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Die 20 besten Spiele des 21. Jahrhunderts

Spiele-Tipps in Serie: "Qwirkle" - zeitloses Familienspiel für Gerissene

Von 
Uwe Schwab
Lesedauer: 
Attraktive Nebenwirkung: Bei "Quirkle" entstehen neben Spielspaß auch schöne Muster. © Schmidt Spiele

Mannheim. Hinter "Monopoly", "Spiel des Lebens", "Die Siedler von Catan"  oder "Trivial Pursuit" geht's weiter: Unser Brettspiel-Spezialist Uwe Schwab stellt in den nächsten Monaten die 20 besten Spiele der vergangenen 20 Jahre vor. Darunter  ausgezeichnete Klassiker, Geheimtipps, aufwendige Brettspiele, kleine Karten- oder Würfelspiele für zwischendurch, Familien, Freundeskreise oder Spielezirkel. Zu Beginn starten wir gleich mit vier Tipps für den (Corona-)Winter. Hier die Rezension zu "Qwirkle", das Spiel des Jahres 2011.

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Das Material:

Die Packung beinhaltet 108 Holzsteine, ausgeprägt in sechs Farben und sechs Symbolen, sowie einen weißen Stoffbeutel. Klingt überschaubar. Bleibt es auch. Der Untertitel des Spieles (warum brauchen alle Spiele einen Untertitel, historischen Kontext oder sonstige Untermauerung des Themas? - egal) lautet jedenfalls korrekterweise „Einfach begonnen – schnell gewonnen“. Na ja, oder halt „– schnell verloren“; es können ja nicht alle gewinnen.

"Qwirkle": Spielinfos und Bewertung

  • Kombinations- und Legespiel für zwei bis vier Spieler ab sechs Jahren.
  • In Deutschland erschienen 2011 bei Schmidt Spiele. Es gibt viele verschiedene Ausgaben ab ca. 15 bis über 30 Euro.Das Original wurde 2006 von der US-amerikanischen Spieledesignerin Susan Mc Kinley Ross veröffentlicht.

Unsere Bewertung

  • Spielspaß: 4
  • Einstiegshürde: 4
  • Langzeit-/Wiederspiel-Reiz: 4
    (Bewertungsskala 1 bis 5)

Der Ablauf:

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Zu Beginn stellt jeder sechs Plättchen, nur für sich sichtbar, vor sich aus. Quasi wie Domino oder Scrabble, in bunt und in quadratisch, aber ohne Zahlen und Buchstaben. Alle legen reihum ein oder mehrere Plättchen aus ihrer Auslage und ziehen danach blind aus dem Beutel wieder auf sechs Plättchen nach. Also ein typisches A - Z Spiel: Ausspielen – Ziehen. Nicht verwechseln mit Ausziehen – Spielen.

Ziel des Spiels:

Ziel des Spieles ist es, beim Legen möglichst viele Punkte zu machen (Überraschung), ohne den Mitspielenden eine Vorlage für noch mehr Punkte zu bieten. Dieses Konzept ist bei „Qwirkle“ extrem ausgeprägt. Und diese taktische Komponente kann am ehesten auch mal zu einem Stocken im ansonsten flüssigen Spiel führen, weil das Nachdenken dann doch etwas länger dauert: „Ja, mit diesen zwei Plättchen könnte ich acht Punkte machen. Mit jenen sogar zehn - aber dann besteht dadurch die Gefahr, dass die nachfolgende Spielerin noch deutlich mehr Punkte und sogar ein Qwirkle erzielen kann.

HIerzulande erschien das Spiel 2011 und wurde auf Anhieb "Spiel des Jahres". © Schmidt Spiele

Qwirkle ist dabei also nicht nur der Spielename sondern auch die punkteträchtigste Legekombination, wobei man nach Spielregel beim Legen auch „Qwirkle“ rufen muss. Sie kennen das vielleicht vom Spiel „Uno“. Qwirkle ruft, wer regelkonform das sechste Plättchen an eine bereits ausliegende Reihe von Plättchen mit gleicher Farbe oder gleicher Form legt. Das gibt dann nicht nur die Basis sechs, sondern weitere sechs Sonderpunkte. Ob dieser Gefahr, siehe oben, vermeidet man häufig, ein fünftes Plättchen zu legen.

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Bis es zu diesen Möglichkeiten kommt, wächst aber das bunte Gittergebilde in der Spielmitte erst mal nach und nach. Die Spielerinnen und Spieler erhalten Punkte für jedes angelegte Plättchen – eben waagerecht oder senkrecht an bestehende. Gerne auch einen Stein, der für beide Richtungen Punkte bringt. Wir haben das Spiel nun schon viele Male gespielt. Im Nachhinein hätten wir gerne bei jedem Spielende ein Bild von der finalen Auslage gemacht, immer hübsch, immer anders.

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Tipps und Tricks:

Die Alternative zum Legen ist das Austauschen von ein bis sechs Plättchen aus meiner Auslage gegen blind gezogene aus dem Beutel. Das kostet mich dann den Zug mit Auslegen und Punkten. Die Alternativaktion ist natürlich ebenso glückslastig wie das generelle Nachziehen nach dem Legen.

Ein Argument eher für die taktische Seite: Jedes Plättchen gibt es genau drei Mal. Somit kann man im fortgeschrittenen Spiel durchaus kalkulieren wie groß die Gefahr ist, dass der nächste Spieler mehr vom Zug habe als man selbst bzw. liegt es bei Null, wenn es schon drei Mal liegt.

Fazit:

In Kombination also eine ausgewogene Mischung, die das Spiel zu einem echten Familienspiel macht, für zwei bis vier Personen. Auch die Altersangabe „ab sechs Jahren“ geht klar, auch wenn das mit dem Taktischen natürlich für die Jüngeren noch etwas hapert. Die Spielregeln sind innerhalb von fünf Minuten erklärt, das Prinzip ist eingängig. Das Rechnen können ja die Älteren übernehmen.

Die Ausstattung mit handlichen Holzsteinen ist übersichtlich. © Schmidt Spiele

Zwar sind seit 2011 einige Jahre ins Land gegangen, das Spiel selbst aber nicht in die Jahre gekommen. Das Spiel kam und kommt immer noch gut an. Auch wurden sehr schnell eine Reise- und eine Mini-Edition (alles wie oben beschrieben, nur kleiner), Erweiterungen und ein Kartenspiel nachgeschoben. Zur Feier des zehnten Jahrestags erschien zuletzt eine limitierte Jubiläumsedition in einer Metallbox und mit Acrylsteinen.

Und sonst so? Block und Stifte werden auch benötigt, sind aber nicht inkludiert. Das kommt in manchen Rezensionen nicht gut an. Ich finde allerdings, das hat ja wohl jeder zu Hause.

Was ist eigentlich Qwirkle?

Bleibt dann noch die Frage, ob Qwirkle ein Kunstwort ist, zum Beispiel aus Quadratic und Cirkle. Oder hat es einen tieferen Sinn? Ein Schweizer Kollege schrieb 2011, der Begriff leite sich vom englischen Adjektiv quirky ab, was passenderweise spitzfindig oder gerissen bedeutet.

Die Steine der Jubiläumsausgabe sind etwas anders designt und bestehen aus Acryl. © Schmidt Spiele

Freier Autor Spiele-Experte

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