Ganztagsgymnasium Osterburken (GTO) - Ministerin für Kultus, Jugend und Sport, Dr. Susanne Eisenmann, zu Besuch / Diskussion mit den Schülern / Eintrag ins Goldene Buch der Stadt „Schule ist eben doch mehr als nur Unterricht“

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Nicola Beier
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Bei ihrem Besuch am GTO in Osterburken trug sich Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann (vorne) im Beisein von Bürgermeister Jürgen Galm, MdL Peter Hauk, Landrat Dr. Achim Brötel und Schulleiterin Regina Krudewig-Bartel (von links) ins Goldene Buch der Stadt ein. © Nicola Beier

Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann besuchte am Freitag das GTO. Großes Thema war das Lernen unter Corona-Bedingungen und der Neubau der Schule.

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Osterburken. Der Neubau des Ganztagsgymnasiums in Osterburken ist ein großes Thema. Auch deswegen besuchte Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann auf Einladung von Landrat Dr. Achim Brötel am Freitag die Schule. Zweiter wichtiger Punkt war die Corona-Pandemie und deren Auswirkungen auf die Schüler. Gemeinsam mit MdL Peter Hauk, Bürgermeister Jürgen Galm und zahlreichen Ehrengästen wurde die Ministerin gleich zu Beginn vom Landrat begrüßt.

PCB-Belastung am GTO

Dr. Brötel sprach neben dem Coronavirus, welches das Schulleben vor neue Herausforderungen stellt, auch die PCB-Belastung im Gebäude an. „Es war für uns alle ein Schlag, als wir aus heiterem Himmel von der Belastung erfuhren“, so der Landrat. Diese läge zwar weit unterhalb des Interventionswertes, zwinge aber dennoch zum baldigen Handeln. Somit war die geplante Generalsanierung hinfällig und man entschied sich für einen Ersatzneubau. Aus der Schule im Umbruch sei deshalb inzwischen längst eine Schule im Aufbruch geworden. Der Förderantrag wurde bereits eingereicht, jedoch benötige man die Zusage des Landes. Dazu bat er um die persönliche Unterstützung der Ministerin und verwies noch einmal auf die Dringlichkeit. Der Bau solle bereits 2022 beginnen und bis Ende des Schuljahres 2024 andauern.

Anschließend begrüßte auch Schulleiterin Regina Krudewig-Bartel die Ministerin und ging kurz auf die lange Historie der Schule ein. So war das Ganztagsgymnasium schon immer eine Besonderheit in der Bildungslandschaft Baden-Württembergs, wenn nicht sogar der ganzen Republik.

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Dr. Eisenmann hielt sich mit ihrer Begrüßungsrede auch zurück, um den Schülern die Möglichkeit zu geben, Fragen zu stellen. Auch sie ging auf die Planungen des Neubaus ein. „Sie stehen hier vor baulichen Herausforderungen, jedoch sollte die bestmögliche Lösung für die Schüler erreicht werden“, betonte sie. Danach thematisierte sie die durch das Coronavirus entstandene Problematik: „Es liegt an uns, mit einer gewissen Ruhe durch die Zeit zu kommen und durch richtige Maßnahmen auf das Geschehen zu reagieren.“

Die Schüler hatten viele Fragen für die Ministerin vorbereitet, die sich allesamt um die aufgetretenen Probleme während des Homeschoolings sowie den jetzigen Unterrichtsbedingungen drehten. Ein Schüler berichtete vom schlechten Internetzugang in seinem Heimatort. Das Netz sei zeitweise überlastet, weil er sich den Zugang mit seinen Eltern und zwei Geschwistern teilen musste. Somit konnte er den Schulstoff nicht abrufen, weshalb ihm der Lehrer die Unterlagen auf einem Stick per Post nach Hause schicken musste.

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„Der Glasfaserausbau ist berechtigter weise ein Problem. Die Defizite sind klar erkennbar und wir brauchen dringend Lösungen“, so die Ministerin. Auch die nicht einheitlichen Strukturen sind den Schülern aufgefallen. So gelang beispielsweise das Zugreifen auf Unterlagen und das Abhalten von Videokonferenz an einigen Schulen besser als an anderen, weshalb die Schüler klarere Regelungen und die Unterstützung für die Lehrer forderten.

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Auch dieses Problem habe Dr. Eisenmann gemeinsam mit ihrem Team erkannt. „Allerdings möchte ich die gute Arbeit der Lehrer an dieser Stelle loben“, fuhr sie fort. Das Virus habe deutlich gemacht, dass die Digitalisierung im Land noch nicht so weit ausgebaut sei und sich die Ausrüstung der Schulen nicht durchgängig zeige, womit sich auch für die Schüler unterschiedliche Voraussetzungen ergaben.

Unterstützung für die Schulen

Daran werde momentan gearbeitet, so dass letztlich gleiche Bedingungen für alle Schüler herrschen sollen, so Dr. Eisenmann. Sie verwies in diesem Zusammenhang auf die Dinge, die sich seit März bereits verbessert haben. „Wir waren null komma null auf diese Krise vorbereitet, aber wir haben nachgearbeitet, damit es nun Unterstützung bei der Umsetzung der Vorgaben gibt. Ich hoffe man kann feststellen, dass wir seit März besser geworden sind.“ So soll auch eine zentrale Plattform geschaffen werden, welche die Schüler und Lehrer nutzen können, um Dokumente auszutauschen. Bisher lief dies über diverse Anbieter wie „Dropbox“ oder „Moodle“.

Eine Schülerin machte deutlich, dass das selbstständige Lernen die Jugendlichen vor große Herausforderungen stellte und der persönliche Kontakt während des Lockdowns fehlte. Diese Resonanz habe auch Dr. Eisenmann erhalten. „Schule ist eben doch mehr als nur Unterricht“, schmunzelt sie. Deshalb war es ihr wichtig, die Schüler wieder zurück an die Schulen zu holen – selbstverständlich mit den getroffenen Hygienemaßnahmen. So plane man mit Gruppen, die sich untereinander nicht vermischen, um bei einer möglichen Infektion nur eine Klasse und die betroffenen Lehrer in Quarantäne schicken zu müssen. „Wir setzen alles daran, dass nicht die komplette Schule geschlossen wird.“ Im Hinblick auf den Winter empfiehlt sie regelmäßiges Lüften und grundsätzliche Vorsicht auch außerhalb der Schule.

Mit Blick auf den aktuellen Abiturjahrgang und die kommenden Prüfungen, welche bereits nach hinten verschoben wurden, versprach sie mehr Wahlthemen für die Lehrer und individuelle Aufgaben für Baden-Württemberg, so dass sich die Jugendlichen keine Sorgen machen müssen. „Es wird Rücksicht auf den aktuellen Stand der Schüler genommen.“ Im Anschluss wurden noch die Pläne zum Neubau der Schule vorgestellt.

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