverkehr und Naherholung sowie im Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald und im Naturpark Neckartal-Odenwald. Bezüglich des Schutzguts „Fläche“ rechnen die Regionalplaner mit voraussichtlich erheblichen Betroffenheiten. Im Rahmen der Unterrichtung hat das Landratsamt des Neckar-Odenwald-Kreises unter anderem aufgrund der möglichen Inanspruchnahme des landschaftlich und ökologisch wertvollen Ortsrands Bedenken gegenüber der vorgesehenen Gebietsänderung geäußert. Als Ergebnis der Abwägung wird deshalb die Gebietsänderung nicht weiterverfolgt.

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NOK-03: Die 0,2 Hektar große Fläche am westlichen Ortsrand von Reinhardsachsen liegt in einem Regionalen Grünzug und in einem Vorranggebiet für die Landwirtschaft. Das Gebiet befindet sich zudem in einem Bereich mit besonderer Bedeutung für Fremdenverkehr und Naherholung sowie im Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald und im Naturpark Neckartal-Odenwald. Bezüglich des Schutzguts „Fläche“ rechnen die Regionalplaner mit voraussichtlich erheblichen Betroffenheiten. Ihr Fazit lautet: „Die vorgesehene Gebietsänderung ist mit voraussichtlich geringeren negativen Umweltauswirkungen verbunden. Der Änderungsbereich ist daher aus Umweltgesichtspunkten für eine wohnbauliche Entwicklung geeignet. Im Rahmen der Bauleitplanung sind die genannten Hinweise und Anmerkungen zu berücksichtigen.“

NOK-04: Die 0,6 Hektar große Fläche am südöstlichen Ortsrand von Neusaß liegt in einem Regionalen Grünzug und in einem Vorbehaltsgebiet für die Landwirtschaft. Das Gebiet befindet sich zudem in einem Bereich mit besonderer Bedeutung für Fremdenverkehr und Naherholung sowie im Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald und im Naturpark Neckartal-Odenwald. Bezüglich der Schutzgüter „Tiere, Pflanzen und biologische Vielfalt“, „Fläche“ sowie „Kultur- und Sachgüter“ rechnen die Regionalplaner mit Betroffenheiten. Erhebliche Konfliktpotenziale erwarten sie aufgrund der Betroffenheit des obergermanisch-raetischen Limes. Das Fazit lautet: „Die vorgesehene Gebietsänderung ist mit voraussichtlich hohen negativen Umweltauswirkungen verbunden. Der Änderungsbereich ist daher aus Umweltgesichtspunkten für eine wohnbauliche Entwicklung nicht geeignet. Die Gebietsänderung wird aus den genannten Gründen nicht weiterverfolgt.“

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NOK-05 („Vorderer Wasen II“): Die 9,0 Hektar große Fläche am westlichen Stadtrand von Walldürn liegt in einem Regionalen Grünzug und in einem Vorbehaltsgebiet für die Landwirtschaft. Das Gebiet befindet sich zudem in einem Bereich mit besonderer Bedeutung für Fremdenverkehr und Naherholung sowie im Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald und im Naturpark Neckartal-Odenwald. Bezüglich der Schutzgüter „Tiere, Pflanzen und biologische Vielfalt“, „Fläche“, „Klima und Luft“ sowie „Landschaft“ rechnen die Regionalplaner mit voraussichtlich erheblichen Betroffenheiten. Obwohl 7,2 Hektar in einem regionalen Biotopverbund (bedeutender Raum) liegen und der Fläche eine hohe bis sehr hohe klimaökologische Bedeutung zugeschrieben wird, erwarten die Regionalplaner kein erhebliches Konfliktpotenzial. Sie vertreten die Auffassung, dass sich potenzielle Umweltauswirkungen im Rahmen der nachgelagerten Planungsebenen voraussichtlich vermeiden beziehungsweise begrenzen lassen. Ihr Fazit lautet: „Die vorgesehene Gebietsänderung ist insgesamt mit voraussichtlich mittleren negativen Umweltauswirkungen verbunden. Der Änderungsbereich ist daher aus Umweltgesichtspunkten für eine wohnbauliche Entwicklung bedingt geeignet. Im Rahmen der Bauleitplanung sind die genannten Betroffenheiten und Hinweise beziehungsweise Anmerkungen zu berücksichtigen.“

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NOK-06: Die 2,1 Hektar große Fläche am westlichen Ortsrand von Wettersdorf liegt in einem Vorranggebiet für die Landwirtschaft. Das Gebiet befindet sich zudem in einem Bereich mit besonderer Bedeutung für Fremdenverkehr und Naherholung sowie im Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald und im Naturpark Neckartal-Odenwald. Bezüglich der Schutzgüter „Tiere, Pflanzen und biologische Vielfalt“ sowie „Fläche“ rechnen die Regionalplaner mit voraussichtlich erheblichen Betroffenheiten. Erhebliche Konfliktpotenziale erwarten sie dennoch nicht. Die Regionalplaner vertreten die Auffassung, dass sich potenzielle Umweltauswirkungen im Rahmen der nachgelagerten Planungsebenen voraussichtlich vermeiden beziehungsweise begrenzen lassen. Ihr Fazit lautet: „Die vorgesehene Gebietsänderung ist insgesamt vor dem Hintergrund der Inanspruchnahme einer Fläche des regionalen Biotopverbunds mit voraussichtlich mittleren negativen Umweltauswirkungen verbunden. Der Änderungsbereich ist daher aus Umweltgesichtspunkten für eine wohnbauliche Entwicklung bedingt geeignet. Im Rahmen der Bauleitplanung sind die genannten Betroffenheiten und Hinweise beziehungsweise Anmerkungen zu berücksichtigen.“

Beteiligungsverfahren

Seit Beginn der Offenlage können auch die Bürger der Metropolregion Stellungnahmen zur Entwurfsplanung abgeben. Das Online-Beteiligungsverfahren (https://beteiligung-regionalplan.de/vrrn/index.php) läuft bis 15. Juni. Es besteht darüber hinaus die Möglichkeit, Stellungnahmen bis 29. Juni per Post oder E-Mail an den Verband Region Rhein-Neckar zu senden. rs