Leserbrief - Zu „Absurde Debatte um Umweltschutz“ (FN, 27. April)

Einige wichtige Aspekte außer Acht gelassen

Von 
Bernhard Heß
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Frau Engels Ausführungen sind überzeugend, lassen aber einige wichtige Aspekte außer Acht. Wenn man den in den FN zufällig auf der gleichen Seite stehenden Bericht über den Wald gelesen hat, sollte man erkennen, dass es tatsächlich absurd ist, gesunden Wald anzutasten.

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Windräder in gesundem Wald, das kann mit Klimaschutz nur dort zusammenpassen, wo es flächendeckend nur gesunden Wald gib. Davon sind wir weit entfernt. Aber wir haben jede Menge Waldflächen, die zerstört sind und für die es keine Chance gibt, dass sie jemals wieder in gesunden Wald umgewandelt werden können.

Da werden dann oft Millionen für zum Scheitern verurteilte Aufforstungsversuche verbrannt. Dort WKA – ok. Darüber hinaus haben wir als ökologisch vertretbare Alternativstandorte jede Menge ausgeräumte Landschaften, auf denen gleichzeitig die Energiewende geschafft werden kann und Lebensmittel produziert werden können.

Man darf Nachteile des Waldverlusts mit dem Vorteil der WKA im Wald nicht gegenrechnen. Das wird von den Antragstellern gerne gemacht, und sie unterschlagen dabei, dass man beides haben kann, wenn man die richtigen Standorte wählt. Das kann anstrengend sein. Es lohnt aber für Kinder und Enkelkinder. Es lohnt sich auch, generell Energie einzusparen.

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Das Potenzial für jeden Einzelnen ist fast unerschöpflich: Ab und zu Einkaufen mit Rad statt Auto, oder das neue Umweltgesetz umsetzen und – wie in Hardheim aktuell vorbildlich – öffentliche Gebäude nicht mehr anstrahlen. Es wäre schön, wenn das nicht als Rückschritt gesehen würde, sondern wenn viele „Werbestrahler“ und private Lämpchen im Garten – auch wenn sie solarbetrieben sind – unsere irritierte Natur nicht weiter verwirren würden.

Wie sagte Häuptling Seattle 1855: „Aber in eurem Untergang werdet ihr hell strahlen ...“ Es ist auch absurd, dass Gerichte damit befasst werden, ob jetzt – trotz Gesetz – Beleuchtung ausbleiben muss oder nicht. Es sollte doch reichen, bei der „Earth Hour“ für eine Stunde im Jahr das Licht auszuschalten – nein, das reicht nicht und zeigt nur, dass es möglich ist!

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