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Leserbrief - Zu „Verhältnismäßigkeit aus dem Auge verloren“ (FN, 6. Juli) Windräder gehören nicht in gesunden Wald

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Eigentlich wollte ich kurz vor Beendigung meiner Zeit (29 Jahre) als Vorsitzender der Nabu-Gruppe Hardheim keinen Leserbrief mehr schreiben, sehe es aber als meine Pflicht an, einige Punkte zum Schutz der im Nabu organisierten Mitstreiter doch noch in dieser Form anzusprechen. Frau Engel spricht „die selbst ernannten Naturschützer“ an und unterstellt ihnen die „ökologisch sinnvolle Stromgewinnung durch Windkraft verhindern (zu) wollen“.

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1. Frau Engel, was sind selbst ernannte Naturschützer? Nach Ihrem Verständnis offensichtlich Leute, die sich seit vielen Jahren ehrenamtlich für die Erhaltung der Artenvielfalt engagieren. Von zwei maßgeblichen Vertretern der „Bürgerinitiative für Gesundheit und Naturschutz Hardheim“ weiß ich, dass sie sich mindestens seit 1985 bis heute nicht selbst ernannt, sondern ehrenamtlich für Eisvogel, Schleiereule, Amphibien und aktuell im Rebhuhnschutz engagieren. In Zusammenhang mit der Unterschutzstellung des Truppenübungsplatzes Wolferstetten (2005 bis 2007) wurde übrigens seitens des Hardheimer Gemeinderates über Leute, die Informationen beisteuerten („Örtliche Spezialisten“, Regierungspräsidium Karlsruhe) auch von „selbst ernannten Naturschützern“ gesprochen und vor „Dilettanten“ gewarnt.

2. Der Nabu-Bezirksverband hat ebenfalls eine kritische Stellungnahme abgegeben. Der Nabu sieht sich der Energiewende verpflichtet und ist gleichzeitig seit der Gründung 1899 (Lina Hähnle) Anwalt des Artenschutzes. Hier handelt es sich um anerkannte und nicht selbst ernannte Naturschützer, die beides, Umwelt- und Artenschutz, satzungsgemäß im Blick haben müssen.

3. Ich habe wiederholt darauf hingewiesen, dass Windräder nicht in gesunden Wald gehören, weil er aufgrund seiner vielfältigen Funktionen ein wichtiges Puzzle im Kampf gegen die Folgen des Klimawandels ist. Also: Die „selbst ernannten Naturschützer“ wollen Windkraft nicht verhindern, sondern sie an weniger problematischen Standorten haben, zum Beispiel in der ausgeräumten freien Feldflur.

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Sie brauchen den „Vogelfreunden“, die den Artenschwund in unserer Region seit 1955 dokumentieren und beklagen nicht zu erklären, wo die Ursachen liegen. Die Ergebnisse sind klar: Fast jedes Jahr haben wir eine Vogelart verloren. Zur Zeit kämpfen wir um die letzten Rebhühner (2020 noch ein Brutpaar in Hardheim), den Rotrückenwürger und die Schleiereule. Weitere werden ganz sicher folgen.

Vielleicht machen es sich diejenigen, die meinen, Windkraftanlagen wo immer, würden alles retten, doch zu einfach. Ein paar Tipps: Weniger Autofahren, weniger Laubbläser, Computer, …. hilft auch ein bisschen. Hecke kann man auch mit „Currywurstpower“ schneiden. ...

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