Jubiläum

Eiserne Hochzeit im Hause Pfeiffer

Paar heiratete im Jahr 1958 in der Bödigheimer Kirche

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BW
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Thea und Kurt Pfeiffer aus Bödigheim sind seit 65 Jahren verheiratet. An diesem Mittwoch feiern sie Eiserne Hochzeit. © Bernhard Werner

Bödigheim. Diesen Mittwoch vor 65 Jahren wurden Thea und Kurt Pfeiffer in der Kreuzeskirche in Bödigheim getraut. Nach so vielen gemeinsamen Jahren ist die Ehe des Jubelpaares robust wie Eisen geworden. Am kommenden Sonntag werden beide vor der Gemeinde ihr Eheversprechen erneuern.

Thea wurde 1937 als Tochter von Lina und Franz Xaver Geier in Frankfurt am Main geboren. Ausgebombt zog die Familie nach Bödigheim. Thea wuchs ohne Vater auf, denn dieser starb im Krieg. Kurt ist Sohn des Bödigheimer Landwirts Hermann und seiner Frau Hilde. Kurt erlebte die Folgen des Krieges unmittelbar, denn eine der Bomben, die in Bödigheim fielen, zerstörte das elterliche Haus.

Schwierige Suche nach Arbeit

Beide Kinder besuchten ab den Jahren 1941 beziehungsweise 1943 die Volksschule in Bödigheim und Kurt später noch die Landwirtschaftsschule in Buchen. Das Leben der damaligen Zeit war bestimmt durch die oft vergebliche Suche nach einer auskömmlichen Arbeit. Im Ort gab es keine Arbeit. Deswegen fuhr Kurt 20 Jahre lang täglich nach Seckach zu seiner Arbeitsstelle bei der dortigen Niederlassung der Maschinenfabrik Diedesheim. Thea verzichtete schweren Herzens auf eine Lehrstelle und besserte die Familienkasse durch Näharbeiten auf. In den Jahren 1958 bis 1963 wurden dem Paar zwei Töchter und drei Söhne geboren. Damit waren Stunden der Muße und der Zerstreuung selten. Neben die Kinder und der Arbeit im Stall trat für Thea der geliebte Garten mit vielen Blumen und Gemüse und das Nähen und Stricken.

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dpa
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Schon 1961 hatte das Ehepaar begonnen, zunächst 1000 Hühner in zwei Ställen zu halten. Die Eier wurden einer Verwertungsgesellschaft übergeben. Nach der Aufgabe der Arbeitsstelle bei der Maschinenfabrik wurde in Bödigheim seit 1984 ein landwirtschaftlicher Vollerwerbsbetrieb geführt, der 1998 an Sohn Rainer übergeben wurde.

Kurt Pfeiffer leitete über 20 Jahre den Fanfarenzug der Feuerwehr, bis dieser sich mangels Nachwuchs auflöste. Er spielte im Posaunenchor des Dorfes und wirkte unter anderem im Kirchengemeinderat. Während Thea sich gern dem geliebten Garten widmet, schneidet Kurt ausdauernd Weidenruten in der eigenen Weidenplantage, um auf den Bauernmärkten der Umgebung selbstgeflochtene Korbwaren anzubieten. Außerdem hilft er im Betrieb von Sohn Rainer. In den vergangenen Monaten finden die Eheleute Zeit dafür, Veranstaltungen im Ort zu besuchen. Langes Stillsitzen liegt den beiden aber nicht. Der landwirtschaftliche Betriebes des Sohnes sowie des touristischen Unternehmens von Schwiegertochter Amelie haben für Thea und Kurt Vorrang. BW