AdUnit Billboard
Die 20 besten Spiele des 21. Jahrhunderts (4)

Spiele-Tipps in Serie: „Just One“ – kooperativer Kartenspaß

Von 
Uwe Schwab
Lesedauer: 
Kurz und knackig: Sehr unterhaltsames Begrifferaten bietet das kooperative Kartenspiel "Just One". © Repos

Mannheim. In der vierten Folge unserer Serie mit 20 Brettspiel-Tipps stellt Spezialist Uwe Schwab das „Spiel des Jahres 2019“ vor: den kooperativen Kartenspaß „Just One“. In den nächsten Monaten folgen weitere ausgezeichnete Klassiker, Geheimtipps, aufwendige Brettspiele, kleine Karten- oder Würfelspiele für zwischendurch, Familien, Freundeskreise oder Spielezirkel. Zu Beginn starten wir gleich mit vier Tipps für den (Corona-)Winter.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Das Material:

Über „Just One“ gibt es nicht viel mehr zu schreiben als: einfaches, kooperatives Spiel, ein paar Wörter auf Karten, alle haben Spaß, alle spielen zusammen und vergnügen sich; einer beim Rätseln, der Rest beim Zuhören.

Wie wird’s gespielt? Der/die Ratende stellt eine Karte verdeckt auf eine kleine Plastiktafel und nennt eine Zahl von eins bis fünf. Die Zahl bestimmt einen der fünf Begriffe, die auf der Rückseite der Karte für die anderen sichtbar stehen, zum Beispiel Feuerwehr. Alle schreiben nun, zunächst verdeckt, auf ihre (abwaschbare) Plastiktafel, was sie mit diesem Begriff assoziieren. Sollten zwei den gleichen Begriff wählen fällt er leider weg. Dann war er wohl zu offensichtlich. Jetzt darf der Ratende raten. Wie schnell oder unterhaltsam hängt dabei auch von der Kreativität, Fiesheit, gemeinsamen Erinnerungen oder auch nur dem ähnlichem Alter der Mitspielenden ab. Zu einfach ist nett, aber manchmal auch langweilig, zu um die Ecke gedacht witzig, aber eventuell frustrierend. Natürlich kann man bei Feuerwehr auf Wasser oder rot  kommen. Oder synonym ein Brandbekämpfende  einwerfen. Man darf es aber gerne auch mal mit dem Begriff Grisu  versuchen, also dem kleinen Drachen aus der gleichnamigen Fernsehserie, der so gerne Feuerwehrmann werden wollte. Die Älteren werden sich erinnern.

Meist ist dabei der erste Begriff, der einem in den Sinn kommt, der beste.

„Just One“: Spielinfo und Bewertung

  • Das kooperative Kommunikationsspiel auf Kartenbasis wurde 2018 von den französischen Spieleautoren Ludovic Roudy und Bruno Sautter entwickelt.
  • Erschienen ist es bei Repos Production.
  • „Just One“ empfiehlt sich laut Verlag von drei bis sieben Spielerenden ab acht Jahren, die Erfahrung zeigt: Je mehr mitmachen, desto spaßiger.
  • Das Partyspiel gibt es in der Grundausstattung ab ca. 16 Euro.
  • Spieldauer: 20 Minuten

Unsere Bewertung:

  • Spielspaß: 5
  • Einstiegshürde: 5
  • Langzeit-/Wiederspiel-Reiz: 5
    (Bewertungsskala 1 bis 5)

Das Ziel:

Offiziell hat das Team oder die Spielerin gewonnen, das/die die meisten Karten geraten hat. Man kann dabei zum Beispiel auch passen, um für das Team keinen Minuspunkt zu kassieren, wenn falsch geraten wird. Nach meiner Erfahrung ist das aber völlig nebensächlich. Es geht um den gemeinsamen Spaß und die Kommunikation. In meinen Spielerunden spielen wir meist Karte um Karte, ohne auf Punkte zu achten, bis man nach einer Stunde gemeinsam entscheidet: Reicht erst mal. Jetzt mal wieder was mit Würfeln... Oder „Just One“ war eh' schon das Absacker-Spiel.

Tipps und Tricks:

Gut geeignet fürs schnelle und einfache Raten sind meist Homonyme, also mehrdeutige Begriffe wie Mutter oder Steuer. Die können (oder sollen) völlig verwirren. So kann man beim Begriff Puppe wunderbar auf Barbie aber eventuell auch auf Schmetterling kommen.

Es heißt ja, dass man beim Spielen viel über den Charakter eines Menschen lernt. Hier lernt man meist einiges darüber, wie wer sprachlich so tickt, welche Assoziationen jemand hat, ob er oder sie gerne um die Ecke denkt, ob er oder sie auch mal gemein sein möchte. Auch bei einer Nachbesprechung lernt man gegebenenfalls noch einiges über die Mitspieler: „Ich habe das geschrieben, weil ich dachte, Du verstehst das, weil wir doch damals ...“ Hier kann es für Paare spannend werden…

Mehr zum Thema

Die 20 besten Spiele des 21. Jahrhunderts (1)

"Qwirkle" - zeitloses Familienspiel für Gerissene

Veröffentlicht
Von
Uwe Schwab
Mehr erfahren
Die 20 besten Spiele des 21. Jahrhunderts (2)

„Azul“ - so macht Fliesenlegen Spaß

Veröffentlicht
Von
Uwe Schwab
Mehr erfahren
Die 20 besten Spiele des 21. Jahrhunderts (3)

„MicroMacro“ – das Wimmelbild zum Miträtseln

Veröffentlicht
Von
Uwe Schwab
Mehr erfahren

Ich kann mich zum Beispiel aus einer Spielerunde noch an den für mich nicht so hilfreichen Begriff „ER“ erinnern. Es ging wohl um den Bereich Kaffee. Ich sollte über „ER“, kurz für die vielfach ausgezeichnete Klinikserie „Emergency Room“ auf Kinderarzt-Darsteller George Clooney und dadurch dann auf seine Kaffeewerbung kommen. Kann man versuchen, kann klappen, aber wohl nur in Kombinationen mit den anderen Wörtern.

Falls Sie auch mal rätseln möchten:
Grün, Mexiko, Auto, 18.
Oder etwas mehr um die Ecke:
Zwölf, Flügel, Freunde, Arwen.

Zum Selberausdenken:

„Just One“-Vielspielende werden irgendwann viele der 110 (so viele Karten gibt es) mal Begriffe schon einmal verassoziiert haben. Aber dann könnte man ja zum Beispiel die Karten aus dem Spieleklassiker „Tabu“ zweckentfremden für weitere Wörter oder einfach selbst ausgedachte nutzen.

Fazit:

Gemäß Verlagsangabe ist Just One für drei bis sieben Spieler geeignet. Es sollten meiner Meinung nach allerdings mindestens fünf Spielerinnen und Spieler sein, gerne mehr, damit eine Gruppendynamik aufkommt und nicht bei zwei gleichen (wegfallenden) Assoziationen kaum Wörter zum Raten übrigbleiben.

Freier Autor Spiele-Experte

Mehr zum Thema

Wassergewöhnung bis Gold Überblick: Was Kindern beim Schwimmen lernen wirklich hilft

Veröffentlicht
Mehr erfahren

Grandioser Glanz Auto polieren und wachsen: 8 Punkte zum Selbermachen

Veröffentlicht
Mehr erfahren

Kindernachrichten Lieder über Gefühle

Veröffentlicht
Mehr erfahren
AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1