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Waldbegehung

Entwicklung des Bestands aufgezeigt

Walldürner Gemeinderat befasste sich mit dem Forst

Von 
Bernd Stieglmeier
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Unterwegs im Stadtwald: der Walldürner Gemeinderat bei der Waldbegehung. © Bernd Stieglmeier

Drei Waldbestände besichtigte der Walldürner Gemeinderat am Freitagnachmittag. Dabei wurden dem Gremium die Entwicklung des Forstes und die Wirtschaftlichkeit aufgezeigt.

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Walldürn. Die alljährliche Waldbegehung des Walldürner Gemeinderates fand am Freitagnachmittag in fachlicher Verantwortung und Leitung der Forstdirektion Freiburg (Forsteinrichter Thomas Lehn vom Regierungspräsidium Freiburg) und unter der örtlichen Führung des neuen Amtsleiters der Forstbetriebsleitung Walldürn, René Maxeiner und der drei Revierleiter Ulrich Kipple, Stefan Michel und Thomas Riemer statt. Sie führten das Gremium um Bürgermeister Markus Günther in drei Waldbestände, ehe sich eine kurze Gemeinderatssitzung in Gerolzahn anschloss.

Erster Anlaufpunkt der Waldbegehung war nach kurzer Busfahrt der Waldbestand Distrikt 2 (Lindig) im Walldürner Stadtwald, wo zunächst Thomas Lehn allen Anwesenden aufzeigte und deutlich machte, dass gemäß dem seit dem Jahr 1833 bestehenden Badischen Landeswaldgesetz die öffentlichen Waldbesitzer verpflichtet sind, ihren Waldbesitz planmäßig nach periodischen Betriebsplänen zu bewirtschaften und dabei im zehnjährigen Rhythmus die Forsteinrichtung zu erneuern. Wie er betonte, werde im Zuge dieser Forsteinrichtung eine jeweilige „Inventur“ erstellt, die dann mit der vorherigen Inventur verglichen werde – ein System, das sich in der Vergangenheit stets immer bestens bewährt habe.

Schwierige Verhältnisse

Nach dieser kurzen Einführung erläuterten sodann der Forsteinrichter sowie der neue Leiters der Forstbetriebsleitung Walldürn und die Revierleiter anhand von drei verschiedenen und differenzierenden Waldbildern die doch unterschiedlichen Standortgegebenheiten sowie die jeweilige Bestandsentwicklung und Wirtschaftlichkeit je nach Standortlage. Beim ersten Waldbild im Bereich des Waldbestandes im Distrikt 2 (Lindig) wurden alle Teilnehmer von Stefan Michael mit einem etwa 5,5 Hektar großen Bestand aus 187-jähriger Kiefer und Buche mit einzelnen Eichen und Lärchen mit einer Verjüngungsschicht aus rund 20-jähriger Buche auf etwa Dreiviertel der Fläche konfrontiert.

Bei den Standorten dort handelt es sich vor allem um wechselfeuchte und vernässende Decklehme, und somit um standörtlich schwierige Verhältnisse. Ziele der geplanten Holzerntemaßnahme dort seien die natürliche Verjüngung der Kiefer und ein Übergang auf die neue Waldgeneration.

An diesem Waldbestand würden sich gut die vielfältigen Gedanken zeigen, die sich die Revierleiter machen würden, wenn sie einen solchen Bestand vorbereiten würden: „Sie würden dabei primär an Klimawandel, Waldverjüngung, Naturschutz, Erholung, Jagd, Werterhalt, Brennholzversorgung der Bevölkerung und Verkehrssicherung denken – und somit an eine echte multifunktionale Waldbewirtschaftung“ so René Maxeiner hierzu.

Forstrevierleiter Stefan Michel machte deutlich: „Die Waldschäden und der fortschreitende Klimawandel zeigen uns, dass wir heute eine Vielzahl von Mischbaumarten in unseren Beständen brauchen. Daherversuchen wir durch gezielte Verjüngungshiebe klimatolerante Lichtbaumarten wie Kiefer und Eiche natürlich zu verjüngen.“ Dabei spiele die Jagd eine die entscheidende Rolle, denn es könnten nur die jungen Bäume wachsen, die nicht vorher vom Reh verbissen würden. Auf diesen Verjüngungsflächen müsse daher ein Bejagungsschwerpunkt liegen. Der Bestand werde Blockweise bearbeitet, was wiederum heiße, dass das Altholz über der bereits vorhandenen Waldverjüngung geerntet werde, und so dann Licht geschaffen werde an Stellen, an denen bisher noch keine Verjüngung sei.

Das zweite gezeigte Waldbild im Distrikt 14 auf Gottersdorfer Gemarkung konfrontierte die Teilnehmer mit einem 1,5 Hektar großen Bestand aus Eichenstangenholz bis schwachem Baumholz, das aus Pflanzung entstanden ist, und der eine große Fläche des Walldürner Stadtwaldes präsentiert. Wie Forstrevierleiter Thomas Riemer an diesem Standort aufzeigte, habe der Stadtwald insgesamt rund 285 Hektar dieser jungen Eichenbestände, die schwerpunktmäßig auf die beiden Stürme „Vivian“ und „Wiebke“ zurückzuführen seien.

Im Verlauf seiner Ausführungen legte Thomas Riemer am ausgewählten Bestandsbild den bisherigen Entwicklungsgang seit dessen Kulturbegründung sowie die durchgeführten Maßnahmen dar. Wie er hierbei mitteilte, seien bisher Rückegassen eingelegt und die sogenannten „Zukunftsbäume“ (Z-Bäume) mit Hilfe von Brennholzselbstwerbern freigestellt worden.

Ungleichaltriger Mischbestand

Das dritte und zugleich letzte vorgestellte Waldbild im Distrikt 14, auf Gottersdorfer Gemarkung zeigte dann noch einen ungleichaltrigen Eichen-Kiefern, Buchen-Lärchen-Mischbestand mit Bäumen im Alter von 110 bis 193 Jahren mit einem Naturverjüngungsvorrat aus Buche auf 20 Prozent der Gesamtfläche.

An einem von der Forstrevierleitung ausgewählten Bestandsbild konnte man hier insbesondere auch das Ziel der Bewirtschaftung der vorher schon gesehenen jungen Eichenbestände sehen: die Erziehung von vitalen und hochqualitativen Bäumen mit geradem Stamm und großer Krone. Eingehend erläuterte Thomas Riemer auch die dort durchgeführten Maßnahmen wie die Entnahme von geschädigten Buchen und Fichten.

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