SPD-Kreisverband

„Will wissen, was notwendig ist oder verändert werden muss“

Florian Wahl zu Gast in den Neckar-Odenwald-Kliniken

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Buchen. Der Landtagsabgeordnete Florian Wahl war zu Gast in den Neckar-Odenwald-Kliniken in Buchen. Wahl ist gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion und Vorsitzender des Ausschusses für Soziales, Gesundheit und Integration bei der SPD. „Ich möchte jedes Krankenhaus in Baden-Württemberg kennenlernen, um zu wissen, was notwendig ist und dringend gebraucht wird oder verändert werden muss.“ Mit dieser Absicht traf er bei der SPD im Kreis auf offene Ohren.

Der Geschäftsführer der Kliniken, Frank Hehn, beschrieb die finanzielle und bauliche Situation der Kliniken an beiden Standorten, machte auf die Notwendigkeit der dezentralen Grundversorgung im Landkreis aufmerksam und ging auch auf die nicht ganz einfachen Jahre in Pandemiezeiten ein.

Die Darstellung der Neuausrichtung der Kliniken und die ambitionierten Ziele, unter anderem das große Defizit aus vergangenen Zeiten auf ein für den Kreishaushalt erträgliches Maß zu reduzieren, wurde untermauert durch Kreiskämmerer Michael Schork.

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Harald Löffler berichtete insbesondere darüber, dass die Mitarbeiter in überaus viele Prozesse und Überlegungen einbezogen werden.

Kreisrätin und SPD-Kreisvorsitzende Dr. Dorothee Schlegel brachte die demografische Struktur des Landkreises in die Runde ein. „Je älter wir alle werden, desto mehr sind wir auf eine funktionierende Versorgung bei Krankheit und Pflege angewiesen.“

Pflegedienstleiter Kurt Böhrer ergänzte, wie wichtig es ist, dass kein Mensch entlassen werden könne, bei dem nicht sicher sei, ob er zuhause auch einigermaßen nach den immer kürzeren Liegezeiten oder den ambulanten Eingriffen versorgt wird. Manche Pflegeleistung in den Kliniken werde zudem nicht adäquat vergütet, was es den Allgemeinkrankenhäusern der Grund- und Regelversorgung zudem schwieriger mache, annähernd kostendeckend zu arbeiten.

MdL Wahl betonte, dass eben aus diesem Grund ein Landeskrankenhausplan, wie ihn insbesondere Nordrhein-Westfalen aufgestellt hat, für das ganze Land dringend notwendig sei. „Wir müssen wissen, wo was gebraucht wird, und zwar flächendeckend. Nur so können wir als Land vernünftig auch mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen wirtschaften.“ Baden-Württemberg könne es sich eigentlich nicht leisten, bestehende Krankenhäuser zu schließen.

Kreis- und Aufsichtsrat Norbert Bienek sprach die defizitäre Situation vor allem bei den kommunalen Kliniken an, die immer auch zulasten des Kreishaushaltes und damit der Kommunen im Kreis gehen.

„Wir stehen dazu“, betonten alle gegenüber dem Gast, „unsere Kliniken in eigener Hand zu behalten.“ Daher besteht die Forderung an Land und Bund, die den Kliniken zustehenden Gelder auch bereitzustellen, keine Schließungsszenarien an die Wand zu malen. „Und wir sind gespannt, wie es gelingen wird, das bestehende DRG-Abrechnungssystem, das zu mancher Schieflage bei Grund- und Regelversorgerkliniken geführt hat, zu reformieren.“

Bevor MdL Wahl einen Blick in den Altbau und auf die neu gestaltete Geburtsstation warf, bedankte sich Torsten Fahrbach vom SPD-Ortsverein Buchen bei der Klinikleitung für die gute ärztliche und pflegerische Betreuung, die er in Familienkreisen erlebt hat.

„Es liegt an der großen Politik, aber auch an uns als Kreisbewohnern, unsere Kliniken zu unterstützen“, bedankte sich Heide Lochmann für die SPD-Delegation bei den Vertretern der Kliniken und des Landkreises und insbesondere bei Florian Wahl für den Besuch vor Ort. do