AdUnit Billboard

Leserbrief - Zum Antrag der Southsidebase auf Zulassung weiterer Flugzeuge auf dem Flugplatz Schlierstadt-Seligenberg Freischein für massive Aufstockung der Flugbewegungen

Lesedauer

Die Betreiberfirma des Flugplatzes Schlierstadt hat beim Regierungspräsidium Stuttgart einen Antrag auf Genehmigung von drei verschiedenen Flugzeugen gestellt. Der Antrag kann unter www.rp-stuttgart.de unter der Rubrik „Bekanntmachungen Luftverkehr“ eingesehen werden.

Hier die entscheidende Passage des Antrags: „Folgende Luftfahrzeuge sollen, neben den bereits bestehenden, in die Genehmigung des Sonderlandeplatzes aufgenommen werden: Flugzeuge bis zu MTOM von 2000 Kilo (statt bisher 1750 Kilo), Pilatus Porter PC-6, Cessna C 208 Caravan oder Daher Kodiak 100“. Offensichtlich ist eine massive Ausweitung der Flugbewegungen geplant, sonst würde dieser Antrag ja keinen Sinn machen. Wenn drei Flugzeuge abwechselnd fliegen, können dreimal mehr Fallschirmspringer bedient werden. Heißt im Umkehrschluss für die Anwohner, mindestens ein bis zwei Flugzeuge sind in der Luft, das dritte lädt in der Zwischenzeit neue Fallschirmspringer. Damit haben wir immer Flugzeuge in der Luft, und es brummt unaufhörlich und oft noch lauter als bisher. Außerdem soll die Zuladung erhöht werden, das bedeutet logischerweise noch mehr Lärm.

Weiter unten im Antrag steht: „Unser Flugbetrieb wird auch weiterhin hauptsächlich durch Fallschirmsport geprägt sein.“ Man äußerst sich nicht konkret, hält sich aber geschickt ein weiteres Fenster offen. Logischerweise wird sich dieses Fenster auf weitere Flugzeugbewegungen beziehen, ein anderes Geschäftsmodell hat die Firma ja nicht. Und weiter: „Ferner sind keinerlei Ausbaumaßnahmen geplant. Es sollen auch in Zukunft keine Fremden starten oder landen dürfen, ohne dass diese vorab die Zustimmung des Betreibers eingeholt haben (PPR), um eine eventuelle Lärmbelästigung der Umgebung so gering wie möglich zu halten.“ Man muss ja kein weiteres Flugfeld bauen oder neue Hallen, man kann mit der vorhandenen Start- und Landebahn die Anzahl der Flugbewegungen problemlos vervielfachen. Im Klartext heißt das, dass noch zusätzliche Starts und Landungen weiterer Flugzeuge der zugelassenen Typen anderer Firmen möglich sind, wenn „Southsidebase“ es erlaubt.

Zusammenfassend muss man sagen, dass die Betreiberfirma nach einer Genehmigung ihres Antrags durch das Regierungspräsidium Stuttgart einen Freischein für eine massive Aufstockung der Flugbewegungen bekommt. Damit wird automatisch noch mehr Lärm für die umliegenden Ortschaften, behördlich genehmigt, entstehen. Die betroffenen Menschen können nicht mal schnell ihr Haus an einen anderen Platz verlegen. Ihre Immobilie erleidet einen massiven Wertverlust. In Zimmern soll es schon Bauplätze geben, für die sich keine Käufer mehr finden. Fluglärm wird besonders bei sensiblen und lärmempfindlichen Menschen fortlaufend ihre Gesundheit angreifen, man ist ja hoffnungslos dem Dauerlärm ausgesetzt. Das wird leider in den meisten Fällen zu schleichend auftretenden psychosomatischen Krankheitsbildern führen, die Folgen sind allgemein bekannt.

Wollen unsere Lokalpolitiker sich für die Lebensqualität der Bürger in ihren Städten und Gemeinden einsetzen oder ist ihnen der Expansionskurs einer Firma wichtiger, die mit Freizeitsportlern arbeitet, die nahezu vollständig aus entfernten Orten hierher anreisen und ohne Rücksicht auf die Anwohner nur ihren Sport ausüben wollen. Außerdem wird die Genehmigung, wenn sie vom Regierungspräsidium ausgesprochen wird, auf Jahre hinaus die Betreiberfirma in eine komfortable Position versetzen, die ihr die geschilderten Möglichkeiten eröffnen werden.

Es wäre eine grobe Fahrlässigkeit unserer gewählten Vertreter, wenn sie dies nicht erkennen und sich nicht massiv hinter die Interessen der lärmgeplagten Bürger stellen und den Antrag der Betreiberfirma konsequent ablehnen.

Leider hat Herr Bürgermeister Galm bei der Frage, ob er auf der Seite der Bürger steht, folgende Antwort gegeben: „Wie ich allein zu dem Thema stehe, ist nicht entscheidend“. Er will die Frage mit dem Gemeinderat erörtern.

Wenn sich ein Bürgermeister öffentlich nicht für die Anliegen seiner lärmgeplagten Bürger einsetzen will, deutet das leider darauf hin, dass er dem Anliegen der Betreiberfirma zumindest offen gegenübersteht. Die oben gemachten Ausführungen sollten sich alle gewählten Vertreter der umliegenden Städte und Gemeinden zu Herzen nehmen, auch ihre Bürger werden unter der massiven Zunahme des Fluglärms auf Jahre hinaus zu leiden haben.

Mehr zum Thema

Fluglärm beschäftigt Bürger

Verlängerung einer Genehmigung am Landeplatz Schlierstadt in der Kritik

Veröffentlicht
Von
Sabine Braun
Mehr erfahren
Gemeinderat Seckach

Fluglärm beschäftigt die Bürger schon seit vielen Jahren

Veröffentlicht
Von
L.M.
Mehr erfahren
AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1