Wahlkampftermin - Grünen-Staatssekretär Dr. Andre Baumann besuchte mit Landtagskandidat Dr. Leonhard Haaf das Naturschutzgebiet Brachenleite „Wir brauchen noch mehr solcher Flächen“

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Tauberbischofsheim. Das Naturschutzgebiet Brachenleite in Tauberbischofsheim ist etwas Besonderes. Jahrzehnte lang wurden die 64,4 Hektar als Standortübungsplatz der Bundeswehr genutzt. In dieser Zeit kamen weder Pestizide noch Dünger zum Einsatz. Dadurch ist es zu einer Naturoase mit einem großen Vorkommen von seltenen Tier- und Pflanzenarten geworden. Der Staatssekretär im Staatsministerium und Bevollmächtigte des Landes beim Bund, Dr. Andre Baumann, der Landtagskandidat der Grünen Main-Tauber, Dr. Leonhard Haaf, und Nabu-Mitglied Monika Becker statteten diesem Gebiet nun einen Besuch ab.

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Nach dem Abzug der Bundeswehr 2008 hat die örtliche Nabu-Gruppe zunächst eine Bestandsaufnahme gemacht und Flora und Fauna dokumentiert. Dies war die Grundlage dafür, das Gebiet auf Druck der Landesregierung ab 2015 unter Naturschutz zu stellen.

Wichtiger Lebensraum

Er freue sich sehr über diesen Erfolg, so Dr. Baumann, der selbst maßgeblich an den Verhandlungen mit der Stadt Tauberbischofsheim beteiligt war. „Die artenreiche Wacholderheide ist ein Lebensraum für viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten“. Der Staatssekretär nennt als Beispiel den Kreuzenzian und den Ziegenmelker. Der Nabu habe 92 Arten gefunden, die auf der Roten Liste stehen und 74, die in Vorwarnlisten aufgeführt sind.

Dr. Baumann betonte, dass die grün-geführte Landesregierung auf Kooperation statt Konfrontation mit der Landwirtschaft setze. Die Landwirte müssten von ihren Einkommen leben können „und auch mal in den Urlaub fahren“. Nur gemeinsam sei die Kulturlandschaft zu erhalten. Sehr wichtig sei dabei die Schafbeweidung.

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„Die Landesregierung hat die Mittel dafür von 30 Millionen auf 107 Millionen Euro pro Jahr erhöht“, stellte Baumann, der von 2016 bis 2020 Staatssekretär im Landesumweltministerium war, fest, „um Verträge mit der Landwirtschaft schließen zu können“. Mit ihrem Verhalten könnten auch die Verbraucher dazu beitragen, das Einkommen der Schäfer zu sichern.

Landtagskandidat Dr. Leonhard Haaf freute sich, dass der Main-Tauber-Kreis zur Bio-Musterregion erklärt wurde. Dieses Programm sei von den Grünen in den letzten Koalitionsvertrag hineinverhandelt worden, berichtete Dr. Baumann.

„Brachenleite ist ein Vorbild“

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Im 2020 verabschiedeten „Biodiversitätsstärkungsgesetz“ sei das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ weiterentwickelt worden.

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Im Konsens mit der Landwirtschaft, dem Nabu, dem Bund und den Initiatoren des Volksbegehrens habe man vereinbart, die Menge der eingesetzten Pestizide um 40 bis 50 Prozent zu reduzieren. Der Anteil des Ökolandbaus werde auf 30 bis 40 Prozent erhöht.

Monika Becker sah einen Erfolg des Schutzes der Brachenleite darin, dass das Gebiet nun nicht mehr mit schweren landwirtschaftlichen Maschinen befahren wird. Außerdem erfülle es eine wichtige Funktion für die Naherholung der Bevölkerung. „Die Brachenleite ist ein Vorbild“, fand auch Dr. Baumann. „Wir brauchen noch mehr solcher Flächen“. Er sah darin Chancen für einen naturverträglichen Tourismus.

Bei einer Wanderung durch das Taubertal habe er festgestellt, dass die Schutzgebiete dort so schön sind, „dass man sie besuchen sollte“. Ins Landtagswahlprogramm der Grünen wurde deshalb aufgenommen, in den nächsten fünf Jahren 20 neue Naturschutzgebiete auszuweisen.