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Leserbrief - Zu „Aussagen gehen an der Realität vorbei“ (FN, 9. April) „Ökologie ist keine Ideologie“

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Ich teile viele der hier geäußerten Gedanken, insbesondere den Hinweis auf die verheerenden Auswirkungen bei einem Rückgang der Getreideernten in der Ukraine und in Russland. Wir in Deutschland können sicher auf eine Scheibe Brot mehr verzichten, in Afrika oder in Teilen Asiens geht es sicher nicht. Das wird dort weitere Hungersnöte und daraus folgend Flüchtlingsbewegungen auslösen, ebenso politische Unruhen, Umstürze, militärische Auseinandersetzungen, . . .

Ich teile allerdings nicht die Masche, Klima- und Naturschützer flugs zu Ideologen zu erklären, so dass sie in eine Ecke von schrägen Spinnern, die man nicht ernstnehmen muss, gestellt werden. Dies ist eine Legitimation, bestehende Strukturen auszuweiten. Das hat den Beigeschmack von Lobbyarbeit für Teile der Landwirtschaft.

Ich will hier nicht vorrechnen, wie es auch gut möglich wäre, kleine Teile der 58 Prozent landwirtschaftlicher Nutzfläche, die allein für den Anbau von Tierfutter genutzt werden, in Getreideanbau umzuwidmen, so dass ökologisch wertvolles Brachland verschont wird. Ich sage jedoch: Wenn wir es nicht verstehen, Ökologie und Ökonomie gleichermaßen quasi wie in einer respektvollen Partnerschaft gemeinsam zu denken und zu behandeln, werden am Ende die Betriebswirte über großartige Zahlen jubeln. Die Menschen jedoch werden über eine großartige Ruinierung der Erde und ihrer Lebensgrundlagen klagen. Ökologie ist keine Ideologie, sondern Schutz der Lebensgrundlagen aller Menschen. Ist diese Realität so schwer zu verstehen?

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