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Viele merkwürdige Briefe

Lesedauer

Beim "Hate Slam" in der Alten Feuerwache trugen Redakteure des "Mannheimer Morgen" (hier Ralf-Carl Langhals und Angela Boll) Leserbriefe vor. Aber nicht alle Zuhörer fanden Gefallen an den Rahmenbedingungen des Abends.

© Prossiwtz

Zum Artikel "Abreibung für ,Schmierfinken'" vom 25. Februar:

Ganz herzlichen Dank an Sie und ihre Mitstreiter für den tollen Abend gestern in der Feuerwache. Seit 10 Jahren bin ich begeisterte Besucherin des Literaturfestes und freue mich immer besonders, wenn auch lokale Beiträge im Programm zu finden sind. Ihre "Schmierfinken" waren wieder so ein Mannheimer Höhepunkt. Es war einfach nur klasse, Ihnen allen zuzuhören, von Ihrer Vortragsfreude wurde man so richtig mitgerissen. Schön auch die Natürlichkeit und die Spontanität, mit der das Redaktionsteam auftrat. Ganz schön heftig, was so manch einer in Ihrer Redaktion zu lesen bekommt. Daraus dann noch so eine gelungene Veranstaltung zu machen - alle Achtung. Grundsätzlich finde ich, dass es in unserer Gesellschaft natürlich jedem erlaubt ist, Kritik zu äußern, diese sollte dabei aber immer, selbst bei größtem Wutpotenzial, an der Sache orientiert sein und nicht in persönliche Beleidigungen abgleiten, denn dann disqualifiziert sich jede noch so sachlich richtige Äußerung. Meine Freundinnen und ich hatten jedenfalls viel Spaß, und wir glauben auch, dieser Abend hätte Roger Willemsen gefallen. So, das Lob musste jetzt auch mal sein!

Als Leserin des MM hat es mich doch sehr verwundert, dass eine Veranstaltung gemacht wird, in welcher Leserbriefe zum Besten gegeben werden und man sich über die Briefschreiber lustig macht. Meiner Meinung nach gibt es sicher viele komische, merkwürdige etc Briefe, aber ob man diese dann einem breiten Publikum vorstellen sollte, damit man einen spaßigen Abend damit gestaltet - sehr fraglich!

Ich (Rollstuhlnutzer) hatte mich mit meiner Begleiterin auf eine schöne Veranstaltung aus der Reihe "lesen.hören" mit dem Titel "Sehr geehrter Schmierfink! Stil und Stillosigkeit in Leserbriefen an den Mannheimer Morgen" am 24. Februar gefreut. Das Vergnügen war für mich aber schon vorbei, bevor die Veranstaltung losging. Die Fahrzeughalle der Alten Feuerwache war bereits voll besetzt, und es war wenige Minuten vor Beginn der Veranstaltung, als eine Mitarbeiterin der Feuerwache auf mich zukam und mir mitteilte, dass ich an dieser Stelle nicht sitzen bleiben könnte, da es sich um einen Fluchtweg handeln würde.

Ich habe natürlich volles Verständnis, dass es sicherheitsrelevante Vorgaben gibt. Was ich aber nicht nachvollziehen kann und mich sehr verärgert hat, dass man dies wenige Minuten vor Beginn der Veranstaltung erst mir mitteilt, obwohl ich mich schon circa eine Stunde in der Halle aufhielt. Außerdem hätte man schon beim Erwerb der Eintrittskarte und beim Einlass mitbekommen müssen, dass es sich bei mir um einen Rollstuhlnutzer handelt. Durch die Tatsache, dass die Halle schon voll besetzt war, war mir auch die Möglichkeit verwehrt, mich zusammen mit meiner Begleiterin gemeinsam woanders hinzusetzen.

Wenn es in der Halle solche Probleme mit dem Fluchtweg gibt, sollten auf jeden Fall für Rollstuhlnutzer ausgewiesene Plätze zur Verfügung stehen, von denen aus die Bühne einzusehen ist und wo man mit seiner Begleitung gemeinsam sitzen kann, um die Veranstaltung zu genießen. Ich halte diese Situation für diskriminierend und somit ein Verstoß gegen Art. 3 Grundgesetz und die UN-Behindertenrechtskonvention.

Mir war an diesem Abend der Spaß an einer solchen Veranstaltung vergangen, und ich habe deshalb die Feuerwache umgehend verlassen.

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