Müller Martini Druckverarbeitungs-Systeme AG - Rund 300 Arbeitsplätze sollen weltweit reduziert werden / Schlagartiger Rückgang im Service- und Ersatzteilgeschäft Standort Bad Mergentheim in Gefahr

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pm
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Blick auf den Standort von Müller Martini in der Bad Mergentheimer Wilhelm-Frank-Straße, nahe dem Mobilpark „Ried“. © Müller Martini/FN-Archiv

Die Firma Müller Martini Druckverarbeitungs-Systeme AG will Personal abbauen und prüft die Schließung des Standorts Bad Mergentheim.

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Bad Mergentheim. Eine Pressemitteilung mit der Überschrift „Müller Martini passt sich dem wirtschaftlichen Umfeld an“ erreichte gestern Nachmittag die Redaktion. Darin heißt es, dass „sich schon im Verlauf des vergangenen Jahres die globale Nachfrage für Neumaschinen abkühlte. Im März 2020 führte die Corona-Pandemie zusätzlich zu einem schlagartigen Rückgang im Service- und Ersatzteilgeschäft. Diese Entwicklung trifft das Familienunternehmen Müller Martini mit voller Wucht. Kurzfristig begegnet man den Auswirkungen mit Kurzarbeit, jedoch wird die Nachfrage mittelfristig tiefer bleiben. Daher sieht sich Müller Martini gezwungen, seine Strukturen der veränderten Marktsituation anzupassen.“

Weiter wird mitgeteilt: „Seit Jahren sieht sich Müller Martini mit dem Strukturwandel in der graphischen Industrie konfrontiert. Diverse Maßnahmen in der Vergangenheit haben geholfen, sich dem Markt anzupassen und die starke Marktposition zu behaupten. Nach einem stabilen Geschäftsverlauf bis Mitte 2019 verschlechterte sich der Auftragseingang in der zweiten Jahreshälfte aufgrund der globalen wirtschaftlichen Abkühlung. Ab März 2020 erfassten die Covid-19-Auswirkungen auch Müller Martini auf ganzer Breite. Es folgte ein schlagartiger Rückgang im Service- und Ersatzteilgeschäft, die Verzögerung von Maschinenauslieferungen und eine große Zurückhaltung der Kunden bei Neuinvestitionen. Während traditionelle Drucker über fehlende Nachfrage und Unterlast klagen, scheint die Corona-Krise auch in der graphischen Industrie den Online-Handel – insbesondere von Büchern – zu stärken. Dieses Kundensegment meldet sehr gute Auslastung und positive Zukunftsaussichten, kann aber das schrumpfende traditionelle Geschäft nicht ausgleichen.

Mit Sicherheitsvorkehrungen in den Fabriken, durch Home-Office und Kurzarbeit konnte Müller Martini die Gesundheit seiner Mitarbeitenden sicherstellen und die negativen Auswirkungen einschränken.“ Für 2020 werde aber trotz aller Gegenmaßnahmen ein Verlust erwartet. „Die Aussichten für das nächste Jahr sind schlecht, wir müssen uns deshalb auf ein nachhaltig tieferes Umsatzniveau einstellen“, so die Aussage von Geschäftsführer Bruno Müller. Müller Martini prüfe daher, seine Strukturen zu vereinfachen und die Größe der Firmengruppe anzupassen. „Das Unternehmen plant, in den kommenden 18 Monaten gesamthaft rund 300 Arbeitsplätze an seinen Standorten weltweit zu reduzieren. So wird die Schließung der beiden deutschen Betriebe in Bad Mergentheim und Ostfildern geprüft, wobei der Standort in Rahden bestehen bleibt.“ Daneben solle die Führungsorganisation am Hauptsitz in Zofingen gestrafft und Tätigkeiten weiter gebündelt werden. „Es sind sehr schmerzhafte Einschnitte. Für die Zukunftssicherung von Müller Martini sind sie aber leider unvermeidbar“, so Bruno Müller. „Eine gute Sozialpartnerschaft ist unsere unternehmerische Pflicht“, sagt Bruno Müller. Für die zur Diskussion stehende Schliessung der beiden deutschen Betriebe werde umgehend mit den Sozialpartnern nach konstruktiven und tragfähigen Lösungen gesucht. pm