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Pfarrkirche St. Jakobus - Thomas Drescher spielte nach der Wiedereinweihung der Laudaer Steinmeyer-Orgel

Lauda: Fulminanter Applaus für beeindruckendes Konzert

Von 
luca
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Thomas Drescher (Mitte) gab an der Steinmeyer-Orgel der Laudaer Pfarrkirche ein beeindruckendes Konzert. Das Bild zeigt ihn zusammen mit den Moderatoren Ulrike Lauer (rechts) und Christian Abelein. © Prause

Lauda. Zu einem besonderen Orgelkonzert mit dem Titel „in Stimmung“ hatte die katholische Pfarrei St. Jakobus anlässlich der Wiedereinweihung der Laudaer Steinmeyer-Orgel in die katholische Stadtpfarrkirche geladen. Thomas Drescher, Diözesankirchenmusikdirektor i.R. aus Mainz, war der Einladung von Organist Christian Abelein gerne gefolgt und spielte ein überragendes Konzert auf der neuintonierten und gereinigten Orgel. Der Erlös kommt der Finanzierung der Orgelrenovation zugute.

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Wahrlich, die Königin der Instrumente war für diesen Abend in sehr guter Stimmung. Sie ließ es sich deshalb nicht nehmen und begrüßte selbst (mit Stimme von Ulrike Lauer) das zahlreich erschienene Publikum. Im Zwiegespräch führten die Königin und Christian Abelein durch den Konzertabend: mit interessanten und teils witzigen Anekdoten und Anmerkungen kontrastierten sie immer wieder das musikalische Konzertprogramm. Dieses wurde mit J. S. Bachs „Toccata in F-Dur“ eröffnet, einem klanglich wie auch musikalisch reichem Werk, das sich neben zwei großangelegten Pedalsoli und drei facettenreichen Triopassagen vor allem durch die großen Concerto-Teile kennzeichnet. Mit einer abwechslungsreichen Registrierung und seinem meisterhaften Spiel gelang es T. Drescher, die klangliche Fülle der Orgel zu präsentieren. Besonders in Georg Böhms Partita „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ ließen die Abstufungen in Klang und Registrierung jede Variation zu einem Unikat werden, das zum Nachsinnen und Träumen einlud. Traumhaft ging es dann auch mit Louis Viernes „Reverie“ weiter, sehr einfühlsam und mit sanften Stimmen intoniert und registriert.

Christian Heinrich Rinck gehört wohl eher zu den weniger bekannten Komponisten. Der Darmstädter Organist, der im gleichen Jahr wie Ludwig van Beethoven das Licht der Welt erblickte, erlebt momentan eine Renaissance durch eine Orgelklasse an der Mainzer Musikhochschule, an der auch Konzertorganist Thomas Drescher unterrichtet. Das „Präludium und Fuge zu BACH“ war deshalb passend gewählt und fügte sich gut in den weiteren Konzertverlauf ein.

Das Orgelstück „Vision“ des Münchner Komponisten J. G. Rheinberger ließ vor allem die leisen Register des Schwellwerks der Orgel erklingen und entrückte die Zuhörer, wie bereits bei Viernes „Reverie“, in eine eigene klangliche Welt. Musik wird häufig auch als rezeptfreie und ganzheitliche Therapie verstanden. Sicherlich war dies auch für den tschechischen Komponisten Petr Eben so. Vor dem Hintergrund seiner Biographie und dem nur knapp entgangenen Tod im KZ Buchenwald bekommt seine Partita „O Jesu, all mein Leben bist du“ eine ganz eigene Dynamik. Thomas Drescher gelang es, die Klanglichkeit des 20. Jahrhunderts und die ausgeprägte Rhythmik der Variationen wirkungsvoll umzusetzen.

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Vor dem abschließenden Orgelwerk hatte in guter alter katholischer Tradition der Hausherr Pfarrer Ralph Walterspacher das Wort. Sein Dank galt insbesondere dem Konzertorganisten des Abends, aber auch den beiden Moderatoren und den Helferinnen und Helfern des katholischen Kirchenchores sowie der Mesnerin. Mit J. S. Bachs „Fuge in F-Dur“ klang ein vielseitiger und kurzweiliger Konzertabend gebührend aus, der durch einen fulminanten Applaus letztendlich gekrönt wurde. Bleibt zu hoffen, dass auch weiterhin solch schöne Konzerte wieder in St. Jakobus möglich sein können. luca

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