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Evangelische Kirchengemeinde Uiffingen - Orgelfest und Kerwe bescherten einen abwechslungsreichen Tag für alle Generationen

200 Jahr-Orgel-Jubiläum in Uiffingen war ein großer Festtag

Anlässlich des Jubiläums 200 Jahre Orgel in Uiffingen veranstaltete die evangelische Kirchengemeinde ein Orgelfest. Im Mittelpunkt stand eine kleine Aufführung unter dem Titel „Wie die Orgel nach Uiffingen kam“.

Von 
Susanne Sohns
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Auf dem Vorplatz der evangelischen Kirche bot eine eigens für diesen Tag gegründete Theatergruppe das unterhaltsame Anspiel „wie die Orgel nach Uiffingen kam“ dar. © Susanne Sohns

Uiffingen. Gestartet hatte der Festtag mit einem Gottesdienst, den die aus dem „Coronaschlaf“ wiederaufgeweckte Chorgemeinschaft Uiffingen mitgestaltete. Danach gab es das Anspiel „Wie die Orgel nach Uiffingen kam“ auf dem Kirchenvorplatz. Eine kleine Theatergruppe aus dem Ort verstand es, die historischen Ereignisse von vor 200 Jahren gekonnt darzustellen.

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Die alte Zeit lebte wieder auf

In verschiedene Rollen geschlüpft hatte jede Person von den Gegebenheiten rund um die Anschaffung und die Ankunft der Orgel am 7. November 1821 in Uiffingen zu berichten: Der Sprecher Manfred Blesch führte die Zuschauer auf den Kirchenvorplatz von vor 200 Jahren. Damals sah der Kirchenvorplatz ähnlich aus, jedoch wurde er von einer Mauer, einem Tor und kleinen Gehöften umgeben.

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Gerade sei die Orgel mit drei Fuhrwerken dort angekommen und eine große Menschenansammlung bestaunte das Geschehen. Der hiesige Kirchengemeinderat Conrad Keller, gespielt vom jetzigen Rat Kurt Dötter, berichtete der Versammlung von der akribischen Arbeit des damaligen Gremiums. Die alte Orgel sei gar peinlich gewesen, vor allem bei der Einweihung der neuen Kirche 1819, zwei Jahre zuvor.

Darauf listete der, eigens für die Anschaffung der Orgel beauftrage, Orgelrechner Georg Wild eine komplette Kostenaufstellung für die Orgel und alle dazugehörigen Ausgaben vom Gulden bis zum Kreuzer auf. Diese Rolle spielte Christian Wild.

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Der damalige Pfarrer Walther, nun von Pfarrer Philipp Hocher dargestellt, freute sich sehr über den reichen Segen für seine Gemeinde, den sie durch die große Orgel und die damals erst zweijährige Weinbrennerkirche erfahren hatte.

Der fiktive Fuhrunternehmer Mühleck aus „Mergenthal“, erzählte von seiner beschwerlichen Reise. Das Wetter meinte es nicht gut mit ihm und zolltechnisch gab es wohl auch Schwierigkeiten an der Grenze zwischen dem Badischen und Württembergischen. Die gebrauchte Orgel musste nämlich aus Stuttgart nach Uiffingen gebracht werden. Reinhold Ernst übernahm diese Rolle.Zeugnis der Orgelgeschichte. Zum Schluss trat noch der reiche „Hirschenwirt“, gespielt von Daniel Schneeweis, auf die Bühne. Er betonte mit großen Worten, dass er einer der wichtigen Geldgeber für die Orgel sei und lud alle Bürger zur Feier der neuen Orgel in Uiffingen in sein Wirtshaus ein. Nebenbei erwähnte der Wirt, er wolle dafür aber auch einen guten Platz in der Kirche innehaben.

Pfarrer Walther meinte darauf nur, dass dieser Platz dann aber auch ausgefüllt sein sollte, in Anlehnung an den heutigen eher spärlichen Besuch der Sonntagsgottesdienste. Umrahmt von ein paar Dorfkindern mit dem Schild „Applaus“, war das Anspiel ein hochwertiger und äußerst interessantes Zeugnis der Orgelgeschichte.

Die aus dem „Coronaschlaf“ erwachte Chorgemeinschaft Uiffingen bereicherte das Orgelfest in Erinnerung an die Ankunft des Kircheninstruments vor 200 Jahren mit ihren Beiträgen während dem Gottesdienst und beim Nachmittagsprogramm. © Susanne Sohns

Nachmittagsprogramm

Am Nachmittag fand das gleiche Anspiel noch einmal in der Kirche statt. Auch der Chor bereicherte den Vortrag mit drei Liedbeiträgen.

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Ein weiteres Highlight setzte der katholische Pfarrer Kolb mit seinem Drehorgel-Auftritt. Dieser brachte gehörige Klangvielfalt in den Kirchenraum, von eher pastoraler Musik bis hin zum tänzerischen Kirmesabschluss. Die Zuhörer dankten allen mit viel Applaus. Der Kirchengemeinderat bedankte sich bei allen Helfern und Mitwirkenden des Orgelfests und berichtete, dass eine erneute Sanierung der Orgel anstehe. Die Finanzierung dafür sei bereits gewährleistet, so dass bis spätestens Ostern 2023 die Orgel wieder in vollem, klaren Klang gehört werden soll.

Für Groß und Klein hatte das Rahmenprogramm des Tages noch einiges geboten: Die Kinder nahmen an der Fotorallye teil, und das Orgelpfeifenschätzspiel kam gut an. Außerdem verkaufte die Gemeinde das eigens für diesen Tag gebackene Orgelbrot. Dies ermöglichte die Boxberger Bäckerei Schmidt. Ein weiteres Glanzstück war der fiktive Zeitungsausschnitt aus dem Bauländer Boten von 11. November 1821, welcher kostenfrei ausgeteilt wurde. Dort berichtete der Orgelrechner Georg Wild von seiner wundervollen Reise mit dem Fuhrunternehmer Mühleck nach Stuttgart und zurück, um die gebrauchte Orgel aus der Hospitalkirche abzuholen.

Ein rundum gelungener und würdevoll gestalteter Festtag rund um die Orgel, ging am späten Nachmittag zu Ende.

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