Erweiterung des Hardheimer Krankenhauses abgeschlossen - Kirchliche Weihe der neuen Räume / „Krankenhaus im Prinzip auch ein Gottes-Haus“ Patientenzimmer nun sehr komfortabel

Von 
Ingrid Eirich-Schaab
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Die kirchliche Segnung der Erweiterungsbauten am Hardheimer Krankenhaus wurde im Vorfeld des Festaktes bereits am Freitag vollzogen. An der Weihezeremonie nahmen neben den beiden Seelsorgern und Bürgermeister Rohm auch Krankenhausverwalter Ludwig Schön, Pflegedienstleiterin Karina Paul, Schwester Tanja Bläse und der Vorsitzende des Krankenhaus-Fördervereins, Fritz-Peter Schwarz, teil. © Ingrid Eirich-Schaab

In einem Festakt mit Tag der offenen Tür wird am Sonntag die erfolgreiche Erweiterung des Hardheimer Krankenhauses gefeiert. Die kirchliche Weihe der neuen Räume erfolgte bereits am Freitag.

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Hardheim. Die Erweiterung des Hardheimer Krankenhauses ist soweit abgeschlossen. Die Gesundheitseinrichtung erfuhr dadurch eine wesentliche Aufwertung. Die Platznot hat ein Ende, die Unterbringung der Patienten ist deutlich komfortabler geworden.

„Ich freue mich über das Erreichte. Es liegt ein großes Wochenende vor und ein ereignisreiches Jahr hinter uns“, so Bürgermeister Volker Rohm in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Krankenhausverbandes Hardheim-Walldürn.

Die kirchliche Segnung der Neubauten musste vorab vorgenommen werden, da die beiden Geistlichen am Sonntag anderweitig gefragt sind: Pfarrer Keller muss den evangelischen Sonntagsgottesdienst halten und Pfarrer Rapp ist mit den Fußwallfahrern der Seelsorgeeinheit nach Walldürn unterwegs.

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„Es gehört bei uns im Madonnenland einfach dazu, Gottes Segen für eine Einrichtung zu erbitten und für alle, die dort ein- und ausgehen“, begann Bürgermeister Rohm seine Begrüßungsansprache. Und Ludwig Schön fügte schnell an, dass in jedem Krankenzimmer auch noch ein Kruzifix angebrachte wird.

Bau bei laufendem Betrieb

Im neuen Besucher- und Patientenzimmer im 2. Stock fand der feierliche Segnungsakt statt. Die repräsentative, ansprechende helle und freundliche Ausgestaltung des Raumes komme den Patienten zugute, meinte Rohm. Finanziert hat diese – ebenso wie die Kaffeeecke im Untergeschoss – der Freundes- und Förderkreis „Unser Krankenhaus“ mit 15 000 Euro. „Vom Krankenhaus oder der Gemeinde wäre diese Einrichtung finanziell nicht zu stemmen gewesen“, freute sich der Verbandsvorsitzende.

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Besondere Dankesworte richtete Rohm an Verwaltungsleiter Ludwig Schön: Mit seinem jahrelangen, persönlichen Engagement habe er das Krankenhaus dorthin gebracht, wo es heute steht, positiv geprägt durch die Freundlichkeit des Personals, die Erweiterung des medizinischen Spektrums und den Hotelcharakter der Patientenzimmer. Mit dem Abschluss der Erweiterung finde Schöns 20-jährige Tätigkeit in und für das Haus kurz vor seiner Pensionierung ein erfolgreiches Ende.

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Anerkennung zollte Rohm aber auch dem Pflegepersonal und den Patienten: Denn die gesamten Bauarbeiten erfolgten bei laufendem Betrieb. „Diese Herausforderung ist hervorragend gemeistert worden.“ Dafür dankte Rohm stellvertretend Pflegedienstleiterin Karina Paul und Schwester Tanja Bläse sowie den Hausmeistern Peter Weniger und Kai Götzelmann.

„Das Krankenhaus ist ein wichtiger Baustein der Versorgung, ein Segen. Und ich freue mich, dass es diese positive Weiterentwicklung gibt“, leitete Pfarrer Markus Keller zu einer kurzen Lesung aus dem Matthäus-Evangelium über.

Dienst an Kirche und Menschen

„Gott möchte, dass alle Menschen heil werden an Seele und Leib“, fuhr der Geistliche fort. Und so sei die Arbeit im Krankenhaus – verstanden als Nachfolge Jesu – auch ein Dienst an der Kirche. Außerdem seien die Krankenhäuser aus den ehemaligen Spitälern hervorgegangen, die Pilger und Bedürftige beherbergten und ärztliche Dienste anboten. „Auf diese Weise ging die Krankenfürsorge aus dem Christentum hervor.“

Bürgermeister Rohm bekräftigte dies später: „Die Nächstenliebe ist wohl nirgends anders so verankert wie im christlichen Glauben“. Und so folgerte Pfarrer Keller, dass ein Krankenhaus im Prinzip auch ein Gottes-Haus sei, in dem die Menschen an Leib und Seele heil werden.“ Der Geist der christlichen Nächstenliebe, der hinter dem Krankenhaus stehe, werde unter anderem durch das Anbringen von Kruzifixen in den Patientenzimmern sichtbar.

„Möge das Haus auch weiterhin Menschen zum Segen dienen“, schloss Markus Keller mit einem Dank für die gute Zusammenarbeit zwischen den beiden Kirchengemeinden, der politischen Gemeinde und dem Krankenhaus.

Die kirchliche Segnung nahm hernach der katholische Pfarrer Andreas Rapp vor. Hardheim habe ein kleines Krankenhaus, in dem die Menschen gut aufgehoben seien. Das könne er aus eigener Erfahrung bezeugen. Hier könne man sich Zuhause fühlen, wenn ein Aufenthalt aus gesundheitlicher Sicht unumgänglich sei.

„Eine deutliche Verbesserung des Patientenkomforts und ein Fortschritt sind die eigenen Nasszellen in jedem Patientenzimmer“, verdeutlichte Ludwig Schön beim Segnungs-Rundgang. Bisher gab es nur stationsweise sanitäre Anlagen, da es sich in Hardheim um ein altes Spital handelt, das im Laufe der Jahrzehnte Schritt für Schritt modernisiert wurde.

Räume großzügig angelegt

Jedes Bett hat nun seinen eigenen kleinen Fernseher mit Mediathek, in der auch Videos und Übertragungen aus der Krankenhauskapelle abgespielt werden können. Aber der Komfort habe sich nicht nur in den neuen, flächenmäßig großzügig ausgelegten Räumen verbessert, machte Pflegedienstleiterin Karina Paul deutlich: Durch die zusätzlichen Patientenzimmer könnten nun die bestehenden Patientenzimmer im Altbau zunehmend als Einzelzimmer genutzt werden.

Zimmer auch für Kassenpatienten

Ludwig Schön war der Hinweis wichtig, dass der Komfort der neuen Zimmer nicht nur Privatversicherten zugute kommte sondern allen Patienten – egal ob Privat- oder Kassenpatient. „Es handelt sich nicht um Wahlleistungszimmer“, betonte er. Die Belegung erfolge der Reihenfolge nach beziehungsweise nach medizinischen und organisatorischen Gesichtspunkten.

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