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Buchlerhaus

Reizvolle Ausstellung

Vier Künstler präsentieren beim Verein „KulturGut“ ihre Werke

Von 
Marco Hess
Lesedauer: 
Ausstellungseröffnung im Buchlerhaus: Das Bild zeigt Heike Übel (Dritte von links) während ihrer Laudatio und Lothar Lempp (rechts), einer der ausstellenden Künstler. Er bereicherte die Veranstaltung mit einer Musikeinlage. © Seubert

Gerlachsheim. Vier Künstlerinnenund Künstler stellen in der neuen Ausstellung „raUMgeben6“ im Buchlerhaus in Gerlachsheim ihre Arbeiten vor. Es ist mittlerweile die sechste nach längerer pandemiebedingter Pause und bezieht einmal mehr ihre speziellen Reize aus der Wechselwirkung zeitgenössischer Kunst mit dem historischen Ambiente des 1729 errichteten ehemaligen Weinhändlerhauses.

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Vor noch nicht all zu langer Zeit kurz vor dem Abbruch stehend, ist es auf Initiative des Gerlachsheimer Vereins „KulturGut“ Ziel einer aufwendigen Restaurierung. Deren Fortschritte sind für diejenigen unübersehbar, die sich noch an den ursprünglich ruinösen Zustand des stattlichen Gebäudes mit seiner repräsentativen, schön gegliederten Straßenseite erinnern.

„KulturGut“-Vorsitzender Josef Seubert begrüßte die recht zahlreich erschienenen Gäste und überließ es dann dem Plastiker Lothar Lempp, das Publikum mit seiner originellen Klang-Performance auf die Schau einzustimmen. Vorgestellt wurden die jeweils zwei Künstlerinnen und Künstler von Kunsthistorikerin Heike Uibel. Diese ließ in ihrem Vortrag eingangs auch auf die wechselvolle Geschichte des Buchlerhauses und seines Erbauers Johann-Peter Buchler Revue passieren.

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Veröffentlicht
Von
Peter Zschunke
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Sein von einem historischen Ölbild abgeleitetes Porträt findet sich in unterschiedlichen Varianten als eine Form der Hommage auch in dieser Ausstellung. „Buchler“ nennt sich ganz einfach diese von Inge Benninger geschaffene Serie in verschiedenen Techniken einschließlich einer bedruckten Tapete, bei der man gelegentlich Einflüsse von Warhol oder Picasso zu erkennen glaubt.

Das Thema „Wein“ spielt gleichfalls auf die Vergangenheit des Ausstellungsorts an, hier in einigen zartfarbig-abstrakten Collage-Bildern von Rosemarie Lux, bei denen der Rebensaft( aus roten Trauben) einmal zweckentfremdet als Malmittel benutzt wird: Er legt sich wie ein transparenter, blass-rötlich-violetter Schleier über den Bildgrund, wird gewissermaßen entmaterialisiert. Von mehr grafischem Reiz sind ihre (zusammen mit Uwe Stephan) entstandenen Linoldruck-Arbeiten, in deren grau-weiß-schwarze Struktur gelegentlich sparsame Farbakzente integriert sind.

Einen anderen humorvollen Beitrag zum Thema „Wein“ liefert Uwe Stephan mit seiner multimedialen, begehbaren Installation „Der fröhliche Weinberg“, die einen ganzen Raum beansprucht. Ein Stück Weinberg, dessen reales Vorbild mit großformatigen Wandfotos vergegenwärtigt ist, wurde mit Rebstöcken, Bodenstreu und Vogelgezwitscher vom Band hier eingerichtet. Leere Weinflaschen und verstreute Korken zeugen davon, dass wohl noch vor kurzem gefeiert wurde.

Der Plastiker Lothar Lempp ist in diesem Rahmen nicht zum ersten Mal vertreten. Seine ausgestellten Metallplastiken sind vom Werk des bekannten polnischen Science-Fiction-Autors und Philosophen Stanislaw Lem (1921 bis 2006) inspiriert und zeigen bizarre, an Roboter gemahnende Metallwesen von erdfernen Welten, deren unheimliche Lebendigkeit durch die kleinen Formate keineswegs vermindert wird. Ähnliche Gestalten finden sich natürlich auch in vielen Sci-Fi-Illustrationen, -Bildergeschichten oder -filmen. Ihre eigentümlich bedrohliche Ausstrahlung ergibt sich wohl aus dem Umstand, dass anorganische Stoffe und Bestandteile hier zu organischen, humanoiden Formen zusammengesetzt sind, bei denen man es durchaus für möglich hält, dass sie eigenständig Leben und Intelligenz entwickeln. Das ist schon ein wenig gruselig, vielleicht auch amüsant, jedenfalls aber interessant.

Geöffnet ist die Ausstellung bis einschließlich 25. September samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr.

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