Sitzung des Gemeinderats Osterburken - Gutachten schlägt Stützpunkt im Bereich Osterburken vor / Auch Mosbach und Walldürn bieten mit Großes Interesse an Luftrettungsstandort

Hebt in Osterburken bald ein Rettungshubschrauber ab? So sieht es zumindest ein Gutachten vor, welches den Standort im Bauland als zentralen Stützpunkt empfiehlt.

Von 
Nicola Beier
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Um die Versorgungssicherheit garantieren zu können, sieht ein Gutachten einen weiteren Luftrettungsstandort im Bereich Osterburken vor. Der Gemeinderat und die Verwaltung von Osterburken befürworten diesen Vorschlag und wollen dies auch gegenüber dem Innenministerium signalisieren © Stefan Sauer/dpa

Osterburken. Im Rahmen einer Länderratskonferenz wurde Ende Juli ein Gutachten zur Struktur- und Bedarfsanalyse der Luftrettung Baden-Württemberg vorgestellt, welches die Verlegung von Hubschraubern sowie zwei neue Standorte vorsieht (die FN berichteten).

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Einer dieser neuen Standorte soll im Bereich Osterburken liegen, der zweite ist in Lahr geplant. Dadurch werden die noch vorhandenen Versorgungslücken in der Luftrettung geschlossen. Die Vorgabe dafür ist, dass jeder Hubschrauber tagsüber alle potenziellen Einsatzorte innerhalb von 20 Minuten, nachts innerhalb von 30 Minuten erreicht.

Galm bietet Unterstützung an

Bürgermeister Jürgen Galm hatte sich sofort nach Bekanntwerden dieses Ergebnisses in einem Schreiben an den zuständigen Staatssekretär im Innenministerium, Wilfried Klenk, gewandt und die Unterstützung seitens der Stadt wie auch des Gemeindeverwaltungsverbandes bei der Suche und Auswahl eines geeigneten Standortes angeboten, wie er in der Gemeinderatssitzung am Montag in der Baulandhalle gegenüber dem Gremium deutlich machte. Im Vordergrund steht dabei, dass die Versorgungslücke, welche es im Bauland und angrenzenden Hohenlohekreis gibt, geschlossen wird. Um dies gegenüber den zuständigen Stellen deutlich zu machen, ist es laut Galm wichtig, dass die Zustimmung mit einem Beschluss des Gemeinderates nochmals unterlegt wird.

Jedoch haben sich die Städte Mosbach und Walldürn mit den Verkehrslandeplätzen in Lohrbach und Walldürn als mögliche Standorte für einen Rettungshubschrauber ebenfalls ins Spiel gebracht. Als Argument nennen die Kommunen die bereits vorhandene Infrastruktur sowie die Generierung zusätzlicher Einnahmen für die jeweils privat betriebenen Verkehrslandeplätze.

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Bürgermeister Galm betonte, dass er die Gründe aus öffentlicher Sicht zwar nachvollziehen könne, dies bei der Entscheidung über den neuen Standort jedoch nicht ausschlaggebend sein dürfe. Es könne sogar sein, dass durch die parallele Nutzung eines Verkehrslandeplatzes der Flugbetrieb der Rettungshubschrauber sogar beeinträchtigt werde. Deshalb will er sich nach wie vor für einen Standort im Bereich Osterburken aussprechen, zumal auch die Gutachter zu diesem Schluss kamen.

Außerdem spreche der einzuhaltende 20-Minuten-Flugradius für eine Stationierung im Bauland, da so alle möglichen Einsatzorte, auch die im Hohenlohekreis, rechtzeitig erreicht werden. Dies war bisher nicht der Fall.

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Deshalb signalisierten auch die anderen RIO-Bürgermeister sowie Landrat Dr. Matthias Neth aus dem Hohenlohekreis ihre Unterstützung. Neth wolle sich, sofern die Stationierung nicht wie geplant bei Osterburken stattfinde, für einen Standort im Hohenlohekreis einsetzen.

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Um die Stationierung des Hubschraubers im Bereich Osterburken einzufordern, benötigte die Verwaltung die Zustimmung des Gremiums. Dieses stimmte ausnahmslos dafür, die Forderung für einen Luftrettungsstandort nach rein fachlichen Kriterien anhand des Gutachtens gegenüber dem Innenministerium nochmals deutlich zu machen.

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