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 „Schule am Limes“ - Unterricht verläuft anders, als noch vor Corona / Durch die kleineren Klassen können sich die Lehrer besser auf die Schüler konzentrieren Präsenzunterricht ist nicht ersetzbar

An der „Schule am Limes“ werden die Abschlussklassen an zwei Tagen in der Woche im Präsenzunterricht betreut. Das finden nicht nur Schüler, sondern auch die Lehrer gut.

Von 
Nicola Beier
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An zwei Tagen in der Woche haben die Abschlussklassen der Schule am Limes Präsenzunterricht. Die restlichen Tage lernen sie von Zuhause. © Nicola Beier

Osterburken. Immer dienstags und donnerstags kommen die Abschlussklassen 10 der Gemeinschaftsschule „Schule am Limes“ in Osterburken ins Schulgebäude und werden von ihren Lehrern in den Hauptfächern Mathe, Deutsch, Englisch und ihrem Wahlfach unterrichtet. „Die Kinder sind Zuhause sehr diszipliniert, dennoch kann das Heimlernangebot den Präsenzunterricht nicht ersetzen“, erläutert Schulleiter Bernhard Klenk die Entscheidung, die Abschlussklassen zweimal die Woche in Osterburken zu unterrichten. Gerade mit Blick auf die Prüfungen, die im März beginnen, sei der direkte Austausch zwischen Schülern und Lehrern wichtig, fügt Konrektor Steffen Bachert an.

Mindestabstand und Lüften

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Die Klassen werden im Präsenzunterricht auf zwei Klassenzimmer aufgeteilt, in denen sich dann zwei Lehrkräfte um die Schüler kümmern. So kann der Mindestabstand von zwei Metern problemlos eingehalten werden. Zusätzlich wird alle 20 Minuten gelüftet. Dies sei an milden Tag noch verträglich, aber wenn die Temperaturen im Winter unter den Gefrierpunkt sinken und es zusätzlich noch stürmt, hätte schon der eine oder andere Schüler eine Decke mitgebracht, berichtet Greta Franke, Deutschlehrerin in Osterburken.

In ihrer Unterrichtsstunde am Donnerstag ging es um Appositionen und Erläuterungen. Eine Schülerin der Klasse nahm trotz der Möglichkeit, im Unterricht präsent zu sein, von Zuhause aus teil. „Schlussendlich können das die Eltern entscheiden“, erklärt sie.

Die Teilnahme von Zuhause sei an der Schule am Limes aber erstmal kein Problem. Jeder Lehrer ist mit einem I-Pad ausgestattet, über dessen Kamera die Schüler per Microsoft Teams alles verfolgen können. Sollten jedoch mehrere Schüler gleichzeitig von Zuhause aus zusehen, könne es schonmal sein, dass technische Probleme auftreten, weiß Markus Niestroj. „Da kommen Bild und Ton dann schon mal 15 Minuten verzögert beim Schüler an.“

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Auch der Unterricht läuft etwas anders ab, als gewöhnlich. Haben die Lehrer ihre Aufschriebe mit den Schülern vor Corona noch im Unterricht direkt erarbeitet, werden bei den meisten nun schon fertige Aufschriebe ausgeteilt, die dann per E-Mail an die Schüler Zuhause geschickt werden können. Nachdem das Material durchgearbeitet wurde, bleibt so mehr Zeit, um Fragen zu klären. Die restlichen Tage der Woche verbringen die Schüler an den heimischen Schreibtischen und erhalten ihre Aufgaben und Dokumente über die App „Padlet“, einer Online-Pinnwand, auf der Schüler sehen, was sie die Woche über zu erledigen haben. Zusätzlich finden Videokonferenzen statt, um den Stoff zu vermitteln.

„Man kommt besser voran“

Von der Kombination aus Präsenzphasen und Homeschooling ist Franke überzeugt. „Man kommt so besser mit dem Stoff voran“, ist ein wichtiges Argument für den Unterricht im Schulgebäude. Gerade weil immer noch Unterrichtsstoff aus dem letzten Schuljahr nachgearbeitet wird. Wenn Schüler ihre Aufgaben Zuhause erledigen, tut sich vielleicht doch die ein oder andere Frage auf, die normalerweise vom Lehrer beantwortet werden kann. „Dann bin ich nicht direkt erreichbar und der Schüler muss auf meine Antwort warten, bis er weitermachen kann.“

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Darin sieht auch Niestroj ein Problem: „Schüler lernen, indem sie Fehler machen, die dann verbessert werden.“ Wenn die Jugendlichen nicht gleich eine Rückmeldung und Richtigstellung erhielten, werde so der Lernfluss gestört.

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Julian Recke, Schülersprecher an der Schule am Limes, spricht sich ebenfalls klar für den Präsenzunterricht aus. „Das ist definitiv besser.“ Jedoch gehe die Gesundheit vor, weshalb er auch verstehen kann, wenn Schüler Zuhause blieben. Angst, dass er in den bald anstehenden Prüfungen schlechter abschneidet, hat er nicht: „Die Lehrer sind in den kleineren Gruppen sehr auf uns fokussiert, wodurch sie uns den Stoff besser beibringen können. Daher bin ich optimistisch.“ So ist es kein Wunder, dass sich nicht nur Recke, sondern auch die anderen Lehrer für das Beibehalten des Präsenzunterrichts aussprechen.

Gemeinsam die Situation meistern

Schulleiter Klenk hat dennoch einen Wunsch: „Der Gedanke, dass Lehrer nur halbtags arbeiten und dann Zuhause viele Zeit haben, soll verschwinden.“ Schließlich hätten seine Kollegen in den letzten Wochen und Monaten viel auf die Beine gestellt, zumal nicht jeder sofort mit der Technik umgehen konnte. Dazu kommt die Arbeit am Wochenende, bei der die Aufgaben der Schüler, die diese unter der Woche gemacht haben, kontrolliert werden. So hofft er, dass auch das zweite Halbjahr diszipliniert und ordentlich gearbeitet wird, damit man die Situation gemeinsam meistert.

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