Umzug der Flüchtlingsunterkunft - Asylbewerber sind von Miltenberg nach Kleinheubach verlegt worden "Beeindruckende logistische Leistung"

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Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks und des Roten Kreuzes haben die neue Erstaufnahmestelle in Kleinheubach eingerichtet.

© Landratsamt Miltenberg

Miltenberg/Kleinheubach. Als "beeindruckende logistische Leistung" hat Landrat Jens Marco Scherf den Umzug der Erstaufnahme von der Miltenberger Realschulturnhalle in eine umgebaute und erweiterte Industriehalle in Kleinheubach bezeichnet. Scherf überzeugte sich am Samstag vor Ort, wie effektiv und engagiert die zahlreichen Mitarbeiter des Landratsamts und 130 ehrenamtliche Helfer von BRK, THW und Feuerwehr binnen eines Tages den Umzug meisterten.

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In Kleinheubach sei in nur zwei Monaten ein Projekt umgesetzt worden, das üblicherweise ein ganzes Jahr Vorlaufzeit brauchen würde, stellte Scherf klar und hob den Einsatz des Kreisbauamts hervor, das in enger Zusammenarbeit mit dem Einrichtungsleiter Tim Steinbart und dem operativen Leiter Kreisbrandrat Meinrad Lebold eine Meisterleistung vollbracht habe. Mit der leerstehenden Industriehalle in Kleinheubach sei ein idealer Standort gefunden worden, der nun zu einer Erstaufnahmeeinrichtung umgebaut worden sei, so der Landrat. Auf 1400 Quadratmetern - die Realschulturnhalle hatte 1200 Quadratmeter - finden 300 Flüchtlinge Platz. Neue Holzbetten mit neuen Matratzen ersetzen die Feldbetten, dazu ermöglichen Schränke und Spinde die Unterbringung von persönlichen Gegenständen. In Kürze soll noch ein Sichtschutz angebracht werden, so dass die Privatsphäre gewahrt ist.

Ein Raum mit mehreren Waschmaschinen kann von den Flüchtlingen ebenfalls genutzt werden, ein Aufenthaltsraum wird zurzeit noch ausgebaut. Ein Sanitärcontainer stellt unter anderem Waschgelegenheiten und Toiletten bereit. "Da es sich bei der Unterkunft des Freistaats Bayern handelt, gehe ich davon aus, dass dieser auch die Sachkosten zu 100 Prozent übernimmt", sagte Landrat Jens Marco Scherf zu den anfallenden Kosten.

Rotes Kreuz täglich vor Ort

Die Mahlzeiten werden in einem neu erstellten Bau unmittelbar neben der Wohnhalle eingenommen. Zuständig für die Versorgung ist das Rote Kreuz, das täglich von 6.30 bis 20 Uhr vor Ort ist - zu den Essenszeiten mit bis zu drei hauptamtlichen Mitarbeitern. "Wir kehren nun vom Krisenmodus zum Regelbetrieb zurück", erklärte BRK-Kreisgeschäftsführer Edwin Pfeifer. Der Speiseplan wurde mit mehreren Fachleuten und den Flüchtlingen abgestimmt, so dass die Firma Homann passende Menüs kreieren konnte.

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Am Samstag zogen binnen weniger Stunden insgesamt 172 Flüchtlinge von Miltenberg nach Kleinheubach um. Das Frühstück nahmen sie noch in der Realschule ein, das Mittagessen bereits im neuen Speisesaal in Kleinheubach. Zuvor hatte das Sozialamt alle zur Verfügung stehenden dezentralen Wohnungen aktiviert, so dass der Umzug schneller vonstattengehen konnte. Das klappte auch ausgezeichnet, so dass parallel zum Aufbau der Wohneinheiten die Flüchtlinge ihre Abteile bezogen. "Die neue Unterkunft wurde sehr positiv aufgenommen", hat Einrichtungsleiter Tim Steinbart beobachtet. Zuvor habe man den Umzug "intensiv kommuniziert. Bei den 172 Bewohnern wird es aber nicht bleiben, denn durchschnittlich kommt pro Woche ein Bus mit 38 Flüchtlingen. Diese werden mittlerweile im Landratsamt registriert und erst anschließend in die Unterkunft verbracht.

Langsam wird nun auch an der Realschule in Miltenberg wieder Normalität einkehren. Sobald eine Firma den verlegten Boden entfernt hat, werden die Wartungsarbeiten erfolgen. Sobald diese beendet sind, steht die Halle wieder für den Schul- und Vereinssport zur Verfügung - spätestens Mitte Dezember soll das der Fall sein.