Corona-Krise - Gesprächsrunde mit Vertretern der Caritas und Wolfgang Reinhart Über akute Missstände ausgetauscht

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Tauberbischofsheim. In einer digitalen Gesprächsrunde haben sich Vertreter des Diözesan-Caritasverbands Rottenburg-Stuttgart und des Caritasverbands im Tauberkreis mit dem Fraktionsvorsitzenden der CDU im Landtag, Wolfgang Reinhart, über Missstände ausgetauscht, die nicht nur wegen Corona besonders zum Tragen kommen.

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Matthias Fenger, Vorstand der Caritas im Tauberkreis, und Dr. Annette Holuscha-Uhlenbrock, Vorstandmitglied im Caritas Diözesanverband, äußerten sich zu Problemen bei der Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes und der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen. Fenger beleuchtete dabei insbesondere Themen aus der Region Main-Tauber. Er berichtete, dass das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden und bei den ganzen Hilfen von Bund und Land vergessen zu werden, für Menschen mit Behinderung besonders schlimm sei. Von den versprochenen Unterstützungen sei noch fast nichts bei den Menschen angekommen. Als Caritas sei man im Main-Tauber-Kreis bereits mit 300 000 Euro in Vorleistung gegangen – ohne direkte Zusage aus dem Sozialministerium, dass das Geld auch bald fließt.

„Wir haben uns klar für die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes positioniert. Das ist für mich nicht nur eine Verpflichtung, es ist auch eine Frage unseres demokratischen Selbstverständnisses“, sagte Reinhart seine Unterstützung zu.

Der Vorsitzende der Caritas Konstanz, Andreas Hoffmann, bemängelte, dass es seitens der Bundesregierung bereits einen Plan und eine finanzielle Ausstattung für 3000 weitere Stellen in der Pflege in Baden-Württemberg gebe, aber keine offizielle Stelle davon etwas wisse. Das Überleben der Caritas werde in diesen Zeiten immer schwerer, weil man in fast kein Förderprogramm passe. „Für die Zukunft wäre eine Finanzsicherheit notwendig.“

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Man habe den Kommunen für ihre Ausfälle durch Corona ein Gesamtbudget von 4,2 Milliarden Euro für 2020 gegeben, das nicht zurückgezahlt werden muss. Daraus müssten auch die Verpflichtungen der Kommunen und Kreise an die Sozialverbände bestritten werden, betonte Reinhart. Zum Thema Integrationsmanagement sprach Ulrike Sommer (Caritas Schwarzwald-Gäu) von schweren Problemen durch Corona. Es sei immer schwieriger geworden, die betroffenen Familien zu erreichen. me