Im Rahmen einer Feierstunde - Elke Ander, langjährige Leiterin des Hauptamts der Stadt Osterburken, wurde in den Ruhestand verabschiedet / Zahlreiche Ehrengäste „Von Kopf bis Fuß auf Borke eingestellt“

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Helmut Frodl
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Zahlreiche Gäste nahmen an der Verabschiedung von Osterburkens langjähriger Hauptamtsleiterin Elke Ander teil. © Frodl

Osterburkens Hauptamtsleiterin Elke Ander hatte am Freitag ihren letzten Arbeitstag: Nach 51 Jahren und fünf Monaten im Dienst der Römerstadt ging sie in den wohlverdienten Ruhestand.

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Osterburken. Vor rund 200 geladenen Gästen verabschiedete sich die Hauptamtsleiterin der Stadt Osterburken, Elke Ander, am Donnerstagabend in der Baulandhalle im festlichen Rahmen von ihren treuesten Weggefährten, mit denen sie in ihrem langen und bewegten Berufsleben zusammengearbeitet hat.

Nach einem von Professor Kalman Irmai vorgetragenen Musikstück begrüßte Bürgermeister Jürgen Galm die Persönlichkeiten aus Verwaltung, Wirtschaft und öffentlichem Leben. Erna Brümmer, Frau des früheren Bürgermeisters und Ehrenbürgers Klemens Brümmer war unter den Gästen, ebenso wie beinahe vollzählig die aktiven wie ehemaligen Bürgermeister aus den RIO-Gemeinden sowie Ortsvorsteher, Stadträte, Mitarbeiter und ehemalige Kollegen der Stadtverwaltung, Vertreter der Schulen, Banken und Kirchen. Ein besonderer Willkommensgruß galt natürlich Elke Ander und ihrer Familie.

In seiner Laudatio erinnerte Galm an den ersten Arbeitstag von Elke Ander vor 51 Jahren im Osterburkener Rathaus. Mit vielen Erwartungen, Plänen und Zielen sei sie damals ins Berufsleben gestartet.

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Während sich andere darüber gefreut hätten, weil sie ihren Ruhestand nicht hätten erwarten können, sei dies bei der Jubilarin zweifellos anders gewesen, denn: Sie liebe ihre Arbeit. Und ihr Leben sei mit dieser Arbeit im Rathaus und für die Stadt über alle Maßen hinaus verbunden. Mit „zwei weinenden Augen“ werde sie das Hauptamt verlassen. Galm zog mit „besonderen Gefühlen“ eine überaus freudige und positive Bilanz von Elke Anders langem Arbeitsleben.

Er begann seine Ausführungen mit der Einstellung des „jungen Fräuleins“ Elke Graf am 1. September 1968, erinnerte an die Ausbildungszeit und die Übernahme in die Dienste der Stadt. 1973 holte sie der damalige Bürgermeister Klemens Brümmer in sein Sekretariat, wo ihr viele Aufgaben übertragen wurden. Elke Ander war an der „Drehscheibe der örtlichen Kommunalpolitik“ gelandet.

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Ihr Höhepunkt war die Bestellung zur Leiterin des neuen Hauptamtes der Stadt Osterburken im Jahre 1998. „Sie war ein Mensch, der sich in einem besonderen Maße mit seiner Arbeit identifizierte, wie man es nur bei ganz wenigen wiederfindet“, so Galm, und weiter: „Ihr Beruf war für sie Erfüllung. Sie hat ihn nicht als Pflicht angesehen, sondern ist dies immer mit großer Leidenschaft angegangen. Und auf Ander war zu 100 Prozent Verlass. Ihre Loyalität war beispielhaft. Der Dienst zum Wohl der Stadt stand bei ihr immer an erster Stelle der Tagesordnung.“

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Ihr sei nichts zu viel gewesen, „sie scheute keine Verantwortung, bewies großes Organisationstalent, war ein ,lebendiges Archiv’ und lebte und fühlte das kommunale Leben einfach mit.“ Sie habe damit den Bürgermeistern die Arbeit erleichtert und ihnen Freiraum für die eigentliche Arbeit geschaffen.

Jürgen Galm stellte einige Schwerpunktthemen von Anders umfangreicher Arbeit heraus: Sie war Bindeglied zwischen Institutionen jeglicher Art, zu den Vereinen, den kirchlichen Trägern und Schulen. Sie plante Feste und setzte sich für die Partnerschaft mit Hondschoote und dem Partnerschaftsverein ein. Kurzum, so Galm: „Sie war von Kopf bis Fuß auf Borke eingestellt.“ Galm dankte Elke Ander für diese große, besondere und einzigartige Lebensleistung.

Sie war und ist eine Institution, was auch die Dankesworte von verschiedenen Personen deutlich zeigten. Sie war für fast alles Ansprechpartnerin rund um Osterburken und hatte stets ein offenes Ohr für die Probleme.

Mit einem „riesengroßen Danke“ für diese Lebensleistung und für die ein halbes Jahrhundert währende Leidenschaft für die Menschen vor Ort beendete Galm seine Ansprache, überreichte Blumen und Geschenke.

Nach einem weiteren Musikstück, gespielt von Nikola Irmai-Koppanyi und Istvan Koppanyi, ließ Hans Müller in einer Bilderpräsentation die Arbeit von Elke Ander „51 Jahre in städtischen Diensten“ Revue passieren. Deutlich war zu sehen, wie sich nicht nur die Person Elke Ander, sondern auch die Stadt verändert hat.

In ihrem Rückblick, verbunden mit vielen Worten des Dankes, ging Elke Ander auf ihre zu Ende gehende Dienstzeit bei der Stadt Osterburken ein und meinte, dass sie damals, vor 51 Jahren, einen perfekten Arbeitsplatz gefunden habe. Es war für sie die richtige Entscheidung gewesen, ihre Arbeitskraft einem Arbeitgeber zur Verfügung zu stellen. 51 Jahre im städtischen Dienst bedeuteten für sie auch Dienst an der Gemeinschaft.

Ihre Ansprüche, die sie für ihre Arbeit hatte, waren immer ganz oben an der Messlatte angelegt. Sie stellte fest, dass sich Borke in ihrer langen Dienstzeit sehr veränderte. „Aus einem kleinen, landwirtschaftlich geprägten Städtchen ist ein Zentrum für die umliegenden Gemeinden geworden.“

Eine größere Bedeutung als Römerstadt habe man durch den Neubau des Römermuseums und als Weltkulturerbe erhalten. In diesen Jahrzehnten habe sich die Stadt als Schulstadt entwickelt, die sie während der Dienstzeit auch mit begleitete, wie viele andere Projekte auch.

Ihr Motto lautete immer: „Nicht reden, sondern schaffen“. Sie bedankte sich bei allen. mit denen sie erfolgreich zusammengearbeitet hat. Daran werde sie sich immer gerne erinnern. Sie bedankte sich auch für die große Wertschätzung, die sie erhalten habe. Es sei eine große Ehre gewesen, für ihre Heimatstadt so lange arbeiten zu dürfen. Dieses lange Kapitel in ihrem Leben sei nun beendet. „Ein neuer Lebensabschnitt beginnt“, sagte sie, den Tränen nahe.

Nach einem weiteren Musikstück bedankte sich Bürgermeister Galm bei allen Helfern, die zum Gelingen des Festabends beigetragen haben, insbesondere den Mitgliedern der DLRG für die Übernahme der Bewirtung. Galm bedankte sich zudem bei Hans Müller für die Bildpräsentation, die auch einen tollen Überblick über die Entwicklung der Stadt in den vergangenen 50 Jahren widerspiegelte.

Beim anschließenden Empfang gab es genügend Zeit zur gemeinsamen Begegnung und um sich von Elke Ander mit den besten Wünschen für eine gute Zukunft zu verabschieden.