Sondersitzung des Gemeinderats - Grünes Licht für den Verkauf der Gebäude und das Konzept von Dr. Gunther Wobser Bahnhof Lauda wird eine „Brainstation“

Von 
Thomas Schreiner
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Der Bahnhof Lauda wird an Dr. Gunther Wobser verkauft. In einer „Brainstation“ möchte er dort künftig junge Menschen für Technik begeistern. © Architekturbüro Schreiner

Der ehemalige Bahnhof in Lauda wird wiederbelebt. Am Donnerstag gab der Gemeinderat in einer Sondersitzung grünes Licht für das Konzept „Brainstation“ von Dr. Gunther Wobser.

Im Gemeinderat notiert

Die Amtseinführung des neuen Bürgermeisters Dr. Lukas Braun ist für Sonntag, 3. Mai, in der Stadthalle in Lauda im Rahmen einer öffentlichen Gemeinderatssitzung vorgesehen. Dies teile Bürgermeister Thomas Maertens mit. Die Verpflichtung sei dabei der einzige Tagesordnungspunkt. Über den genauen Ablauf sowie die Anzahl der Grußredner werde es noch Gespräche geben, so Maertens am Donnerstag in der Sondersitzung des Gemeinderates.

Einstimmig beschloss der Gemeinderat die zweite Änderung für die Aufstellung eines Bebauungsplans „Vierte Änderung Laudaer Berg“ mit örtlichen Bauvorschriften sowie die sechste Änderung des Flächennutzungsplanes 2010plus in Gerlachsheim. Gleichzeitig ordnete das Gremium die Beteiligung der Öffentlichkeit usw. an. Ein Grundstück ist dort momentan als Grünanlage ausgewiesen, soll aber jetzt bebaut werden.

Der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Bahnstadt Lauda 1 muss wegen einer geringen Gebietsabgrenzung geändert werden. Dafür gab der Gemeinderat grünes Licht.

Das Hotel „Rebgut“ darf an seinem Erweiterungsbau in der Rebgutstraße 80 in Lauda eine beleuchtete Werbeanlage anbringen. Anwohner hatten sich darüber beschwert, jedoch erteilte der Gemeinderat mit zwei Gegenstimmen und drei Enthaltungen sein städtebauliches Einvernehmen.

Genehmigt hat der Gemeinderat auch eine Änderung an der Schießanlage des Vereins Laudaer Sportschützen. Dabei sollen Trichtergeschossfänge für Waffen bis 7000 Joule eingebaut werden. Die Erneuerung hat vor allem Vorteile für die Umwelt und die Gesundheit, da das Reinigen bzw. das regelmäßige Erneuern des Holzes entfällt. thos

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Lauda-Königshofen. Im Bahnhof in Lauda wird wieder Leben einziehen. In einer Sondersitzung, die wegen der Corona-Pandemie erstmals seit Jahrzehnten wieder einmal in der weiträumigen Stadthalle in Lauda mit genügend Abstand zwischen den handelnden Personen sowie der rund 20 Zuhörer, darunter der künftige Bürgermeister Dr. Lukas Braun, stattfand, gaben die Stadträte mit 16 Ja- und vier Nein-Stimmen sowie zwei Enthaltungen dem Konzept „Brainstation“ des Laudaer Unternehmers Dr. Gunther Wobser den Zuschlag.

Wie bereits berichtet, möchte Dr. Wobser in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Klaus Schreiner mit diesem Projekt junge Menschen für Technik begeistern. Er verfolgt die Idee eines „MakerSpace“, eine Art gut ausgestattete Werkstatt, in der Jugendliche ab 16 Jahren unter Anleitung und Federführung verschiedener Firmen eigene Projekte umsetzen und dort das nötige Rüstzeug erlernen können.

Im Rahmen eines Investorenauswahlverfahrens, dem sich auch die Planungs- und Projektgemeinschaft Jouaux mit dem Konzept einer „Craftbier-Braumanufaktur mit Biergarten“ stellte, hatte die Fraktion der SPD/Freien Bürger Ende Februar den Antrag gestellt, beide Konzepte bei einer Bürgerversammlung der Bevölkerung vorzustellen. Rund 120 Bürger interessierten sich dann in der Veranstaltung am 9. März für die zwei Projekte, die damals alle beide auf große Zustimmung und Akzeptanz stießen.

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Wie Bürgermeister Thomas Maertens eingangs der Sitzung mitteilte, handele es sich um zwei „hochwertige Konzepte“. Der Bahnhofsverkauf sei durch diesen Wettbewerb zu einem Wirtschaftsförderungsprojekt mutiert, das von der Kommunalentwicklung unterstützt würde.

Meinungen der Stadträte

Bei der abschließenden Debatte vor der Abstimmung bezeichnete Angelika Tolle-Rennebarth beide Konzepte als „attraktiv“. Das Projekt „Vom Herrschaftshaus zum Bürgerpalast“ des Teams Jouaux spreche vor allem die vielen Eisenbahner in der Stadt sowie die älteren Bürger an, das Konzept „Brainstation“ dagegen mehr die jüngere Generation und Schüler.

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„Sie würden mit der Umsetzung dieses Projekts eine neue Beziehung zu dem Bahnhofsgebäude bekommen“, so Tolle-Rennebarth, die Dr. Wobser den Vorzug gebe, da er ein „wirtschaftlich tragbares Konzept“ vorlege.

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Beide Konzepte würden Lauda-Königshofen gut tun, so Marco Hess von der CDU. „Sie bringen beide die Stadt voran“, weswegen der Fraktionsvorsitzende auch beide Investoren für ihre innovativen Ideen würdigte.

Gedanken, die in der Bürgerversammlung bereits vorgetragen wurden, wonach beide Konzepte realisiert werden sollten, griff Sabine Baumeister, Leiterin des zuständigen Fachbereichs 1 bei der Stadt, auf. „Es ist unser Wunsch, dass das Craftbier-Projekt mit Biergarten auf der Ostseite des Bahngeländes im ehemaligen Güterschuppen sowie der ehemaligen Waggonwerkstätte bzw. Lokschuppen Süd realisiert wird. Die Flächen haben zum größten Teil Abendsonne und Blick auf die Gleise sowie den Zugbetrieb“, so Baumeister.

Hubert Segeritz (Freie Bürgerliste) hätte am liebsten beide Projekte auf der Westseite verwirklicht. Das Konzept Wobser sei ein „bisschen weiter ausgeführt“. Er stellte den Ergänzungsantrag, dem Investorenkonzept „Brainstation“ den grundsätzlichen Zuschlag zu erteilen, allerdings den nun auszuarbeitenden Vertrag vor seiner Beschlussfassung mit allen drei Fraktionen sowie dem neuen Bürgermeister Dr. Lukas Braun, zu besprechen. Christof Kulzer hörte aus zahlreichen Bürgergesprächen heraus, dass es „der Bahnhof der Laudaer“ sei und eine sehr emotionale Bindung zu diesem Gebäude bestehe.

Deshalb könnten sich viele Bürger eher mit dem Konzept Jouaux anfreunden, weswegen er vorschlug, die „Brainstation“ auf die Ostseite zu verlagern und die „Craftbier-Braumanufaktur mit Biergarten“ im Hauptgebäude des Bahnhofs zu realisieren.

Für die SPD/Freien Bürger machte Jörg Aeckerle klar, dass sich seine Fraktion für das Konzept Wobser entschieden habe.

In einer geheimen Abstimmung votierten schließlich 16 Stadträte (inklusive Bürgermeister) für die „Brainstation“. Im nächsten Schritt werden nun die Verträge ausgehandelt, bevor der Bahnhof an Dr. Wobser verkauft wird..

Redaktion