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Ärztefortbildung

„Balsam gegen viele Krankheiten“

Wirkung und Anwendungsmöglichkeiten der Bad Mergentheimer Heilwässer im Fokus

Von 
kv
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Bad Mergentheim. Auf Impuls der Kurärzte Silke Stahnke und Dr. Heinz-Jürgen Träger veranstaltete die Kurverwaltung vor wenigen Tagen in Kooperation mit der Kreisärzteschaft für die Bad Mergentheimer Ärzte eine Fortbildung über die Heilquellen in der Kurstadt.

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Ohne die Heilquellen, die 1826 von Schäfer Franz Gehrig bzw. dessen Schafen entdeckt wurden, wäre Bad Mergentheim heute kein Heilbad und keine Gesundheitsstadt. Die ärztliche Erfahrung und wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den Wirkungen der Heilquellen sind auch heute noch aktuell.

Silke Stahnke und Dr. Heinz-Jürgen Träger referierten zu dem Thema „Ist eine Trinkkur noch zeitgemäß?“. Viele Patienten, Kurgäste, Gesundheitsurlauber und Einwohner nutzen jedes Jahr die Heilwirkung der drei Bad Mergentheimer Trinkquellen, der Albert-, Karls- und Wilhelmsquelle.

Niedergelassene Ärzte als auch Ärzte der Spezial- und Rehakliniken trafen sich zunächst zur Heilwasserverkostung im Brunnentempel des Kurparks. Nach einem Grußwort von Kurdirektor Sven Dell und des Sprechers der Kurärzteschaft, Dr. Adalbert Weber, erläuterte Silke Stahnke die drei Trinkquellen. „Ihr Heilwasser ist besonders reich an wertvollen Mineralstoffen – und das merkt man schon am Geschmack“, so die Kurärztin. Der erste Schluck sei oft überraschend.

„Bei der Verkostung beginnt man am besten mit der schwächsten Quelle, der Wilhelmsquelle, und steigert sich dann bis zur Albertquelle, die aufgrund ihrer hohen Konzentration oftmals auch nur gegurgelt wird“. Nach dem gelungenen „Heilwasser-Aperitif“ folgte eine Besichtigung und Erläuterung des Gradierpavillons und des Karlsquellen-Brunnenhäuschens – dem Ursprung der Karlsquelle. Die Bad Mergentheimer Trinkquellen entspringen an unterschiedlichen Orten im Inneren und Äußeren Kurpark.

Das Heilwasser wird vom jeweiligen Brunnenhäuschen mittels unterirdischer Rohrleitungen zum Brunnentempel befördert, wo es von den Brunnendamen täglich ausgegeben wird. Im anschließenden theoretischen Teil referierte Dr. Heinz-Jürgen Träger im Kurhaus über die drei Trinkquellen. „Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, vor allem die sogenannten funktionellen Störungen beziehungsweise das Reizmagen-Darmsyndrom nehmen in der westlichen Welt rapide zu“, sagt Träger. Bei der Behandlung böten die Heilquellen „eine natürliche Alternative: Sie wirken mit ihren Inhaltsstoffen – Magnesium, Kalium, Hydrogencarbonat, Natrium, Calcium, Chlorid und Sulfat – in unterschiedlichen Konzentrationen als wahrer Balsam gegen viele Krankheiten“. Träger informierte, wie und bei welchen Beschwerden die Quellen auch heute noch zu empfehlen sind und plädierte für die Empfehlung der Trinkquellen vor Medikamentenverordnung. „Nicht allein die Anwendungsgebiete bei Magen- und Darmerkrankungen (Karlsquelle), funktionellen Störungen des Magens und Obstipation (Albertquelle) oder Über- bzw. Untersäuerung und Fettleibigkeit (Wilhelmsquelle) machen ihren Wert aus“, so Träger.

„Es sind die mit dem konsequenten Trinken der Heilquellen verbundenen ganzheitlichen Wirkungen auf den menschlichen Organismus, die den Wert dieser Heilquellen und des Heilwassers generell ausmachen“. Silke Stahnke sprach über die Indikationen, Zusammensetzung und Besonderheiten der Badequelle.

Die Paulsquelle ist eine hochkonzentrierte kohlensäurereiche Sole. Im Gradierpavillon rieselt sie unverdünnt an den Schwarzdornreisig-Wänden hinab und reichert dabei die Luft mit Salz-Aerosolen an.

„Die Salz-Aerosole tragen zur Befeuchtung und Reinigung der Atemwege und zur Abschwellung gereizter Schleimhäute bei“, erklärte Stahnke. Kurdirektor Sven Dell freute sich über das Interesse der Ärzteschaft. „Uns ist es ein großes Anliegen die vorhandenen natürlichen Heilmittel nicht nur bei unseren Gästen, sondern auch bei den Einwohnern und den hiesigen Ärzten ins Bewusstsein zu bringen“, betonte der Kurdirektor. Die Kurärzte bieten im Brunnentempel im Kurpark regelmäßig unter der Überschrift „Heilquellen – der Quellenarzt hält Sprechstunde“ Einführungen in die Geheimnisse der Quellen an.

Die Termine sind unter www.bad-mergentheim.de und Informationen im Faltblatt „Heilquellen & ihr Wirkung“ zu finden. kv

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