„Kolpingfaschenacht 2021“ - Auch als Film originell und närrisch wie eh und je / Bütten- und Musiktalente am Werk / Buchener Themen vorgeknöpft Buchen schreibt Queens "Rhapsody" um

Von 
Martin Bernhard
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Mit einer tollen Buchener Variante von „Bohemian Rhapsody“ überraschen die Katakombe-Sänger der Kolpingfastnacht Buchen im Video. © Martin Bernhard

Buchen. Zwei Jahre hintereinander auf die Kolpingfaschenacht verzichten – unvorstellbar! Deshalb bringt ein professionell gemachter einstündiger Film den Kolpingshumor in die Wohnstuben.

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In dem einstündigen Video wird Buchen Europäische Kulturhauptstadt des Jahres 2055. Vergangenes Jahr machten die Brandschutzbestimmungen für den Wimpinasaal die Kolpingfastnacht zunichte. In diesem Jahr drohte wegen der Corona-Pandemie ein nochmaliger Ausfall der urwüchsig-komischen Veranstaltung. Doch wie viele andere entdeckte auch die Kolpingsfamilie Buchen ihre digitalen Kompetenzen und stellte einen närrischen Film ins Internet. Gerade in dieser Zeit tut es gut, die alten Gesichter neu kostümiert zu sehen, ihre Fröhlichkeit zu spüren und über ihre originellen Ideen zu lachen.

Bürgermeister spielt Rathauschef

Die Mitwirkenden

  • Text/Drehbuch: Christof Kieser, Kamera: Michael Henk, Schnitt: René und Volker Kremser, Musik: Franz Schwing und Hubert Alois Kieser
  • Schauspieler: Holger Ams, Frieda, Nora und Lotte Balles, Horst Berger, Eva-Maria Ertl, Klemens Gramlich, David Gremminger, Marius Gremminger, Martin Grollmus, Mathias Grollmus, Michael Henk, Gerald Kaiser, Birgit Kieser, Christof Kieser, Gregor Kieser, Hubert Alois Kieser, Linus Kieser, Tilo Kirchgeßner, Sabine Kleinert, Rebecca Mackert, Johannes Mackert, Davor Manovic, Arno Noe, Manuel Roos, Lukas Schäfer, Sandra Röckel, Alexander Schüssler, Tamara Schweis, Johanna Vering, Anna-Maria Weber
  • Katakombe-Sänger (und mehr): Mathias und Martin Grollmus (Text/Drehbuch), Magnus Balles (Schnitt), Horst Berger (Klavier), Michael Mainx (Sologitarre, Ton), Michael Henk, Bernd Morschhäuser, Dietger Stolz
  • Kolping-Kammerorchester: Horst Berger (Arrangement), David Gremminger, Gerald Kaier ( Trompete), Christof Kieser (Posaune), Klemens Gramlich (Tenorhorn), Anne-Marie Weber (Querflöte), Lukas Schäfer (Tuba), Holger Ams (Geige), Manuel Roos (Glockenspiel), Dietger Stolz (Bass), René Kremser (Schlagzeug)
  • Gäste: Bürgermeister Roland Burger, Thomas Tonnier (Wolf), Julia Stich (Maske), Anatoli Brishatjuk (Luftaufnahmen), Petra Nohe (Blecker-TV-Logo), Andreas Haaker (Obi-Biber), Tobias Häfner (Mofa/Moped), Davor Manovic (U-Bahn-Schilder), Martin Hahn (Fotos).

Sogar der Bürgermeister spielt im Film mit – in der Rolle, die er am besten kann: als Bürgermeister.

Die Geschichte: Wegen vieler ausgefallener Veranstaltungen sehen sich die städtischen Mitarbeiter nicht in der Lage, eine 55-seitige Bewerbung für die Kulturhauptstadt 2055 zusammenzustellen. Bei der Kolpingsfamilie fällt dagegen nur die Faschenacht aus. Und so kümmern sich die Kolpingsschwestern und -Brüder auf ihre eigene närrische Weise um diese Angelegenheit. Liebevolle, nette Details machen den Film wie die Kolpingfaschenacht im Allgemeinen unterhaltsam.

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So gehen bei der Kolpingsvorsitzenden Sandra Röckel Kurznachrichten von Kolpingsmitgliedern auf dem Smartphone ein mit eingefügten fastnachtlichen Motiven. Immer wieder stößt man auf solche originellen Kleinigkeiten, die zeigen, dass die Darsteller mit Herz und Leidenschaft bei der Sache sind.

Linus Kieser führt als Moderator durch die Sendung des neu gegründeten Senders „Blecker TV“. Er leitet über zur Kettenmühlen-Idylle im schönen Morretal. Dort verrichtet der smarte Chirurg Dr. Trinkmann seinen Dienst. Auch der Wolf treibt im Odenwald sein Unwesen, wird jedoch vom Rotkäppchen in die Flucht geschlagen. Der Biber am Hollersee ist ebenso Thema wie der Waldkindergarten ohne Wald.

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Eine Europäische Kulturhauptstadt braucht natürlich auch eine gute Verkehrsanbindung. Dafür sorgt der ICE-Halt Buchen-Ost. In wenigen Minuten erreicht man von dort aus Osterburken, muss dann aber 90 Minuten lang auf das Ruf-Taxi zur Autobahn warten. Den Fortschritt der E-Mobilität verhindert dagegen ein überregional bekannter Elektro-Einzelhändler mit seinem exorbitanten Stromverbrauch.

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Dafür erhält der IGO in der Nähe des „internationalen Logistikzentrums DHL“ eine Start- und Landebahn und das „Städtle“ eine U-Bahn-Linie, die vom Parkdeck zu den Stationen „Brezel-Tor“, Alla-Hopp-Anlage und Rammelhof führt. Außerdem weist Linus Kieser auf die Wasserstraße Morre und den dreispurigen Ausbau der B 27 hin. Touristisch überzeugt die Bleckerstadt durch die Odenwälder Seenplatte mit echten Weihern und überfluteten Wiesen. Und wer wusste, dass Buchen als das „Rom des Odenwalds“ bezeichnet wird? Es ist nämlich auf sieben Bergen erbaut: Wartberg, Eckenberg, Hühnerberg, Gückelberg, Schrankenberg, Kaltenberg und Henneberg. „Buchen und Umgebung – genau das Richtige für Menschen, die gern alleine sind und es auch bleiben wollen“, sagt ein närrischer Stadtführer. „Bei uns gibt es Urlaub mit ganz viel wenig.“

Die Innenstadt verfügt über attraktive Geschäfte wie einen Laden mit dem Motto „Was du Wolle?“. Thema sind auch die Schüsse auf einen Bauarbeiter auf der Walldürner Höhe und das Verschwinden des Buchener Wagenrads. Bänkelsänger nehmen die Erweiterungspläne der AWN für Sansenhecken aufs Korn. Auch die musikalischen Talente fehlen nicht: Als „Katakombe-Sänger“ begeistern sie mit einer Buchener Variante von Queens „Bohemian Rhapsody“. Am Ende verkündet die Europäische Kultursenatorin Mercedes den Sieger des Bewerbungsverfahrens: Zum Titel-Triple „Fair-Trade-Stadt“, „Weltmusikstadt“ und „Rock-City“ kommt einer hinzu: Buchen ist Europäische Kulturhauptstadt des Jahres 2055.