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Leserbrief - Zu den geplanten Windrädern auf dem Kornberg Verhältnismäßigkeit aus dem Auge verloren

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In Kanada brennt es, Kalifornien kämpft mit Dürre und Wassermangel, in Japan spülen Schlammfluten ganze Dörfer weg.

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Die Corona-Pandemie hat uns gelehrt: Was heute noch weit weg scheint, kann morgen schon vor unserer Haustür stattfinden. Das Potsdam-Institut für Klimaforschung warnte kürzlich: Starkregen, Dürren, Hitzewellen und Stürme werden sich auch hierzulande häufen.

Gut also, dass auch im Sinne der folgenden Generationen jetzt Mitbürgerinnen und Mitbürger ihr Herz für den Klima- und Naturschutz entdecken! Es irritiert mich allerdings, dass ausgerechnet die selbsterklärten Naturschützer die ökologisch sinnvolle Stromgewinnung durch Windkraft verhindern wollen:

Der rote Milan, ein Vogel, von dem die meisten neuentflammten Tierfreunde vermutlich nicht einmal wissen wie er aussieht, muss jetzt also als Alibi dafür herhalten, um für die Energiewende benötigte Windräder am Kornberg zu verhindern.

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Denn er, die Haselmaus, eventuell ein Wespenbussard und ein paar Fledermaus-Arten sollen durch die Windräder in ihrem Bestand gefährdet sein. Sie führten zu einem Zitat: „signifikant erhöhten Tötungsrisiko.“ Ein Milan oder Bussard kann aus großer Höhe eine Maus (auch eine geschützte) am Boden sehen und nach einem Sturzflug erlegen. Ein solcher Flugkünstler, der am Himmel elegant seine Runden dreht, soll gefährdet sein, weil er einem Windradpropeller nicht ausweichen kann? Das kann ich nicht nachvollziehen. Bei Eberbach wurde in diesem Jahr schon ein selten vorkommender Hirsch Opfer eines Verkehrsunfalls. Deshalb das Autofahren zu verbieten, käme ja auch niemandem in den Sinn.

Was die Vogelfreunde und Windkraftgegner indes nicht zur Sprache bringen, sind die wesentlicheren Gründe für den bemitleidenswerten Zustand vieler Arten und Spezies: Die extensive Landwirtschaft, Umwandlung von Ackerflächen in neue Baugebiete und Straßen, die Versiegelung von Flächen, Veränderung der Landschaft durch Monokulturen und der Einsatz von Pestiziden und damit weniger Nahrungsangebote für unter anderem die Vögel.

Wir brauchen den grünen Strom der Windräder, weil wir alle (Naturschützer, Vogelfreunde, Windkraftgegner) immer mehr Strom für unsere Smartphones, Tablets und Computer brauchen und demnächst vermutlich auch noch für Kühlaggregate in den heißen Sommern.

In der Debatte roter Milan versus Windkraft scheint mit die Verhältnismäßigkeit völlig aus dem Auge zu geraten.

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