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Kulturforum Vis-à-Vis

Zwischen abstrakt und konkret

Kunstverein Neckar-Odenwald zeigt Werke von Kathrin Schneider

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Werke von Kathrin Schneider sind ab 11. September im Buchener Kulturforum zu sehen. © Sabine Arndt

Buchen. „was ich mir so einbilde“ – ein doppeldeutiger Titel für die erste Ausstellung des Kunstverein Neckar-Odenwald nach seiner Sommerpause im Kulturforum Vis-à-Vis in Buchen. Wer aber die Malerei von Kathrin Schneider erlebt, die dort auf ihn wartet, wird schnell feststellen: Hier ist Imagination im besten Sinne gemeint.

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Auf den ersten Blick muten diese Arbeiten abstrakt an, wirken oft flächig. Dann wiederum finden wir Anhaltspunkte, die andere Schlüsse zulassen: Blicken wir in einen Raum oder auf eine Art Wand? Entfaltet sich vor uns eine weite Landschaft oder holt uns eine raue Pinselspur wieder zurück an die Oberfläche der Leinwand? Im ständigen Wechselspiel von Raum und Fläche, Enge und Weite, Stabilität und Instabilität entstehen atmosphärische Bildräume. Fast konkreten Flächen steht die malerische Geste gegenüber, die ihre eigene räumliche Präsenz entwickelt.

Der Einsatz von Techniken wie Kratzen und Schürfen verstärkt den emotionalen Charakter von Kathrin Schneiders Arbeiten. Welches Detail zieht unsere Aufmerksamkeit auf sich, eine Ecke, Kante oder eine Geste? Wo wandern die Augen hin, wohin gehen die Gedanken?

Der Betrachter ihrer Werke selbst wird so hineingezogen in die malerischen Welten und kann im positiven Sinne auf die Idee kommen: „Vielleicht bin mit dem Titel der Ausstellung ja ich gemeint?“ Kathrin Schneiders Arbeiten sollten sicherlich noch nie eindeutig definierbar sein, auch nicht, als ihr Oeuvre noch deutlich figürlich war. Spannend ist da, dass sich „Ahnenreihe“ der Künstlerin über ihre Professorin Cordula Güdemann, bei der sie an der ADK Stuttgart studierte, hin zur Neuen Figuration verfolgen lässt – dieser wichtigen Gruppierung im Nachkriegsdeutschland, wo Abstraktion und freie Figürlichkeit in fruchtbaren Dialog getreten sind.

Kathrin Schneider ist heute selbst Lehrbeauftragte für Malerei an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und tritt seit vielen Jahren regelmäßig in Ausstellungen an die Öffentlichkeit.

Der große Raum des Buchener Kulturforums wird ihren Arbeiten eine hervorragende Plattform bieten: Wie immer an diesem Ort kann der Ausstellungsbesucher die Gesamtkomposition einer Ausstellungsidee erfahren und sich ebenso in die Einzelarbeiten vertiefen – und dabei prüfen, was „er sich so einbildet“. Zur Vernissage am Sonntag, 11. September, um 11 Uhr lädt der Kunstverein ein. Landrat Dr. Brötel wird das Grußwort sprechen, die Kunsthistorikerin Melanie Becker die Laudatio halten.

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