Konzert in Höpfingen - Zuhörer von konzertanter Blasmusik begeistert / Langjährige Mitglieder im feierlichen Rahmen geehrt Ansteckendes Mitwippen und viel Beifall

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Zahlreiche langjährige Mitglieder der Höpfinger Trachtenkapelle wurden beim Konzert für ihre Treue ausgezeichnet. © Adrian Brosch

Als echter Hörgenuss erwies sich am ersten Weihnachtsfeiertag einmal mehr das Weihnachtskonzert des Musikvereins Höpfingen.

Ehrungen in Höpfingen

In der Pause des Weihnachtskonzerts ehrte der Musikverein Höpfingen treue Mitglieder. Die Goldene Ehrennadel des Bundes Deutscher Blasmusikverbände für 40 Jahre aktives Musizieren erhielt Schlagzeuger Jochen Eiermann, der bereits seit 1978 tätig ist und zudem seit 2000 im der Vorstand Flagge zeigt.

Über das Jungmusiker-Leistungsabzeichen in Bronze konnte sich die junge Saxophonistin Jana Todtenhaupt freuen, die theoretische und instrumentalpraktische Prüfungen mit Bravour absolvierte und ihr musikalisches Können bewies.

Die vereinsinterne Abnahme des Jungmusiker-Abzeichens „Junior“, bei dem die musikalischen Grundfertigkeiten abgefragt werden, bestanden Lina Berberich, Laura Dörr, Eva Janson und Mailin Schell.

Eine Ehrung von ganz besonderer Tragweite erhielt schließlich Vorsitzender Elmar Kaiser als echtes Urgestein der Höpfinger Blasmusik: 1969 dem Verein beigetreten, gehört er seit 1975 der Trachtenkapelle an und bekleidet seit 2000 das Amt des Vorsitzenden, nachdem er 1982 in den Vorstand gewählt wurde und von 1988 an als Schriftführer wirkte.

„Es vergeht kein Tag, an dem er sich nicht in irgendeiner Weisen dem Musikverein widmet“, hielt Laudator Bürgermeister Adalbert Hauck fest und überreichte ihm die baden-württembergische Landesehrennadel als Anerkennung seiner beträchtlichen ehrenamtlichen Leistungen.

Im Namen des Blasmusikverbands Tauber-Odenwald-Bauland gratulierte auch dessen Präsident Herbert Münkel. ad

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Höpfingen. Den zahlreichen Zuhörern in der weihnachtlich dekorierten Obst- und Festhalle wurde bei diesem Ereignis konzertante Blasmusik in Bestform präsentiert.

Symphonische Variation

Mit einer modernen, geradezu symphonischen Variation des Weihnachtsklassikers „Süßer die Glocken nie klingen“ nach Martin Scharnagl eröffnete die von Holger Dörr dirigierte Trachtenkapelle den Abend, ehe Vorsitzender Elmar Kaiser und die Moderatorinnen Helena Schell und Aline Stancl das Publikum begrüßten. Sie wiesen darauf hin, dass Blasmusik viel mehr als Marschlieder, Dirndl und Lederhose vorsieht – und so stammte das nächste Stück aus dem Bereich der Musicals: Das einfallsreich und mit Liebe zum Detail arrangierte Potpourri über die „West Side Story“ huldigte dem Motto „Happy Birthday“, indem an Komponist Leonard Bernstein erinnert wurde, der dieses Jahr 100 Jahre alt geworden wäre.

Zunder hatte auch die zum vergnügten Mitwippen einladende „Ungarische Fanfare“ als Solo für Flötistin Angela Bechtold und Jan König an der Klarinette, die hier hervorragende klangliche Akzente setzten.

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Ebenso als gute Unterhaltung erwies sich das Filmmusik-Medley „Moments For Morricone“, das sich als Hommage an das Lebenswerk des Italieners Ennio Morricone verstand. Auch hier konnte man von einem Jubiläum sprechen: Der Komponist feierte erst im November seinen 90. Geburtstag.

Fünf Jahre jünger ist Quincy Jones, der den nunmehr dargebotenen, als Aufhänger zahlreicher TV-Produktionen bekannten „Soul Bossanova“ verfassten und in den 70er-Jahren auf die „Jackson Five“ und speziell den alsbald zum „King Of Pop“ avancierten Michael Jackson aufmerksam wurde.

Querschnitt geboten

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Einen Querschnitt über das Schaffen des 2009 verstorbenen Michael Jackson und seiner Geschwister lieferte die Trachtenkapelle mit dem pfiffig arrangierten „Jackson Five Medley“.

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Als bestens eingespielt erwies sich auch die vor 50 Jahren gegründete Jugendkapelle mit ihrer Leiterin Kerstin Schuh und ihren Moderatorinnen Sarah Dörr und Marisa Schell, die ihr Gastspiel mit dem Weihnachtslied „The Little Drummer Boy“ eröffnte. Von Karel Svoboda 1973 komponiert, erfreutre sodann „Cinderella’s Dance“ aus dem Film „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“; als Solist lieferte schließlich Felix Eiermann an der Posaune mit dem Stück „T-Bones Tricks“ einen starken Beweis für die hochwertige Nachwuchsarbeit im Musikverein Höpfingen und bereicherte den Abend um einen echten Glanzpunkt. Nach den Ehrungen (siehe Infobox) trumpfte die Jugendkapelle mit dem äußerst anspruchsvollen Medley „Highlights From Frozen“ auf – und bevor der Nachwuchs die Bühne wieder für die „alten Hasen“ räumte, überzeugte neben der Zugabe das auf Tschaikowskys Epos basierende musikalische Rätsel „Three Minute Nutcracker“.

Dann waren ebenjene „alten Hasen“ – besser bekannt als Trachtenkapelle – mit Dirigent Holger Dörr wieder an der Reihe und fuhren zum Ausklang ein von volkstümlichen bis poppigen Klängen reichendes Klangspektrum auf. Los ging es mit dem munter-beschwingten „Maxglaner Zigeunermarsch Reloaded“, auf den „Sedona“ als wohlklingende Ode an die gleichnamige Stadt im US-Bundesstaat Arizona folgte. Eine echte Fußnote zeitgenössischer Rockmusik fand mit der legendären „Bohemian Rhapsody“ den Weg ins Weihnachtskonzert:

Als einer der größten Hits von Queen wurde hier an die Genalität des Freddie Mercury (1946-1991) erinnert.

Volkstümlich auf der „Zielgeraden“

Auf der „Zielgeraden“ wurde es dann wieder volkstümlich – und mit Jochen Eiermann am Xylophon ausgesprochen kunstvoll: Mit flinken Fingern „schlug“ er sich sehr zur Freude des frenetisch applaudierenden Publikums durch die „Erinnerung an Zirkus Renz“, ehe mit der „Böhmischen Liebe“ traditionsgemäß eine Polka nach alter Väter Sitte das Programm beschloss.

Aber auch das war nicht das Ende der Fahnenstange – Zugaben durften natürlich nicht fehlen: Auf den „Deutschmeister-Regimentsmasch“ folgte nochmals der „Maxglaner Zigeunermarsch“.

Nachdem der letzte Ton und der Applaus verklungen waren, dankte Dirigent Holger Dörr allen Beteiligten und lud zum gemütlichen Beisammensein ein. ad