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Leserbrief - Zu „347 000 Euro für den Multifunktionsweg“ (FN, 5. Juli) Kein Freudentaumel über die Asphaltierung des Waldwegs

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Die Motivwahl für das Übergabefoto des Bewilligungsbescheids für den Multiweg Kessachtal II ist meines Erachtens bezeichnend. Eine unberührte Naturlandschaft wird mit einem Baugerüst verschandelt, welches künstlerisch wertvoll sein soll. Hier mag man ästhetisches und ökologisches Empfinden in Frage stellen.

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Sehr geehrter Herr Minister Hauk, sehr geehrter Landrat Dr. Brötel, sind Sie ein paar Schritte weitergelaufen und haben sich den Weg, der erstmalig mit Asphalt (und unseren Steuergeldern) versiegelt werden soll, angeschaut? Es ist ein festgefahrener Wald- und Wiesenweg, der sich ohne jede Steigung – und ohne groben Schotter – beschaulich durch die Landschaft schlängelt.

Interessieren würde mich auch, welche Landwirte glücklich über die Asphaltierung sind? Gewünscht war – meines Wissens – nur ein Zugang auf die Mühlwiesen von Seiten des Gerüsts kommend. Hintergrund ist, dass die Durchfahrt beim Gewölbekeller der Unteren Mühle für die großen landwirtschaftlichen Fahrzeuge zu eng ist. Durch das aktuell geplante Geländer oberhalb unseres Wohngrundstücks verschärft sich diese Situation noch. Neben mir und einem anderen Grundstückbesitzer, gibt es sonst nur Kleinstparzellen mit Waldgrundstücken.

Von Ihrem Dank an die „hervorragend kooperierende“ Teilnehmergemeinschaft dürfen Sie mich gerne ausnehmen. Als einzige Anwohnerin und Inhaberin des weitaus größten Anteils betroffener Fläche habe ich versucht, in der Teilnehmergemeinschaft Gehör zu finden. Doch selbst die Bitte, die beidseitigen Zufahrtswege für einige Meter zu pflastern, damit optisch ansprechend klar ist, dass es keine Verkehrsstraße ist, wurde abschlägig beschieden. Neben Umweltverbänden sowie anderen Teilnehmern und Bürgern habe ich mich dafür eingesetzt, diesen für die Biotopvernetzung so wichtigen Teilbereich Mühle-Gerüst natürlich zu belassen. Eine Asphaltierung ist komplett unnötig. Und wer das nicht glaubt, darf sich gerne in unseren Garten setzen und sich die vorbeiflitzenden großen und kleinen Radfahrer sowie Spaziergänger mit Kinderwagen oder auch Rollator sowie sehr viele Jogger zu Gemüte führen. Leider war das Projekt schon beschlossene Sache, bevor der Vorstand der Teilnehmergemeinschaft überhaupt gegründet war. Alternativvorschläge zur Attraktivitätssteigerung der Region, die das Alleinstellungsmerkmal von Merchingen – die variantenreiche Natur- und Tierwelt – hervorheben würden, statt selbige zu zerstören, verpufften ungehört. Alternative Vorschläge zur Finanzierung der Ausgleichsmaßnahme am kleinen Wehr ebenso. Ein wirklicher Dialog kam in der vom Teilnehmer Stadt geleiteten Gemeinschaft nicht zustande. Das Projekt sollte umgesetzt werden, Bedenken wirklich betroffener Teilnehmer waren ein Störfaktor. Ich bin enttäuscht über die Form der Zusammenarbeit und einfach traurig über das Ergebnis.

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Der verantwortliche Ingenieur vom Fachdienst Flurneuordnung und Landentwicklung Christoph Haberkorn macht einen verlässlichen Eindruck. Ich denke, dass die Arbeiten zumindest sorgfältig ausgeführt werden und hoffe, es gibt weniger Kollateralschäden als beim letzten Mal, beim Bau des „Regenüberlaufbeckens“, de facto eine offene Abwassersammelstelle, am anderen Ende unseres Grundstücks vor zwölf Jahren. Doch das ist ein ganz eigenes Thema…

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